Gemeindevertreter haben zugestimmt

Gemeinde strebt Prädikat an: Vöhl ebnet Weg für Tourismusabgabe

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Vöhl will „anerkannter Tourismusort“ werden: Der Edersee, wie hier bei Asel-Süd, lockt viele Gäste an. Mehr als 200 000 Übernachtungen zählt die Edersee-Gemeinde pro Jahr.

Vöhl. Als eine der ersten Kommunen in Hessen will Vöhl „anerkannter Tourismusort“ werden.

Neben dem Werbeeffekt ermöglicht das vom Land Hessen neu geschaffene Prädikat der Gemeinde, eine Abgabe vergleichbar mit der Kurtaxe von touristischen Betrieben zu erheben. Die Gemeindevertreter haben am Montag einmütig zugestimmt, das Prädikat zu beantragen.

Bislang durften nur anerkannte Kur- und Erholungsorte eine Abgabe erheben. Viele klamme Gemeinden wie Vöhl blieben daher auf ihren Ausgaben für touristische Angebote wie Schwimmbäder und Radwege sitzen. Das Henkelerlebnisbad etwa hat 2016 ein Minus von 292 000 Euro erwirtschaftet.

Das geänderte Kommunalabgabengesetz sieht nun vor, dass Gemeinden, die nachweislich erhöhte Ausgaben für den Tourismus haben, einen Beitrag von Unternehmen erheben dürfen, die davon profitieren. Dazu würden beispielsweise Hotels, Gaststätten und Zimmervermieter zählen. Diese könnten die Abgabe aber ähnlich wie eine Kurtaxe an die Touristen weiterreichen.

Ob die Gemeinde Vöhl tatsächlich eine Tourismusabgabe erheben wird, ist noch völlig offen, eine Entscheidung darüber ist mit dem Beschluss von Montag noch nicht gefallen. Wird die Kommune als Tourismusort anerkannt, müsste die Gemeindevertretung erneut über eine entsprechende Satzung beraten.

Die Vöhler Gemeindevertreter sehen das Prädikat aber auch als touristisches Aushängeschild: Es verbriefe Qualitätskriterien, heißt es in den Erläuterungen zur Gemeindevertretersitzung. „Der Gast kann damit (...) auf ein qualitativ definiertes Infrastrukturangebot setzen.“

Zwar haben in der Gemeinde Vöhl bereits einzelne Ortsteile die Prädikate Luftkurort oder Erholungsort. Die Anerkennung als Tourismusort durch das Land bezieht sich aber auf das gesamte Gemeindegebiet.

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