Gut für Kurzstrecken

Pflegedienst aus Vöhl setzt auf Elektro-Fahrzeuge

Sie glauben, dass E-Autos die Zukunft sind: (von links) Hendrik Hellige (Geschäftsführer J&P Pflege am Edersee), Norman Siegel (Pflegedienstleitung), Lars Neige (EWF) und Markus Beil (Autohaus Beil Frankenberg/Korbach) an einem der sechs Renaults Zoe mit E-Motor. Foto: Rösner

Vöhl. Der linke Fuß ruht, eine Kupplung gibt es nicht. Kein Benzingeruch, kein Lärm beim Beschleunigen. Nur der Fahrtwind ist zu hören.

Ansonsten sind die Unterschiede zu einem mit Kraftstoff betriebenen Auto nicht zu spüren. Das Elektroauto lässt sich leicht fahren und sieht sogar schick aus. Es macht sich gut auf einer Kurzstrecke.

Einwandfrei ließen sich die E-Autos fahren, die Hendrik Hellige für sein Unternehmen J&P Pflege in Vöhl neu angeschafft hat. Der Geschäftsführer des Pflegedienstes schwärmt von einem „sehr angenehmen Fahrgefühl“, das sogar den Alltagsstress reduziere. Wenn er von seinen Erfahrungen mit den strombetriebenen Fahrzeugen berichtet, hört es sich an wie in einer Werbung für Elektroautos.

„Wir sparen schon jetzt“, sagt Hellige ein paar Wochen nach dem Kauf der sechs neuen Renaults des Modells Zoe zu je 18 500 Euro. Die Autos werden einfach an der Steckdose aufgeladen, und los geht die Tour. 100 Kilometer Fahrtstrecke kosteten somit nur circa drei Euro. Die Wartungskosten seien gering; zum Beispiel muss niemals Öl ausgetauscht werden. Die acht Mitarbeiter der Firma J&P Pflege müssen nicht zur Tankstelle fahren, sondern können die Wagen zwischen den durchschnittlich 50 bis 70-Kilometer-Touren an einer der drei Schnell-Ladesäulen am Firmengebäude in Vöhl aufladen. Nach anderthalb Stunden sei die Batterie voll.

Das reiche für ungefähr 160 Kilometer, erläutert Markus Beil vom Autohaus Beil, der Händler, über den der Pflegedienst die neuen Autos erworben hat. Für Zwecke wie die ambulante Pflege, wo mehrere kurze Fahrten täglich anstehen, seien diese Autos perfekt, sagt Hendrik Hellige.

„Keiner von uns ist vorher ein E-Fahrzeug gefahren“, sagt Hellige. „Eine Kollegin wollte dann aber nicht mehr aussteigen, nachdem sie es getestet hatte.“

Die technische Entwicklung von Autos mit Elektroantrieb habe in den vergangenen Jahren einen großen Sprung gemacht. Auch das Design sei mittlerweile ansprechend, findet der Pflegedienstleiter Norman Siegel. „Man fährt anders, weil die Reichweite angezeigt wird“, sagt Siegel. „Und wenn das Auto rollt, wird der Akku aufgeladen.“ Bei achtsamer Fahrweise reiche der Strom also für eine weitere Strecke.

„Ich habe früher Autos gefahren, da schäme ich mich heute für“, sagt Siegel. Wagen, die viel Sprit verbrauchen, sind seiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß. Gerade auf dem Land, wo viele kurze Strecken gefahren würden, lohnten sich Elektroautos. Diese seien viel umweltfreundlicher, da keine Schadstoffe austreten.

„Warum fördert der Staat den Kauf von E-Autos nicht?“, fragt sich Norman Siegel.

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