Kreiskrankenhaus Frankenberg wäre einbezogen worden

Aus für Geburtshilfe in Volkmarsen: Landkreis hatte einen "Plan B"

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Die Geburtshilfeabteilung im St. Elisabeth-Krankenhaus Volkmarsen wird zum 30. Juni geschlossen. Versuche beim Landkreis zum Erhalt brachten keinen Erfolg. 

Volkmarsen. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat einen „Plan B“ präsentiert, um die Geburtshilfeabteilung in Volkmarser wenigstens temporär zu erhalten. 

Dabei hätte auch das Kreiskrankenhaus Frankenberg eine wichtige Rolle gespielt, wie Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese gegenüber unserer Zeitung erklärte.

In Gesprächen mit Hebammen, Gynäkologen, Krankenhausleitung, dem Volkmarser Bürgermeister Hartmut Linnekugel sowie den Kollegen in den Nachbarkreisen Höxter und Kassel sowie mit dem Sozialministerium seien Möglichkeiten ausgelotet worden, um das Aus der Geburtshilfe in Volkmarsen zu verhindern.

Den Hebammen wie den Belegärzten sei vorgeschlagen worden, wenigstens für eine Übergangszeit als Teilzeitkräfte beim Kreiskrankenhaus Frankenberg tätig zu sein, Über die Trägerhaftpflicht wären Hebammen und Gynäkologen versichert worden. „Aber dazu gibt es keine richtige Neigung“, stellte Frese fest.

Direkte Zuschüsse des Kreises seien aus beihilfe- oder wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht möglich. Aber der Kreis habe angeboten, 100 Euro pro Geburt als Ausgleich der nach den Tarifverhandlungen entstandenen Lücke zu gewähren.

„Aus nachvollziehbaren Gründen“ könne der aber für Kinder aus den Nachbarkreisen nicht gezahlt werden. Von den Kreisspitzen in Höxter und Kassel sei eine Unterstützung auch nicht zugesagt worden, zumal auch in Hofgeismar die Geburtshilfestation in Frage stehe.

Ferner sei vom Kreis angeboten worden, ein zinsloses Darlehen zu gewähren. Damit hätte der den Hebammen gewährte Sicherstellungszuschlag zur Finanzierung der Haftpflichtversicherung bereits im laufenden Jahr finanziert werden können. Die Auszahlung des Zuschlags ist normalerweise erst für das Folgejahr vorgesehen.

Leider würden die außerdem zwischen Ärztekammer und Krankenkassen vereinbarten Zuschläge nicht gezahlt werden, wenn die zumutbare Anfahrtzeit für werdende Mütter von 40 Minuten eingehalten werde.

Schließlich sei zu dem hessischen Sozialministerium Kontakt aufgenommen worden. Der Koalitionsvertrag habe auch die Stärkung der Geburtshilfeabteilung zum Ziel. Doch in diesem konkreten Fall kommen die Bemühungen zu spät, bedauerte Frese.

Von der Krankenhausleitung in Volkmarsen hatte Geschäftsführer Michael Schmidt darauf hingewiesen, dass die Schließung der Geburtshilfeabteilung nicht allein aus finanziellen Gründen erfolge. Diese sei in besonderem Maße auch dadurch begründet, dass eine Nachfolge für die Belegärzte schwer zu finden sei.

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