Nach dem Tod ihres Mannes

Petra Hallau will sich vom Bahnhof in Herzhausen trennen

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Verkaufsabsichten: Petra Hallau aus Bielefeld will den alten Bahnhof Herzhausen veräußern. Ihrem Hund Leo gefallen aber die großen Grünflächen, die zum Grundstück gehören.

Herzhausen. Ihr gemeinsames Hobby war Bahnhöfe sammeln. Einer von diesen Gebäuden war der alte Bahnhof Herzhausen. Nach dem Tod ihres Mannes vor vier Jahren will sich Petra Hallau jetzt davon trennen.

Sie sammelten Bahnhöfe. Nicht etwa für eine elektrische Eisenbahn, sondern echte Bahnhöfe. Einer von diesen Gebäuden war der alte Bahnhof Herzhausen. Jetzt will sich Petra Hallau davon trennen. Denn ihr Mann Dirk starb vor vier Jahren plötzlich, und die Arbeit mit den Bahnhöfen wird ihr nun zu viel.

Das Ehepaar aus Bielefeld besaß seit Anfang der 90er elf Bahnhofsgebäude in ganz Deutschland, alle zwischen 1880 und 1920 erbaut. Mittendrin liegt das Haus mit drei Stockwerken an den stillgelegten Schienen, wo die Eder in den Edersee mündet, nahe des Nationalparks Kellerwald, auf einem 9000 Quadratmeter großen Grundstück. Bald sollen dort wieder regelmäßig Züge entlangfahren, allerdings wird eine neue Haltestelle näher am Ort gebaut.

Petra Hallau erinnert sich daran, wie das Bahnhofsgebäude aussah, als sie es kauften: Es hatte eine Weile leer gestanden und zeugte zum Teil noch von der Zeit, als es zuletzt Reisende und Mitarbeiter der Bahn genutzt hatten. Ein Fenster mit Klappe zum Serviceschalter im ehemaligen Empfangsgebäude ist noch erhalten und trennt jetzt den Wohn- und Essbereich im Erdgeschoss vom Schlafzimmer. Die Hallaus hatten aber viel zu renovieren. „Es sah schlimm aus, richtig verwüstet“, sagt Petra Hallau.

Viel Arbeit investiert 

Das Ehepaar zog einige Wände in die über drei Meter hohen Räume ein, durchbrach andere, entfernte Fußböden, setzte neue Fenster ein und installierte Heizungen. „Es war viel Arbeit“, sagt Hallau. Aber es war „nur eine Freizeitbeschäftigung.“ Ihr Mann hatte einen körperlichen Ausgleich zu seinem Job gesucht. So entwickelte er dieses besondere Hobby und nahm seine Frau oft mit. „Mein Mann hatte einen Tick“, sagt sie und schmunzelt. „Ich würde mir wünschen, dass es ein Bahnhofsliebhaber übernimmt.“

Zwei Ferienwohnungen 

Wichtig ist ihr aber, dass das Gebäude überhaupt verkauft wird. Ungefähr 280.000 Euro stellt sie sich als Verkaufspreis vor. Derzeit befinden sich im Erdgeschoss und im zweiten Stock Ferienwohnungen. Das erste Stockwerk ist vermietet. Der angrenzende Güterschuppen dient als Lagerraum. Darunter befindet sich ein zugeschütteter Gewölbekeller.

Die Ferienwohnungen seien meist gut besucht, so übernachten dort auch an Weihnachten Gäste. Einige Stammgäste gibt es im alten Herzhäuser Bahnhof auch. „Viele sind zehn Mal hier gewesen“, berichtet Petra Hallau. Sie selbst habe dort auch einige Male Urlaub gemacht. Sie schätzt vor allem den Platz darum herum. „Kinder können sich hier richtig austoben.“ Ihre beiden Kinder sind mittlerweile erwachsen und verbringen noch immer gerne Urlaubstage in den Bahnhöfen, die die Familie teilweise als Ferienwohnungen nutzt. Zwei der Gebäude hat Petra Hallau aber bereits verkauft.

Kontakt: Interessenten für die Immobilie können sich wenden an 05 21/ 39 21 01.

Von Stefanie Rösner

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