Nur noch bis zum 30. Juni geöffnet

Demo gegen Schließung des Jugendzentrums in Volkmarsen

Demonstration für das Volkmarser Jugendzentrum: Rund 50 Menschen kamen an die Nordhessenhalle, um für den Erhalt des Jugendzentrums zu demonstrieren. Foto:  Renner

Volkmarsen. „Sparen an der Jugend ist falsch" riefen die Demonstranten den Stadtverordneten entgegen. Genutzt hat es nichts mehr, das Volkmarser Jugendzentrum wird geschlossen.

„Volkmarsen hat einen sozialen Brennpunkt, viele wissen nicht, wohin“, sagte Jenny Ried, die den Protest kurzfristig auf die Beine gestellt hatte. Das Schließen des Jugendzentrum sei „sparen am falschen Ende“. Dass es auch bei Jugendarbeit um „soziale, gesellschaftliche Verantwortung“ geht, betonte Daniel Seiler. Als Anlaufstelle sei das Jugendzentrum wichtig.

Bei der Sitzung wurde es schließlich eng, immer wieder mussten weitere Stühle geholt werden, damit alle einen Platz in der Nordhessenhalle finden und die Sitzung mitverfolgen konnten. Dort erlebten die Zuschauer eine harte Diskussion. Die SPD-Fraktion hatte den Antrag gestellt, das Jugendzentrum weiterzuführen und dafür die gleichen Haushaltsmittel wie im vergangenen Jahr einzuplanen. Außerdem solle der Magistrat eine interkommunale Zusammenarbeit prüfen, so der Antrag.

„Offene Jugendarbeit ist zeitgemäß, notwendig und unverzichtbar“, sagte Arno Walprecht, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Liste (UL). Lediglich rund 40.000 Euro jährlich ließen sich durch die Schließung einsparen, sagte er.

Die Argumente, die damals für die Einrichtung eines Jugendzentrums sprachen, würden auch heute noch gelten, sagte Hartmut Fischer (FDP). „Jugendarbeit ist nur bedingt bewertbar, hat aber einen großen Wert.“

„Gut hingekriegt, ihr Betonköpfe“

Dass die jungen Menschen durch die Demo mit den Füßen abgestimmt hätten, sagte Bruno Kramer, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Wir machen etwas kaputt, wenn wir das Jugendzentrum nicht weiter als öffentliche Aufgabe begreifen“, sagte Monika Swoboda (SPD). Bei allen Bemühungen um den finanziellen Ausgleich dürfe man nicht den Fehler machen und das Zentrum schließen, sagte Thomas Neutze, FDP-Fraktionsvorsitzender.

Dass es eine Diskussion gebe sei gut, sagte FWG-Vorsitzender Klaus Teppe. Seine Zustimmung zu dem Antrag könne er allerdings nicht anbieten. Dafür aber, so schlug er vor, eine Gesprächsrunde, in der Alternativen besprochen werden könnten. Dass die Schließung kein „Aus für immer bedeuten muss“, sagte Ingbert Lauhof, Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Bei 13 Ja- und 15 Nein-Stimmen wurde die Schließung schließlich zum 30. Juni 2015 beschlossen. „Gut hingekriegt, ihr Betonköpfe“, rief Walprecht daraufhin in die Runde. Auch viele Zuschauer machten ihrem Ärger Luft. „Sauerei“, kommentierte einer, einige junge Mädchen weinten.

Von Julia Renner

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