Ein kirchlicher Träger fehlt

Neue Lösungsvorschläge zum Erhalt des Jugendzentrums in Volkmarsen

Stehen für den Erhalt der städtischen Jugendarbeit: Stadtjugendpfleger Marcos Koutelas (Zweiter von links) Jugendpfleger Ulrich Faß-Gerold und Kathrin Harder mit den beiden Jugendlichen Maurice (14 Jahre) und der 18-jährigen Nancy (rechts), die den Anwesenden bewegend erklärte, wie wichtig das Jugendzentrum für die Jugendlichen in Volkmarsen ist. Foto:  E. Müller

Volkmarsen. Auf der Suche nach Lösungsvorschlägen, um das Jugendzentrum im Volkmarsen doch noch zu erhalten, wurde kurzfristig eine Informationsveranstaltung veranstaltet.

Anberaumt hatte sie Initiatorin Kathrin Harder. Mit Ulrich Faß-Gerold war es ihr gelungen, einen kompetenten Gesprächspartner einzuladen, der seine Erfahrungen im Bereich Jugendarbeit darstellte.

Neben Mitgliedern des Magistrats und einigen Stadtverordneten waren auch Eltern und Jugendliche gekommen, um eventuelle Lösungsvorschläge zu erörtern.

Als positives Beispiel brachte Ulrich Faß-Gerold seine Erfahrungen als Jugendarbeiter im Kirchenkreis Upland und als Vorsitzender des Kreisjugendrings Waldeck-Frankenberg vor. Dabei wurde deutlich, wie eng verzahnt Schulsozialarbeit und offenen Jugendarbeit sind.

„Es gibt kein Entweder - Oder. Jugendpolitisch wäre es falsch, eines davon aufzugeben.“ Aus seiner Sicht gehören Schulsozialarbeit und offene Jugendarbeit zusammen. Einen Förderkreis zu bilden sei ein guter und wichtiger Gedanke. „Über einen Förderkreis ist es möglich, potentielle Sponsoren zu erreichen“, betonte Faß-Gerold. Auch die Einbeziehung kirchlicher Träger sei eine gute Option. Zurzeit werde das Jugendzentrum zu 100 Prozent über kommunale Mittel finanziert, informierte der FWG-Fraktionsvorsitzende Klaus Teppe. „Leider fehlt ein kirchlicher Träger hier in Volkmarsen.“

„Die offene Jugendarbeit ist eine feste Säule, die unbedingt erhalten bleiben muss“, stellt Ulrich Faß-Gerold noch einmal heraus. Die Jugendlichen, die das Jugendzentrum besuchen, brauchen den Kontakt und die stabile Beziehung zum Jugendpfleger. Deswegen müsse Jugendarbeit haushaltspolitisch auch weiterhin unbedingt gefördert werden. Zwar stehe das Thema Schulsozialarbeit aktuell auch gerade auf dem Prüfstand. Doch der Landkreis stehe dazu, diese zu erhalten und eventuell sogar noch aufzustocken, ist sich Faß-Gerold sicher.

„Sicher, es gibt viele Jugendliche, die brauchen das Jugendzentrum nicht. Aber die, die es brauchen, kommen hier her, weil sie hier einen wichtigen Ansprechpartner finden“, weiß Ulrich Faß-Gerold. „Ins Jugendzentrum kommen Jugendliche, die nicht in Vereine gehen“, hebt Klaus Teppe hervor. „Sie werden hier aufgefangen und betreut.“

Das Ziel des Jugendzentrums sei es, die Jugendlichen in eine Richtung zu führen, so Faß-Gerold. Und die Aufgabe des Jugendpflegers ist es, die Jugendlichen an die Hand zu nehmen. „Das ist mit einer ökonomischen Kosten-Nutzung-Rechnung nicht möglich“, sagte er und überreichte als erste Finanzspritze eine Spende des Kreisjugendrings in Höhe von 500 Euro. (zek)

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