Aufruf von Pfarrer und Förderverein

Adorfer Bürger sind gefragt: Ideen zur Sanierung der St. Johannis-Kirche

An der Wand blättert die Farbe ab: Ulla Küthe (Förderverein und Kirchenvorstand) und Pfarrer Sascha Biehn-Tirre zeigen in der St. Johannis-Kirche die Wand mit den größten Schäden. Im Hintergrund steht eine Büste von Martin Luther. Foto:  Schünemann

Adorf. Die Innensanierung der St. Johannis-Kirche ist einen großen Schritt näher gerückt: Mit einem Konzept soll die Gestaltung festgelegt werden. Dazu ruft die Kirche die Gemeindemitglieder zur Beteiligung auf.

Während des Festes am kommenden Sonntag beginnt um 14 Uhr eine Gemeindeversammlung. Dort erhoffen sich Pfarrer Sascha Biehn-Tirre und Ulla Küthe vom Kirchenvorstand und Förderverein Anregungen zur Gestaltung des Kirchenraumes.

Das Mauerwerk und der Turm der romanischen Wehrkiche wurden in den vergangenen Jahren bereits saniert. Damit kommt der Innenraum in den Blick. Dafür wurde im November 2008 der Förderverein gegründet, der sich an der Finanzierung beteiligen will.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Gestaltung immer wieder geändert. So wurden mittelalterliche Wandmalereien bis zu zehn Mal überstrichen. Vor etwa 50 Jahren wurde der Innenraum wieder saniert. Damals wurden die Wände weiß gestrichen und die farbenprächtig bemalten Emporen an den Seitenwänden abgebaut.

Am Sonntag Versammlung 

Biehn-Tirre und Küthe laden alle Gemeindemitglieder ein, sich mit Vorschlägen zu beteiligen. Vor allem Ältere könnten noch sagen, wie der Innenraum von der jüngsten Sanierung gestaltet war. Was machbar erscheint, soll in das Konzept aufgenommen werden, das das Bad Arolser Architekturbüro Müntinga und Puy erstellen wird.

Das Konzept allein kostet 48 000 Euro, die vom Kirchenkreis und der Landeskirche aufgebracht werden, sagte Biehn-Tirre. Darin sollen unter anderem die künftige gestaltung der Wände, die Bestuhlung, Lichtgestaltung, Heizung und eine mögliche Raumaufteilung festgelegt werden, erklärte der Pfarrer.

Wunsch von Pfarrer und Förderverein ist es, ein „Zeitfenster“ auf die teilweise noch erhaltene mittelalterliche Wandmalerei zu öffnen. Im Chorraum ist davon bereits ein kleines Stück provisorisch freigelegt. Das Zeitfenster könnte zeigen, wie es früher in der größten Wehrkirche im Waldecker Land ausgesehen hat.

So hat’s früher ausgesehen: ein Foto aus der Adorfer Kirche vor der Sanierung von 1964 – noch mit den farbenprächtig bemalten umlaufenden Emporen.

Die Sanierung wird allerdings frühestens 2016 beginnen. Für das Jahr planen Kirche und Förderverein die Anmeldung beim Kirchenerhaltungsfonds. Der stockt die Spenden auf, die für die Sanierung gesammelt wurden.

50.000 Euro gesammelt

Bisher hat der Förderverein mit verschiedenen Veranstaltungen und aus Spenden 50 000 Euro gesammelt. Doch die reichen bei weitem nicht, unterstreicht die Vorsitzende Ulla Küthe. Sie hofft auf weitere tatkräftige und ideenreiche Unterstützung des Vereins.

Wieviel die Sanierung kosten wird, steht noch nicht fest und hängt auch davon ab, was in dem Konzept festgelegt wird. 2002 hatte es schon einmal eine grobe Schätzung gegeben, blickt Ulla Küthe zurück. Damals war von 700 000 Mark die Rede. Sie geht davon aus, dass diese Summe jetzt mindestens in Euro notwendig wird.

Hintergrund: Basar für die Kirche

Der Förderverein lädt ein zum Schlachtebüfett und zum ersten Socken- und Handtaschenbasar. Die finden am Sonntag, 2. November, zugunsten der Kirchensanierung statt.

Das reichhaltige Schlachte-Büfett beginnt um 11.30 Uhr im Adorfer Gemeindezentrum. Für 10,50 Euro können sich die Besucher am Büfett mit Suppe, Hauptspeise und Dessert bedienen. Der Verein bittet um Anmeldung bei Familie Zöller, 05633/5434 oder Ulla Küthe, 05633/5875.

Nach dem Schlachte-Essen veranstaltet der Verein den ersten Socken- und Handtaschenbasar. Von 13 bis 16 Uhr werden im Gemeindezentrum gebrauchte, gut erhaltene Handtaschen in verschiedenen Größen sowie Rucksäcke angeboten.

Von Bernd Schünemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.