Bürgerversammlung zur kritischen Finanzsituation der Stadt Volkmarsen

Viele interessierte Zuhörer: Knapp 200 Volkmarser waren in die Nordwaldeckhalle gekommen, um sich über die Finanzsituation informieren zu lassen. Foto:  Renner

Külte. Fast 200 Menschen wollten am Mittwochabend wissen, wie es um die finanzielle Zukunft der Stadt Volkmarsen steht. In der Nordwaldeckhalle in Külte informierten Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Kämmerer Hendrik Vahle sowie Stadtverordnetenvorsteher Burkhard Scheele - und stellten sich außerdem Fragen und Kritik.

Dass wichtige Steuereinnahmen in den vergangenen Jahren teilweise gesunken sind, während Ausgaben wie für die Kinderbetreuung gewachsen sind, erläuterte Linnekugel zunächst. Hohe Ausgaben und Investitionen würden anfallen, beispielsweise bei der Erhaltung von Dorfgemeinschaftshäusern. Das Problem: „Dorfgemeinschaftshäuser, Feuerwehren und Sporthallen kann man nicht gewinnbringend betreiben,“ so Linnekugel.

Teure Kinderbetreuung

„Uns droht ein schwieriges Jahr“, sagte Burkhard Scheele. Beispiel: Die Kinderbetreuungseinrichtungen. Rund eine Million Euro Defizit fallen allein in diesem Bereich pro Jahr an, die Elternbeiträge würden bei weitem nicht ausreichen.

„Sporthallen kann man nicht gewinnbringend betreiben.“

Eine finanzielle Belastung für die Stadtkasse sind vor allem auch die zahlreichen freiwilligen Leistungen, die die Stadt erbringt. So sind für die Nordhessenhalle in Volkmarsen im aktuellen Haushaltsjahr 157 514 Euro eingeplant. Es sei viel investiert worden, um die Halle „energetisch fit“ zu bekommen, so der Bürgermeister. Doch nun gebe es nicht „die Veranstaltungen, die wir uns vorstellen“.

Ein „Stück weit Sorgen“ bereite auch das Volkmarser Burgschwimmbad. Zusammen mit dem Freibad in Ehringen stehen die Schwimmbäder mit fast 133 000 Euro Kosten im Haushaltsplan, der weitaus größte Teil davon ist dem Bad der Kernstadt geschuldet.

Insgesamt gesehen wird es im Haushalt 2014 wohl ein Defizit von knapp 274 000 Euro geben. Im kommenden Jahr werden gut 333 000 Euro fehlen. Die Schutzschirm-Vorgabe, ab 2016 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, werde man nicht erreichen.

Dass es nicht viele Möglichkeiten gibt, die Finanzsituation in den Griff zu bekommen, wurde ebenso deutlich. Entweder könnten Steuern wie Grund- oder Gewerbesteuer erhöht werden oder Leistungen geändert oder gar gestrichen werden. (ren)

Was die Bürger zur Lage zu sagen hatten und welche Vorschläge gemacht wurden, um die Finanzsituation wieder in den Griff zu kriegen, lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der Waldeckischen Allgemeinen.

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