Volkmarsen, Schurri! Fünf Stunden Musik, Tanz und Büttenreden

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Der neue Regent bei der Großen Prunksitzung in Volkmarsen: Prinz Jürgen Salokat, auch Mr. Wichtig genannt, feiert heute den Gala-Abend des Volkmarser Karnevals in der Nordhessenhalle. In der Bütt der neue Präsi, Christian Diste.

Volkmarsen. Ein fünfstündiges Spektakel aus Musik, Tanz und Büttenreden haben am Samstag die Besucher der Großen Prunk- und Fremdensitzung in Volkmarsen geboten bekommen. Eine Schurri-Rakete nach der anderen flog durch die Nordhessenhalle.

„Da staunt man im Landkreis, das sage ich hier; keiner feiert so toll wie wir.“ Die Volkmarser haben ihren Anspruch, eine der Karnevalshochburgen in Waldeck-Frankenberg zu sein, wieder einmal untermauert. Was Sitzungspräsident Markus Kremper ankündigte, setzten dutzende Akteure in die Tat um. Die große Prunk- und Fremdensitzung der Volkmarser Karnevalsgesellschaft (VKG) bot am Samstagabend ein fünfstündiges Programm aus Tanz, Reden in der Bütt und großer Show. Im Mittelpunkt standen dabei die Tollitäten, das diesjährige Dreigestirn.

Prinz Jürgen II. Salokat, seine Prinzessin Daniela I. und Adjutant Peter II. Fechner wurden prächtig unterhalten. Beispielsweise von Lena Michels, die als Tochter von Elferrat Andre Michels in die Bütt ging. „Da reden sie alle viel und ohne Sinn, und mein Vater ist mittendrin“, sagte sie. Einer der umjubelten Programmpunkte war der Auftritt der „Prinzessin Daniela-Garde“. Entstanden aus einer Wette zu Jugendzeiten, brachten Gardemädchen „in Rente“ die Halle zum Kochen. Damals hatten sie gewettet, dass getanzt wird, wenn eine von ihnen Prinzessin wird.

„Dass das 25 Jahre dauert, hat aber niemand gedacht“, hieß es. Umso größer war die Freude über das eingelöste Versprechen, eine Zugabe gab's gleich dazu. Nur gut, dass darin kein Schlager vorkam. Denn es folgte Tobias Schreiber, der mit dieser Art von Musik nun gar nichts anfangen kann. Der Wrexer nahm Hits von Heino und Co. gekonnt auf ihre grammatikalischen Fehler und inhaltlichen Ungereimtheiten auseinander. Das Publikum tobte. Der „Volkemisser Land-Eid“ So auch bei Alois Sendker alias Bauer Alois. Er feuerte einen Spruch nach dem anderen ab. „Wir waren neulich auf einer Blumenhochzeit. Sie ist verwelkt und er ist verduftet.“

Freunde und Vorstandskollegen des Dreigestirn nahmen die Tollitäten mit Erzählungen aus deren Leben aufs Korn. Louisa Salokat schwor wie schon 2014 den „Volkemisser Land-Eid“ – in veränderter Form allerdings. In ihrem Blick in die Zukunft sind die Nordwaldeck-Kommunen dank einer Gebietsreform eins, angeführt von Volkmarsen. Ein letztes Mal stand am Samstagabend Pfarrer Edgar Hohmann in der Bütt. „Glaubt nur, ich war gerne hier“, sagte Hohmann. Er, seit mehr als 40 Jahren dienstlich in Volkmarsen tätig, ist zugleich ein Urgestein des Volkmarser Karnevals. Hohmann sprach über die mögliche Schließung des Jugendzentrums „Count Down“.

Volkmarsen, Schurri! Große Prunk- und Fremdensitzung eingeläutet

„Ein bisschen Mühe und Willen zur Integration, und die größten Widerstände wären behoben schon.“ Hohmann nahm das ein oder andere Problem, das es in Volkmarsen gibt, unter die Lupe. Am Ende gab es stehende Ovationen für ihn. Und Wirt Udo Sternberg hieß ihn jederzeit willkommen, wenn er nach Dienstende mal wieder in Volkmarsen vorbei schauen wolle. Eine „Schurri-Rakete“ nach dem anderen tönte dann durch die Halle. Schurri!

Von Luca Deutschländer

www.schurri.de

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