Bus oder Zug? - Diskussion um Zukunft des Schulverkehrs in Vöhl

Die Gemeindevertreter wollen Klarkeit über den Schülertransport, vor allem zur Ederseeschule Herzhausen (Foto). Foto: Rösner

Vöhl. Wie die Schüler aus den Vöhler Ortsteilen künftig zur Schule kommen, wenn die Bahn zwischen Frankenberg und Korbach wieder fährt, war Thema in der Gemeindevertretung.

Ein Schüler wohnt in Dorfitter und steigt morgens in den Bus, um mit der Bahn zur Haltestelle in Herzhausen zu fahren. Von dort läuft er ins Dorf hinauf zur Ederseeschule oder wird mit einem Bus dorthin gebracht. Der Schüler müsste mehrmals die Verkehrsmittel zu wechseln, bei einer Strecke von nur acht Kilometern. Das wäre der Fall, wenn im Sommer die Bahnstrecke Korbach-Frankenberg wiedereröffnet wird und für den Schulweg verwendet werden muss. Die Gemeindevertreter wollen jetzt schon genau wissen, ob dies so kommen könnte.

Sie stimmten in ihrer Sitzung am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Dorfitter für einen Antrag der CDU. Dieser sieht vor, dass die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), die Buslinien betreibt, bis Januar ein Konzept für den Schülertransport erstellen soll. Dafür soll sie sich mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV), der Kurhessenbahn und der Schulleitung der Ederseeschule abstimmen.

Hermann Kubat (CDU) begründete den Antrag damit, dass die jetzigen Verkehrsverbindungen mit Schulbussen gut seien und nicht verschlechtert werden dürften. Würden die Schüler mit der Bahn fahren, müssten sie früher aufstehen. „Die Attraktivität der Großgemeinde wird nicht nur von dem Schulangebot bestimmt, sondern auch von der Qualität und der Sicherheit des Schülertransports.“ In Informationsveranstaltungen zur Reaktivierung der Bahnstrecke sei gesagt worden, dass die Buslinien eingeschränkt würden.

Volker König von der SPD wandte ein, dass noch längst nicht festgelegt sei, inwiefern sich der Bahnverkehr auf die Schüler auswirken werde. Die CDU-Fraktion schüre mit ihrer Argumentation Ängste bei den Bürgern. „Darin spiegelt sich die ablehnende Haltung der Kreis-CDU zur Bahnstrecke wider“, sagte König. Abgesehen von der Begründung befürworte die SPD aber den Beschlussvorschlag, dem sie auch zustimmte.

Der Ortsvorsteher von Dorfitter, Axel Großmann, der für die FWG im Gemeindeparlament ist, betonte die Bedeutung der Buslinie 555. Wie die CDU sorge auch er sich um deren Erhalt, da damit viele Schüler zum Gymnasium nach Korbach fahren. Heinrich Heidel (FDP) ergänzte: „Die EWF soll erklären, wie der Transport nach Korbach und Frankenberg erfolgen soll.“ Außerdem sollte auch die Grundschule in Vöhl in das Erstellen von Fahrplänen eingebunden werden.

Hermann Kubat nannte konkrete Fragen, die es zu klären gelte, wie etwa: Werden Schüler aus Ederbringhausen und Schmittlotheim künftig auf die Bahn angewiesen sein? Müssen Schüler der Ederseeschule künftig zu Fuß vom Bahnhof Herzhausen über die Bundesstraße zur Schule laufen? Die EWF soll der Gemeindevertretung nun ein Konzept vorstellen.

Von Stefanie Rösner

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