Weinbau Wilhelm Dietzel und Freunde: 400 Flaschen Wein aus Neudorfer Traube

Tüchtige Erntehelfer: (Bilder unten von links) Ernst Scriba und Waltraud Dietzel, Wilhelm Dietzel löst die Netze und Helmut Ramme-Schulz sorgt für Eimer-Nachschub bei den Helfern. Fotos:  Wüllner

Neudorf. Der wohl nördlichste Weinberg Hessens in Neudorf ist abgeerntet. Das eingespielte Helferteam hat bei Staatsminister a. D. Wilhelm Dietzel die Trauben an „Wilhelm sein Weinberg" gepflückt. Jetzt sind sie in Kisten verpackt auf dem Weg nach Heppenheim. Dort werden sie gekeltert.

Etwa 400 Flaschen Wein der Sorten Johanniter (Weißwein) und Regent (Rotwein) erwarten die Winzerfamilie Dietzel und ihre Weinfreunde zurück. Die Ernte ist ähnlich gut wie im Jahr zuvor ausgefallen. Jedenfalls kein Vergleich zu den Anfangsjahren. Nach der Anpflanzung der ersten Rebstöcke im Jahr 2005 wurde ein Jahr später erstmals geerntet. Zurück kamen 22 Flaschen.

In anderen Weinbaugebieten hat die aus Asien eingeschleppte Kirschessigfliege die Weinernte beinahe verdorben. „Die hatten richtige Probleme“, sagte Dietzel. Und die Fliege ist offenbar zäh und kann auch Minustemperaturen vertragen. Die Kirschessigfliege kann sogar intakte Traubenhüllen durchstechen, um ihre Eier abzulegen. Die Frucht wird danach sauer und verfault. Mit Not-Ernten mussten die Weinanbauer dem zuvorkommen. Deshalb musste die Familie Dietzel jetzt auch schnell reagieren, denn die Keltereien haben ihre Aufgaben schneller als erwartet erledigt und schließen.

In Neudorf ist der Schädling aber zum Glück nicht angekommen. Hier schnappen sich allenfalls Waschbären etwas von den leckeren Früchten. Die roten Trauben waren schon sehr reif, die weißen hätten noch ein paar Tage Sonne vertragen. Dennoch war Dietzel mit den Oechlsegraden (Reifegrad der Trauben) zufrieden: 75 bis 78 bei den weißen Trauben, 70 bei den roten Trauben. Das verspricht ein edles Tröpfchen zu werden.

Von Monika Wüllner

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