Kleinere Gruppenauf Nahrungssuche

Silberreihern gefällt’s im Landkreis

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Silberreiher am Nabuteich „Unter den Hesseln“: Hobbynaturfotograf Marcel Lindenborn wurde für seine Geduld belohnt und hat diese Aufnahme gemacht.

Twiste/Berndorf. Früher ein seltener Gast, ist er nun häufig zu beobachten: Der Silberreiher. Eigentlich ist die auffällige, weiße Vogelart in wärmeren südeuropäischen Gefilden zu Hause.

Doch gerade in der Winterzeit tauchen die Vögel vermehrt in Waldeck-Frankenberg auf. Sie haben ein auffällig weißes Gefieder und sind selbst in der dunklen Jahreszeit gut zu entdecken. Silberreiher sind etwa so groß wie Graureiher, allerdings schlanker und haben einen sehr langen Hals. Vor wenigen Jahren waren Silberreiher noch eine Seltenheit, heutzutage zeigen sie sich in Deutschland an vielen Orten. Zwischen Twiste und Berndorf kann man sie in kleineren Gruppen (etwa 13) bei der Nahrungssuche auf Wiesen und Äckern beobachten.

Hobbynaturfotograf Marcel Lindenborn aus Nieder-Waroldern ist es mit viel Geduld und guter Tarnung gelungen, die Vögel am Nabuteich „Unter den Hesseln“ am Twistenberg bei Mühlhäuser Hammer zu fotografieren. Hier gesellen sich auch manchmal ein Graureiher oder verschiedene Entenarten dazu. Silberreiher halten sich auch gerne an heimischen Flussgebieten, wie der Twiste, Eder oder entlang der Diemel auf. Sie schreiten langsam durchs flache Wasser oder verharren mit fast waagerecht gehaltenem Körper und steif vorgestrecktem Hals, ehe sie blitzschnell nach ihrer Beute stoßen.

Im Flug unverkennbar

Durch seine langsamen Flügelschläge und dem zusammengelegten Hals ist der weiße Vogel im Flug unverkennbar, wobei die Tiere den Kopf zwischen die Schultern legen. Selbst die Kälte macht diesen Tieren nichts aus und man kann sie an frostigen Tagen gut sehen.

Silberreiher ernähren sich von Fischen, Amphibien, Mäusen und wirbellosen Kleintieren. Sie suchen ihre Nahrung am Schilfrand, auch in vegetationsfreien Stellen, im flachen Wasser und auf überschwemmten Wiesen. Mancherorts kann man sie auch auf Äckern, Wiesen und Weiden wie Graureiher auf der Jagd nach Mäusen beobachten.

Sollten Silberreiher im Landkreis Waldeck-Frankenbergs in strengen Wintern keine Nahrung mehr finden, so fliegen sie weiter gen Süden. Silberreiher brüten meist in Schilfgebieten. Die Zahl der Silberreiher hat im Kreis Waldeck-Frankenberg in den vergangenen Jahren gut zugenommen. Allein in Hessen werden alljährlich mehr als 200 Silberreiher gezählt. Früher hingegen, am Ende des 19. Jahrhunderts, war der Silberreiher vor allem durch menschlichen Einfluss in den meisten Brutgebieten Europas nahezu ausgerottet. Die Federn der Reiher waren für Damenhüte sehr begehrt. Seit dem Jahre 1980 nehmen die Bestände wieder zu, was für viele Vogelkundler positiv ist, berichtet Marcel Lindenborn. (nh/mow)

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