Welttag des Sehens: Immer mehr Kinder sind kurzsichtig

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Welttag des Sehens: Paul aus Mengeringhausen probiert bei Augenoptik Vogel in Mengeringhausen eine Brille. Zum Welttag des Sehens weisen Augenärzte und Optiker heute weltweit auf Gefahren für die Augengesundheit hin.

Waldeck-Frankenberg. Heute ist der Welttag des Sehens: Wir sprachen darüber mit Augenärzten aus der Region über Kurzsichtigkeit bei Kindern.

Der Trend ist klar: „Immer mehr Kinder leiden unter Kurzsichtigkeit“, sagt der Korbacher Augenarzt Klaus-Dietrich Roesen, „das ist eine weltweite Entwicklung.“ Die beobachtet auch Optikermeisterin Bianka Vogel aus Mengeringhausen, die sich auf Kinder spezialisiert hat. 

„Mit dem Handy und dem Tablet hat sich die Entfernung zwischen Auge und Bildern verringert“, sagt sie. Die natürliche Leseentfernung sei aber die Unterarmlänge. Auch Dr. Klaus-Dietrich Roesen spricht von zunehmender „Naharbeit“, die er besonders bei Kindern zwischen sieben und 12 Jahren beobachtet. Die Anforderungen für das Auge seien dann höher, Sehstress würde ausgelöst und häufig Schmerzen verursachen.

Der Tipp beider Experten: „Zwischendurch immer mal in die Weite blicken.“ Bianka Vogel nennt das Blickpausen und empfiehlt die auch fürs Büro. „Wer den ganzen Tag auf den Computerbildschirm blickt, sollte sich vornehmen, bei jedem Telefonat aus dem Fenster zu sehen“, sagt sie. Das sei Wellness für die Augen.

Kinder haben es da noch leichter. „Ich empfehle jeden Tag zwei Stunden Bewegung im Freien“, sagt Dr. Klaus-Dietrich Roesen, „dabei fällt der Blick automatisch in die Weite.“ Kinder, die zu selten in die Weite blicken, landen über kurz oder lang beim Optiker oder Augenarzt. „Die Kurzsichtigkeit kann dann nicht mehr repariert, sondern nur mit einer Brille korrigiert werden“, erklärt der Arzt.

Die Ursache für Sehschwächen bei Kindern allerdings liegen längst nicht immer in ihrem Verhalten. „Sie werden auch vererbt“, sagt der Korbacher Arzt. Aufmerksam werden Eltern vor allem dann, wenn sie Schiefstellungen der Augen feststellen oder Kinder beim Lesen den Kopf auffällig schief halten. Dann werden Tests empfohlen. Die sind bei Kindern häufig aufwändiger als bei Erwachsenen.

Von Theresa Demski

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