Närrisches Hospital: Doktorspiele und ein ernster Männerschnupfen

Rotes Kreuz und rot Uniformen: Beim Volkmarser Feuerwehrkarneval drehte sich alles um ein närrisches Hospital. Fotos. Deutschländer

Volkmarsen. Ein ganzes Hospital in Narrenhand - das kann ja heiter werden. Stimmt - genauso war es beim Volkmarser Feuerwehrkarneval.

Wenn Herrn Faulstichs „Flattern in der Hose“ behandelt wird, die „Wartenden“ im Publikum eine Live-Geburt erleben, nebenbei Phil Collins auftritt und es reihenweise Witze gibt - dann feiern die Volkmarser ihren Feuerwehrkarneval. Ein Tag, der die Karnevalsbegeisterten seit Jahren in seinen Bann zieht. Das Ergebnis: Bei bester Stimmung war die Nordhessenhalle am Samstagabend wieder prall gefüllt.

Die Feuerwehrleute entführten ihre fast durchweg verkleideten Gäste in diesem Jahr in das St. Florian-Hospital - mit all den Abteilungen, die zu einem Krankenhaus nun einmal dazugehören. Das begann in der Notaufnahme mit dem „sehr ernsten“ Männerschnupfen und mündete im OP in der Darmspiegelung, bei der dummerweise Gleitmittel und Sekundenkleber vertauscht wurden.

Rolf Schümmelfeder, viele Jahre Vereinsvorsitzender der Feuerwehr und am Samstag als Prof. Dr. unterwegs, führte als ärztlicher Direktor durchs Programm. Er sagte: „Ohne Privatpatienten kann eine Klinik ja gar nicht leben.“ Dass Phil Collins und später auch „Die Ärzte aus der Urologie“ mit „Westerland“ auf der Bühne standen, kam ihm da gerade recht. Collins (verkörpert von Gerrit Vahle), in Behandlung wegen einer Haartransplantation, diene laut Schümmelfeder als Vorbild für Bürgermeister Hartmut Linnekugel. „Phil Collins hatte vorher auch so einen Haarkranz wie Sie“, sagte er scherzend.

Schwester Rabiata 

Klar wurde , dass auch das St. Florian-Hospital von Einsparungen betroffen ist. „Deshalb“, so Schümmelfeder, „gibt es bei uns Schwester Rabiata.“ Früher in Diensten der Bundeswehr, machte sie ihrem Namen alle Ehre. Da wurden auf Anweisung Zähne geputzt, sich gewaschen und der Toilettengang verrichtet - und all das mit einer Bürste, einem Lappen und einem Blatt Toilettenpapier.

Wie Physiotherapie im Volkmarser Hospital geht, demonstrierte mitreißend eine weitere Gruppe von Brandschützern. Die Haustechniker machten Musik mit ihren Werkzeugkästen, die Urologen sprachen von „Bad Volkmarsen“, während man sich auf der Geburtsstation auf einen der Höhepunkte des Abends vorbereitete: eine Live-Geburt mit Alberta.

„Und wie immer sind die Männer die Problemfälle bei Geburten“, sagte der leitende Arzt nach dem Zusammenbruch von „Klausi“. Doch das „Neugeborene“ kam wohlbehalten zur Welt, es folgten temperamentvolle „Doktorspiele“ der jungen Ärzte. Und am Ende des dreistündigen Programms war wieder einmal klar: Die Volkmarser Feuerwehr hat mit ihrem Karneval ins Schwarze getroffen.

Feuerwehrkarneval in Volkmarsen

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