Verursacher von Unfällen flüchten bei jedem fünften Unfall

Waldeck-Frankenberg. Bei fast jedem fünften Unfall auf den Straßen im Landkreis muss die Polizei wegen des Verdachts der Unfallflucht ermitteln. Bei einen Drittel der in der aktuellen Statistik registrierten 668 Fälle fanden die Ermittler den Verursacher.

Nach einem spektakulären Unfall, bei dem die Fahrerin ebenfalls unerlaubt den Unfallort verlassen hatte, folgt jetzt das Verfahren vor dem Amtsgericht in Korbach. Dort muss sich am 27. Januar eine Frau wegen Unfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Die Kasseler Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, im September 2013 einen Fußgänger angefahren zu haben. Der damals 65-Jährige war nachts auf der Straße zwischen Korbach und Lengefeld unterwegs. Dort wurde er vom Außenspiegel eines Wagens erfasst und in den Straßengraben geschleudert. Stundenlang lag er laut Anklage bewusstlos im Straßengraben, dann schleppte er sich in den nächsten Ort und klingelte am ersten Haus.

In mühevoller Kleinarbeit kam die Polizei der Fahrerin die Spur. Weil noch ein Gutachten angefordert wurde, verzögerte sich der Prozessbeginn. Ursprünglich sollte er bereits im Herbst stattfinden.

Laut Unfallstatistik 2013 der Polizei - die aktuellsten Zahlen, die in der Korbacher Polizeidirektion vorliegen - klärten die Beamten 220 Fälle des unerlaubten Entfernens auf. Damit liegt die Polizei bei dieser Quote in Waldeck-Frankenberg im Trend: Auch 2012 war jeder dritte Fall geklärt worden. Allerdings gab es 2012 auch den niedrigsten Stand der Fälle: 636 Unfallverursacher verließen unerlaubt den Unfallort. In den Jahren zuvor waren es mehr, 2013 mit 668 Fällen ebenfalls wieder mehr. 2013 wurden dabei elf Personen schwer und 36 Beteiligte leicht verletzt.

Hauptgründe für das unerlaubte Entfernen vom Unfallort sind laut Polizei weiterhin die Sorge vor höheren Versicherungszahlungen sowie der Genuss von Alkohol.

Von Bernd Schünemann

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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