Seit 15 Jahren ist der Förderkreis aktiv

Die ehemalige Synagoge liegt in der Mitte von Vöhl und ist vom Förderkreis restauriert worden. Archivfoto: nh

Vöhl. Sie erinnern an das christlich-jüdische Zusammenleben in Vöhl, an frühere jüdische Bürger und deren Kultur, sie erhalten die ehemalige Synagoge und bieten seit Jahren hochklassige Konzerte an: Im November feiert der Verein zur Förderung der alten Synagoge Vöhl sein 15-jähriges Bestehen.

Die Mitglieder des Förderkreises Synagoge in Vöhl engagieren sich auf vielfältige Weise. Der Verein wird am 9. November 15 Jahre alt.

Zum Jahrestag veranstaltet der Förderkreis mit der evangelischen Kirche wieder eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 1938. Dann will der Verein auch an die vergangenen Jahre seit seiner Gründung 1999 erinnern, kündigt Beisitzer Karl-Heinz Stadtler an. Am Samstag, 8. November, tritt die Gruppe „Aufwind“ in der Synagoge auf. Sie spielt jiddische Lieder und Klezmermusik.

Ein Programm mit zehn Konzerten im nächsten Jahr steht bereits, Ausstellungen werden gezeigt, und ein neues Archiv für Bücher und Filme ist geplant. Der Verein mit mehr als 200 Mitgliedern ist aktiv und lockt Besucher aus ganz Deutschland an - auch über den Tod des früheren Vorsitzenden Kurt-Willi Julius hinaus. Er starb im März dieses Jahres. Die Synagoge und der Förderkreis lagen ihm besonders am Herzen. Der neue Vorstand mit der kommissarischen Vorsitzenden Ingeborg Drüner setzt die Arbeit fort und pflegt die Webseite.

Ein Projekt ist derzeit der Ausbau des Dachbodens. Alle Räume in dem Fachwerkhaus sind für Veranstaltungen und Ausstellungen belegt. Viele Exponate, Filmrollen und Bücher sollen einen guten Platz bekommen. Dafür soll nun ein Archiv- und Arbeitsraum entstehen. In ehrenamtlicher Arbeit wird dort gebaut. Doch der Platz werde nicht ausreichen, sagt Karl-Heinz Stadtler.

Informationen:

unter www.synagoge-voehl.de

Daher sucht der Verein in Vöhl nach weiteren Räumen, für die er zwar keine Miete zahlen könne, sich aber an den Heiz- und Stromkosten beteiligen würde. „Wir brauchen zusätzlich ein bis zwei Räume“, sagt Stadtler. Aus einem aufgelösten Haushalt in Frankenau hat der Förderkreis Judaica-Bücher bekommen, die ungefähr 40 Quadratmeter Platz in Anspruch nehmen. Diese Literatur über jüdische Geschichte und Kultur und über Judenverfolgung müsse gelagert werden. Außerdem gebe es Akten über Opfer des Holocausts vom Internationalen Suchdienst (ITS). „Wir wollen diese Dinge für jeden Interessierten zur Verfügung stellen.“ Der Verein plant noch mehr Neues: Zum Gedenken an 70 Jahre Befreiung von der NS-Diktatur soll im nächsten Jahr eine 90-Jährige über ihre Haft im Lager von Auschwitz mit Gesang und Erzählungen berichten. Sie spielte damals im Orchester des Vernichtungslagers mit. „Wenn Häftlinge zur Arbeit das Lager verließen und wiederkamen, spielte die Kapelle auf dem Appellplatz in der Mitte des Lagers“, erklärt Stadtler. (srs)

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