Mit dem Elektro-Scooter den Nationalpark ohne Barrieren erkunden

Barrierefrei durch den Nationalpark Kellerwald-Edersee: Peter Piatke vom Sanitätshaus Piatke testet oberhalb des Nationalparkzentrums den geländetauglichen Elektro-Scooter. Foto: Rösner

Herzhausen. Im Nationalparkzentrum gibt es ab sofort einen Elektro-Scooter für barrierefreie Touren durch die Wildnis.

In einem Mittelgebirge ist es nicht leicht, alle Wege für Menschen mit Gehbehinderung zugänglich zu machen. Manfred Bauer ist umso stolzer darauf, dass der Nationalpark Kellerwald-Edersee jetzt für Rollstuhlfahrer und Ältere, die einen Rollator brauchen, ein komfortables Angebot hat: Der Nationalparkleiter hat am Mittwoch in Herzhausen den neuen Elektro-Scooter vorgestellt. Damit sind die langen Wanderstrecken durch den Wald problemlos zu bewältigen.

Im Wildtierpark am Edersee habe sich ein solcher Scooter bereits bewährt. „Er wird sehr gut angenommen“, sagte Bauer. Wer nun vom Nationalparkzentrum in Herzhausen aus die Natur erkunden will, kann sich dort ab sofort den Elektro-Scooter kostenfrei ausleihen. Zum Beispiel die Strecke zum Hagenstein und zurück, knapp sieben Kilometer, ist somit ohne Barrieren zurückzulegen.

Das Sanitätshaus Piatke aus Bad Wildungen hat das Fahrzeug im Wert von 2370 Euro zum Einkaufspreis übergeben. Die Kosten hat der Förderverein für den Nationalpark getragen. Der Scooter fährt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h, hat verstärkte Federn und gilt somit als berggängig, erklärte Peter Piatke. Die Batterie des Gefährts wird mit Strom beladen, so dass es bei ebener Strecke bis zu 50 Kilometer fahren kann, und im Gelände etwas weniger.

„Das ist richtungsweisend für den Tourismus in der Region“, sagte der Vöhler Bürgermeister Matthias Stappert. Das Gastgewerbe müsse weiter für mehr Barrierefreiheit arbeiten. „Es gibt noch viel zu tun“, bestätigte Jutta Seuring von der Nationalparkverwaltung. Auch Sehbehinderte müssten bei den touristischen Angeboten mehr berücksichtigt werden. Beschäftigte des Nationalparks würden bald zum Thema Barrierefreiheit geschult. „Sie sollen lernen, mit Behinderten zwanglos umzugehen.“

Dr. Gitta Langer vom Förderverein erklärte, warum der Scooter dem Verein wichtig ist. Um den Menschen die Natur nahe zu bringen, müssten sie die Gelegenheit haben, in der Natur zu sein. Dies gelinge nun.

Von Stefanie Rösner

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