Im Einmündungsbereich gilt Tempo 100

Herzhäuser kritisiert hohe Geschwindigkeiten am Ortsausgang

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Am Ortsausgang von Herzhausen Richtung Frankenberg darf 100 gefahren werden – obwohl dort auch Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind und es mehrere Abzweigungen gibt. 

Herzhausen. Auf 70 Stundenkilometer wurden Auto- und Lkw-Fahrer am Ortseingang von Herzhausen heruntergebremst, als die Bauarbeiten an der Brücke Richtung Buchenberg noch liefen. Nun gilt wieder Tempo 100. Das kritisiert Manfred Zottnick.

Ginge es nach ihm, wäre dort auf der Bundesstraße dauerhaft Tempo 70. Alles andere sei aufgrund der Abzweigungen und der Fußgänger am Nationalparkbahnhof zu gefährlich, findet der Herzhäuser.

Tausende Autos und Laster rollen täglich über die Bundesstraße 252 und durch den Vöhler Ortsteil Herzhausen. Das birgt Gefahren, verursacht Lärm und Schadstoffemissionen, sagt Manfred Zottnick.

Fast jeden Morgen geht er mit seinem Hund an der Bundesstraße entlang spazieren und beobachtet dabei den Pendlerverkehr. Immer wieder stelle er dabei fest, dass Autofahrer direkt am Ortsausgang – noch vor den Abzweigen nach Harbshausen und Buchenberg – Laster überholen. „Manchmal sogar zwei auf einmal“, sagt Zottnick. Er hat Verständnis für die Pendler, die aus gutem Grund nicht über viele Kilometer hinter Lkw fahren wollten. Doch für Fußgänger oder Bahnfahrer, die dort unterwegs seien, werde es dadurch gefährlich.

Er fragt sich, wer die Entscheidung getroffen habe, dort wieder Tempo 100 zu ermöglichen. Aus seiner Sicht sei es zwingend erforderlich, im Interesse der Herzhäuser die Geschwindigkeit wieder zu reduzieren. Möglicherweise könne man auch das Ortsschild versetzen, um Auto- und Lkw-Fahrer früher auszubremsen, oder, in Richtung Frankenberg, ein Schild mit den Worten „Achtung, Ausfahrt“ anzubringen. Diese Maßnahmen würden nicht viel kosten.

Auch Christine Scheffer, Ortsvorsteherin von Herzhausen, würde sich freuen, wenn der Durchgangsverkehr langsamer unterwegs wäre. Viele würden kurz abbremsen wegen der Blitzer und dann gleich wieder Gas geben. Sie regt an, öfter den mobilen Blitzer aufzustellen.

Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert hat „großes Verständnis für den nachvollziehbaren Wunsch“ von Manfred Zottnick. Vom Ortsausgang bis zum Nationalparkzentrum könne man schnell fahren, dann gelte wieder ein Tempolimit. Für die Pendler würde sich also nicht allzu viel ändern, wenn das Tempolimit bereits ab dem Ortsausgang gelten würde, sagt er. Auch aufgrund des Rad- und Gehwegs sei eine Prüfung „überlegenswert“. Die Gemeinde wäre gesprächsbereit, sagt er.

Wenn auch der Ortsbeirat das Anliegen unterstütze, könne man mit den Genehmigungsbehörden einen Vor-Ort-Termin vereinbaren. Allerdings gebe es dennoch „keine Erfolgsgarantie“.

Das sagt der Landkreis

Bevor Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen angeordnet werden können, müssen zunächst Unfallstatistiken ausgewertet und Verkehrserhebungen durchgeführt werden, sagt Petra Frömel, Sprecherin des Landkreises. So könne eine „objektive Beurteilung der aktuellen Verkehrssituation“ vorgenommen werden. Die Ergebnisse würden mit Polizei und Hessen Mobil erörtert. Aktuell könne keine Aussage getroffen werden, ob Maßnahmen notwendig sind. Der Fachdienst Verkehr wolle aber, so Frömel, die Anregung aufnehmen und ein Verfahren zur Prüfung einleiten

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