Zweieinhalb Stunden Sperrung

Auch ohne Eis und Schnee: Räder drehen durch, Lkw steht

Mit dem bordeigenen Kran eines Baustofflasters wurde die Ladung im Sattelauflieger anders verteilt. Danach hatte der Fahrer wieder genug "Grip" auf der Antriebsachse des Sattelzuges, die Fahrt ging nach über zwei Stunden weiter.

Marienhagen. Nicht immer muss es Schnee- oder Eisglätte sein, die die Antriebsachse eines Lastwagens am Berg zum Durchdrehen bringt: Die kuriosere Variante gab es am Montag auf der stark ansteigenden K 30 bei Marienhagen zu sehen, wo falsch verteilte Ladung auf einem Auflieger den Maschinenwagen regelrecht aushebelte.

Zweieinhalb Stunden ging nichts mehr aus der Strecke zwischen der B 252 und dem Vöhler Ortsteil.

Der Regionale Verkehrsdienst (RVD) der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg und Mitarbeiter von Hessen Mobil sperrten die Kreisstraße 30 ab, die Verkehrsteilnehmer mussten über andere Routen nach Marienhagen oder zur Bundesstraße fahren.

Was war passiert? Nach Auskunft von RVD-Leiter Ralf Werner befuhr der 57 Jahre alter tschechische Fahrer einer Spedition aus dem niederbayerischen Langquaid gegen 12.10 Uhr die Kreisstraße 30 bergauf. Beladen war der Sattelzug mit schweren Stahlstangen - nicht auf gesamter Länge des Aufliegers, etwa das vorderde Viertel war unbeladen. An einer Spitzkehre wirkte der Sattelauflieger mit seiner schweren Ladung im hinteren Teil plötzlich wie ein großer Hebel: Der Maschinenwagen wurde am Sattel angehoben, wodurch die Antriebsräder die Bodenhaftung verloren und durchdrehten. Das Gespann kam schräg auf der Fahrbahn zum Stehen und blockierte die kleine Straße.

Kurz nach Eintreffen der Polizei kam zufällig der Fahrer des Korbacher Baustoffhandels Weber mit seinem Lkw hinzu. Die Beamten baten den Fahrer, der zuvor in Marienhagen Ware ausgeliefert hatte, um Hilfe. Die Idee: Mit dem bordeigenen Kran sollte die Ladung im Lkw-Auflieger nach vorn gehoben werden, damit wieder genügend Gewicht über der Antriebsachse liegt.

Der Plan ging auf: Nachdem die Stahlstangen umgelagert waren, gelang es dem Lkw-Fahrer, sein Gespann aus eigener Kraft wieder in Bewegung zu setzen. Die Alternative wäre ein Abschleppen mit einem Lkw-Bergungsfahrzeug gewesen. Bis zu dessen Eintreffen wäre wohl noch mehr Zeit ins Land gegangen, und Zeit verloren hatte der 57-Jährige ohnehin schon - er hatte sich nämlich auf dem Weg nach Lichtenfels verfahren und hatte versehentlich die Straße nach Marienhagen angesteuert. Um sicherzugehen, dass nun alles glatt geht, begleitete eine Polizeistreife den Sattelzug bis zum Ziel.

www.112-magazin.de

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