Koalitionsvertrag von CDU und Grünen

Nationalpark Kellerwald-Edersee könnte um Steilhänge erweitert werden

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Die Steilhänge am nördlichen Rand des Edersees: Die Bedeutung des Gebiets ist aus naturschutzfachlicher Sicht unstrittig. Teile des Areals gelten als einzigartig in Mitteleuropa, es gibt Urwaldbereiche mit besonderen Käferarten.

Die Steilhänge am nördlichen Edersee im Kreis Waldeck-Frankenberg gelten bei Naturschutzexperten als Kleinod, das besonders geschützt werden sollte.

Umweltministerin Priska Hinz hat jedoch – mit Verweis auf ein altes Versprechen des Ministeriums – stets abgelehnt, den Nationalpark Kellerwald-Edersee um das Areal zu erweitern. Nun die Kehrtwende: Im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen ist die Ausweitung angedacht.

Um bis zu 1000 Hektar könnte der Nationalpark wachsen, wenn das komplette Gebiet der Steilhänge aufgenommen würde. Über die Gebietskulisse könne aber aktuell noch keine Aussage getroffen werden, sagt die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg. Sie und Jürgen Frömmrich, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Landtag, betonen, was im Vertrag festgehalten wurde: Die Ausweitung des Nationalparks solle nur im Einvernehmen „mit der Region“ umgesetzt werden. „Wir wollen die Region mitnehmen und im Dialog mit den Kommunen versuchen, eine Lösung zu finden“, so Frömmrich. Allein in Wiesbaden wolle man dies nicht entscheiden.

Die Bürgermeister der Anrainerkommunen Vöhl, Waldeck und Edertal zeigen sich gesprächsbereit – wollen aber auch, dass ihre Sorgen und Wünsche berücksichtigt werden. Zudem hoffen sie auf einen zusätzlichen Nutzen durch eine mögliche Nationalparkerweiterung, auch der Tourismus dürfe nicht leiden. Angedachte Vorhaben dürften nicht gefährdet werden. Das unterstützt auch Claudia Ravensburg.

Dass die Erweiterung nur im Konsens mit Kommunen und Bürgern passieren könne, sagt Manfred Bauer, Leiter des Nationalparkamts. Seien die Menschen dafür, „freuen wir uns auch“. Die Steilhänge hätten eine „gewisse Strahlkraft und sind für den Tourismus ein gutes Argument“, so Bauer.

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