Volkmarser mimt Nikolaus ganz echt mit Bischofsstab

Sein Vorbild ist der Nikolaus von Myra: Markus Kremper aus Volkmarsen im Bischofsgewand, Stab und Mütze. Foto:  nh

Volkmarsen. Dass ein roter Bademantel mit weißem Besatz, eine rot-weiße Zipfelmütze und ein weißer Bart ausreichen, um sich „Nikolaus" zu nennen, ärgert den „echten" Nikolaus-Darsteller Markus Kremper aus Volkmarsen.

Wenn man den dicken Mann aus der Coca-Cola-Werbung Weihnachtsmann nenne, sei das eine Sache. Der echten Nikolaus aber müsse ein Bischof sein, so wie das Vorbild, der Nikolaus von Myra, so Kremper.

Seit 35 Jahren ist der auch als Sitzungspräsident im Karneval bestens bekannte Kremper schon als Nikolaus unterwegs. Damals kam er über die Katholische Junge Gemeinde (KJG) zu seinem Amt als Würdenträger im Advent.

„Mein erstes Gewand hat mir meine Mutter genäht“, erinnert sich Kremper. Mit der Bischofsmütze, dem Bischofsstab und natürlich mit einem Bart, der große Teile des Gesichts verdeckt, wirkt der stattliche Bischof Kremper wirklich respekteinflößend.

Aber Angst einjagen will er den Kindern, die er besucht, natürlich nicht. „Früher war immer ein grimmiger Knecht Ruprecht mit dem Nikolaus unterwegs. Das mache ich aber nicht. Ich bin ein lieber Nikolaus, der den Kindern zuhört und sie lobt, wenn sie ihr Lied gesungen oder Gedicht aufgesagt haben.“

Aber ein bisschen respektvolle Zurückhaltung seitens der Kinder gehört natürlich schon zum Nikolaus-Besuch. Meistens stecken die Eltern dem Nikolaus schon an der Haustür einen Zettel mit Geschichten über die Kinder zu.

Die kommen ins goldene Buch und dienen als Gesprächsgrundlage. Oft haben sich zwei, drei oder mehr Familien zusammengetan, sodass dann am Nikolausabend eine ganze Kinderschar aufmerksam das Geschehen verfolgt und sich gegenseitig Mut macht.

Ungetrübter Glaube

Kritisch wird die Lage, wenn auch Zehnjährige in der Gruppe hocken und den Kleineren vorführen wollen, dass sie sich mit dem Nikolaus auskennen. „Am schönsten ist es, den Nikolaus vor kleinen Kindern zu mimen, die noch voll von ungetrübtem Glauben an den Nikolaus sind. Deren leuchtende Augen sind dann das Schönste“, schwärmt Markus Kremper.

Er selber hat auch schöne Erinnerungen an seine ersten Begegnungen mit dem Nikolaus: „Ich war immer sehr beeindruckt von unserem Nikolaus, bis mir irgendwann auffiel, dass der Nikolaus mit der Stimme vom Onkel sprach.“

Von Elmar Schulten

Wie sollte der Auftritt des Nikolausbesuches gestaltet werden, damit Kinder die Magie genießen können, ohne Angst zu haben? Das erläutert Sozialpädagogin Constanze Schöttler in der gedruckten Ausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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