Deutsche Meisterschaft muss wohl abgesagt werden

Niedriger Wasserstand im Twistesee macht Sportbetrieb zu gefährlich

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Alles fertig, aber Wasser fehlt: Werner Hartmann, Betreiber der Wasserskianlage am Twistesee beklagt, dass er zum ersten Mal in 30 Jahren die Wasserskiseilbahn im Sommer nicht betreiben darf. Schuld ist der Wasserstand. Es fehlen an die 75 Zentimeter.

Bad Arolsen. Das hat es in 30 Jahren Wasserskianlage am Twistesee noch nicht gegeben: Der Wasserstand ist aktuell so niedrig, dass die einzige Wasserskiseilbahn in der Region in diesem Sommer wahrscheinlich nicht in Betriebe gehen kann.

Damit ist auch die Deutsche Meisterschaft im September mehr als fraglich. Wasserski-Betreiber Werner Hartmann ist geknickt, spricht von „Totentanz“ und „High Noon“. 

Nach zwei Unfällen an anderen Wasserski-Seilbahnen im Bundesgebiet hatte der TÜV die Mindest-Wasserhöhe in zwei Schritten immer höher gesetzt, sodass nach derzeitigem Stand 74 Zentimeter Wasser fehlen. Während die längsten Streckenabschnitte über tiefem Wasser verlaufen, hat der Bereich der ersten Kurve, in der erfahrungsgemäß auch die meisten Anfänger aussteigen, zu wenig Wasser unter dem Kiel. - Zu gefährlich. Hier dreht sich erst mal nichts! 

Eine sportliche Katastrophe für den Wasserskiclub und seine eifrigen Sportler, die sich auf die Deutsche Meisterschaft im Wasserski gefreut hatten! 

Anderthalb Jahre dauerten die Vorbereitungen inklusive Sponsorensuche. Jetzt muss alles rückabgewickelt werden. Eine wirtschaftliche Katastrophe aber auch für den Pächter der Gastronomie an der Wasserskianlage. 

Nur wenige Wanderer lassen sich hier nieder, wenn es nichts zu sehen gibt. Dagegen hat das nahgelegene Strandbad schon mehr zu bieten. 

Bleibt die Hoffnung, dass jetzt doch noch kräftig Regen fällt, aber im dann bitte im Einzugsgebiet des Twistesees. Das Unwetter über Massenhausen zum Beispiel ist am Twistesee vorbeigezogen. 

Hier sammelt sich nur das Regenwasser, das in teilen von Korbach, Berndorf, Mühlhausen, Twiste, Elleringhausen, Waroldern und Dehringhausen niedergeht. Die Bäche um Landau fließen nicht in die Twiste. 

Regen kommt nicht an

 „Vor zwei Jahren, kurz nach Ostern, gab es über Nacht ein Unwetter im Einzugsbereich des Sees“, erinnert sich Hartmann. Danach ist der Pegel des Sees in zwei Tagen um 87 Zentimeter gestiegen. Das würde uns jetzt weiterhelfen.“ Doch realistisch ist diese Hoffnung nicht: Der Winter war vergleichsweise trocken, die Böden entsprechend aufnahmefähig für Regen. 

Und jetzt, in der Hauptvegetationsphase, nehmen die Pflanzen den meisten Regen gleich aus dem Boden auf. Da fließt nicht mehr viel in die Vorfluter und Bäche. Es sieht also schlecht aus für die Ausrichter der Deutschen Wasserski-Meisterschaft. 

Es wird auch nicht einfach, einen anderen Ausrichter zu finden: so viele Wasserskianalgen mit Wettkampfmaßen und den nötigen technischen Einrichtungen für einen fairen Wettkampf gibt es nicht mehr in Deutschland“, weiß Werner Hartmann.

Er wünschte sich, der Wasserverband Diemel hätte in den vergangenen Wochen den Abfluss aus dem See etwas gedrosselt, wie er es beantragt hatte, doch am Ende siegte der Naturschutz mit dem Hinweis auf die Äschen, die zwischen dem Abfluss und der Külter Mühle laichen.

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