Gefahren wird täglich zwischen 10 und 18 Uhr

Im 95. Jahr auf dem Edersee unterwegs: Saison für Aseler Fähre begonnen

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Leinen los für die kleine Fähre zwischen Asel und Asel-Süd. Priscilla und Otto Wilhelmi (von links), mit Fährmann Bernd Schlutzalek und Sohn Zananga Wilhelmi bei der ersten Überfahrt der Saison. 

Auch Schafe und Pferde dürfen mit: So besagt es der Vertrag über die Aseler Fähre von 1924. 95 Jahre ist es also her, dass das Boot erstmals über den Edersee schipperte. Jetzt hat die Saison begonnen.

In einer Scheune hat das 27 PS starke Boot überwintert, jetzt wurde es geschliffen und neu gestrichen zu Wasser gelassen. „Nur noch die Buchstaben fehlen“, sagt Priscilla Wilhelmi, Inhaberin des Campingplatzes Asel-Süd, zu dem auch die Fähre gehört. Der Schriftzug wird in den nächsten Tagen noch angebracht, doch die erste Überfahrt hat Familie Wilhelmi schon gemacht.

Gut fünf Minuten dauert es vom Liegeplatz in Asel-Süd bis auf die andere Seite. „Wir können auch schneller fahren und es in drei Minuten schaffen, doch man soll die Fahrt ja genießen“, sagt Otto Wilhelmi. Bis zu zwölf Personen – inklusive Fährmann – können mitfahren. Im vergangenen Jahr habe es sogar mal eine Anfrage einer Pferdebesitzerin gegeben, berichtet Priscilla Wilhelmi. Das sei erlaubt, allerdings müsse das Pferd wirklich still stehen. Mitgefahren ist die Besitzerin mit ihrem Tier schließlich nicht.

Bis zu 10.000 Personen pro Saison befördern

Doch besondere Gefährte transportieren die Wilhelmis immer mal wieder. Auch zwei Motorräder hatte Otto Wilhelmi schon einmal an Bord. Bis zu 1850 Kilo kann das kleine Boot tragen, das selbst gut 3000 Kilo wiegt und einen doppelten Boden hat. Würde Wasser eindringen, könnte es noch immer schwimmen, sagt Otto Wilhelmi.

Drei Fährleute sind regulär im Dienst, darunter auch eine Frau, berichtet Wilhelmi. Hinzu kommt ein Springer. Gemeinsam befördern sie jede Saison gut 8000 Menschen zwischen Asel und Asel-Süd. „Wenn wir bis August fahren können, können es auch schon mal 10.000 Menschen werden.“

Abgelegt in Asel-Süd wird dabei nicht zu festen Zeiten. „Wir sind eher wie ein Taxi auf Abruf unterwegs“, sagt Otto Wilhelmi. Wer von Asel aus auf die andere Seite möchte, muss dort einfach am Schild ordentlich Krach machen mit einer Glocke, die eigentlich ein altes Sägeblatt ist, an dem ein Seil hängt. „Das hören wir sehr gut auf der anderen Seite.“ Auch ein Anruf ist möglich, die Handynummer ist am Schild angebracht.

Früher, so erinnert sich Otto Wilhelmi, habe es die Auflage gegeben, neben dem Fährbetrieb auch noch Landwirtschaft zu betreiben. Damals habe es feste Zeiten für die Überfahrten gegeben. Sonst sei ein Arbeiten auf dem Hof kaum nicht möglich gewesen. Landwirtschaft gibt es nun nicht mehr, seit Mitte der 50er-Jahre gibt es dafür einen Campingplatz direkt hinter der Anlegestelle der kleinen Fähre.

Zeiten und Preise

Täglich ab 10 Uhr ist die Fähre zwischen Asel und Asel-Süd ab sofort wieder unterwegs. Bis 18 Uhr setzt der Fährmann regelmäßig über. Bei gutem Wetter wird im Sommer auch länger gefahren. Wer vom Aseler Ufer aus befördert werden möchte, betätigt einfach die Glocke.

Eine Überfahrt kostet für Erwachsene drei Euro, für Jugendliche bis 17 Jahre 1,50 Euro, für Rad, Hund und Handwagen ein Euro.

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