„Ich bin eine Rampensau“: Die Volkmarser Karnevalspräsidenten im Interview

+
Streiten nur zum Spaß: Die Narrenkappe des Präsidenten ist von Markus Kremper (rechts) an Christian Diste übergegangen.

Volkmarsen. 20 Jahre lang war Markus Kremper Präsident der Volkmarser Karnevalsgesellschaft. Anfang des Jahres hat der 53-Jährige das Amt in jüngere Hände abgegeben. Für Christian Diste, 32 Jahre, steht die erste Session als Präsi an. Wir sprachen mit beiden über die Probleme, Dreigestirne zu finden, große Fußstapfen und peinliche Auftritte.

20 Jahre sind Sie, Herr Kremper, als Karnevalspräsident dabei gewesen, haben das karnevalistische Geschehen in Volkmarsen maßgeblich geprägt. Warum ist jetzt Schluss?

Markus Kremper: Nach 20 Jahren fehlen einem ein klein bisschen die Ideen. Ich hätte das natürlich noch lange genauso weitermachen können, aber der Karneval verändert sich, wird moderner und erfordert neue Ideen. Da ist man nach 20 Jahren zu abgestumpft. Für die Leitung des Vereins war es höchste Zeit, das Amt abzugeben. Und beruflich sind die Anforderungen für mich so gestiegen, dass ich das nebenbei nicht mehr stemmen konnte.

Herr Diste, die Fußstapfen, in die Sie jetzt treten, sind ziemlich groß, oder?

Christian Diste: Ja, die sind ziemlich groß. Aber es ist gut, wie wir den Übergang hinbekommen haben. Dass Markus weiter als Programmchef und Sitzungspräsident im Vorstand ist und wir so einen fließenden, gemeinsamen Übergang machen und den Karnevalsverein und den Karneval zusammen weiterführen.

Wollen Sie dem Volkmarser Karneval Ihren eigenen Stempel aufdrücken?

Diste: Dabei geht es ja nicht um mich, wir sind ein Team von sieben Mitgliedern im Vorstand und wir haben einen aktiven Elferrat. wir wollen das zusammen machen und entwickeln zusammen als Team neue Ideen.

Gibt es denn schon neue Ideen? Könnte sich etwas ändern?

Diste: Ich weiß nicht, ob sich gleich etwas ändert. In der heutigen Zeit ist es erstmal wichtig, dass der Karneval so bleibt, wie er ist. Dass wir weiter die Veranstaltungen haben und es schaffen, dass auch die Vereine weiter ihre Karnevalsveranstaltungen machen und dass wir diese Vielfalt in Volkmarsen erhalten. Das ist in der heutigen Zeit schon schwierig genug. Und dann muss man sehen, welche neuen Ansätze man vielleicht hat.

Kremper: Wir haben schon ein paar Ansätze, aber das ist noch so in der Anfangsphase, das ist noch nicht spruchreif, das muss sich noch entwickeln. Aber der Karneval entwickelt sich weiter und wir müssen und wollen mitgehen. Wir wollen vorne dran sein. In diesen paar Jahren, in denen ich dabei bin, hat sich der Karneval gewaltig verändert. Allein die Technik: Wir haben früher mit ein, zwei Mikrofonen und mit einer Tontechnik, die mehr schlecht als recht war, übertragen.

Wenn Sie an die letzten 20 Jahre zurückdenken: Gibt es einen besonders peinlichen, lustigen oder vergeigten Auftritt?

Kremper: Das ist immer relativ. Als Karnevalist kann man eigentlich nie peinliche Auftritte machen. Für einen Karnevalisten ist es eine Herausforderung, auf die Bühne zu gehen, das war es auch für mich immer. Ich bin aber auch eine Rampensau. Und dann passiert es natürlich schon mal, dass man Namen verwechselt. Lange Zeit war mal der Knaller: Ich hatte von den Trainerinnen die Namen der Garden bekommen und da muss ein falscher Zettel reingerutscht sein, vom Vorjahr. Dann habe ich die falschen Namen vorgelesen und der Saal rief dann immer „Falsch!“. Sonst sind die letzten 20 Jahre recht stressfrei verlaufen. Sie sind irre schnell rumgegangen.

Welchen Rat haben Sie Christian Diste mitgegeben?

Kremper:  Wir haben uns schon über so viele Dinge unterhalten. Das ist schwer, in einem Satz unterzubringen. Meine Devise ist immer gewesen „Nichts ist so ernst wie der Karneval“. Aber auch „Nichts ist so schön wie der Karneval“. Das ist eine zweischneidige Angelegenheit. Einen generellen Tipp für Christian? Bleib so, wie du bist! Seine Ideen und sein Ehrgeiz bringen uns gut voran. Und ich bin ja dabei, kann also nix passieren. (lacht) Gut ist der fließende Übergang, alle Fragen kann man auf kurzem Weg klären. Wir zeigen, dass das ohne Ecken und Kanten geht.

Diste: Immer zum Wohle des Vereins. So ist es auch für mich gut. Da muss so viel gemacht werden, dann ist es toll, wenn jemand da ist, den man nur anrufen muss. Da gibt es viele Dinge, die kann man nicht so einfach übergeben. Deshalb ist dieser Übergang so perfekt.

Von Julia Renner

Das vollständige Interview lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Waldeckischen Allgemeinen am Freitag.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.