Landrat hält dagegen

Wette mit dem Landkreis: Schüler wollen Energie einsparen

Diese Schüler gehen die Wette ein. Das Bild zeigt sie mit (v. l.) Tanja Müller und Nico Wirth (beide Landkreis), Schulleiter Donges, Friedhelm Pfuhl (Landkreis), Hausmeister Nils Backhaus, Landrat Dr. Reinhard Kubat und WPU-Lehrerin Susanne Kubat (rechts). Foto: Rösner

Herzhausen. Wetten, dass die Ederseeschule es schafft, in einem Jahr zehn Prozent Energie einzusparen? Klar, sagen die Schüler. Nein, sagt der Landrat.

Mit ihm ist der Wahlpflichtkurs Ökologie am Donnerstag die Wette eingegangen. Schaffen sie es nicht, müssen die Schüler das Schulgelände und den Ort Herzhausen säubern. Schaffen sie es doch, schenkt der Landkreis ihnen Geld, und zwar die Hälfte des eingesparten Geldes.

Die Schule hatte im Jahr 2012 Heizöl, Strom und Wasser im Wert von 57 443 Euro verbraucht. Demnach könnte die Schule mindestens knapp 3000 Euro gewinnen.

„Ihr schafft das nicht“, sagte der Landrat Dr. Reinhard Kubat, um die Schüler herauszufordern. Tanja Müller hingegen, Beauftragte für „Klimaanpassung“ beim Landkreis, ermutigte die Schüler der Klassen 7 und 8. „Mit kleinen Verhaltensänderungen im Alltag könnt ihr schon viel bewirken.“ Die Jungen und Mädchen würden während der Wette viel lernen: Kosten zu senken, das Klima zu schützen und verantwortungsvoll mit Energie umzugehen.

Der Kurs ist bereits der vierte an der Schule, der sich mit dem Thema Energie sparen beschäftigt. Vor zwei Jahren hatten Schüler den Verbrauch von Wasser, Strom und Heizung gezählt. „Da wurden Defizite bei der Beleuchtung, beim Lüften und Heizen festgestellt“, berichtete die Lehrerin Susanne Kubat. Dann wurde das Gebäude energetisch saniert. Nun soll in der Grundschule, im Gebäude der Sekundarstufe und in der Sporthalle der Verbrauch sinken. Die Schüler des Ökologie-Kurses wollen in jeder Klasse zwei Energiebeauftragte schulen. „Alle müssen an einem Strang ziehen“, sagte Susanne Kubat.

Der Schulleiter Richard Donges traut den jungen Umweltschützern zu, ihr Ziel zu erreichen. Er erinnerte daran, dass alternative Energiequellen zwar wichtig seien, dass über das Energie sparen aber schon viel Gutes für das Klima getan werden kann. „Sagt auch mal ,nein danke’ zu Energie“, riet Nico Wirth den Schülern. Er ist zuständig für Energie beim Gebäudemanagement des Kreises. Die Schüler sollten hinterfragen, wann und wo das Licht und Heizung eingeschaltet sein müssen.

Die Schüler haben viel vor, doch dass das zu schaffen ist, zeigte schon vor drei Jahren die Grundschule Am Kump in Landau. Viertklässler hatten dort eine Energiespar-Wette mit dem Schulträger, dem Landkreis, gewonnen. Sie hatten 20,9 Prozent Strom eingespart. Die Herzhäuser Schüler sollen jetzt ein Jahr lang genau hinschauen, aufschreiben, wie viel sie verbrauchen, Statistik führen und eine Zwischenbilanz ziehen. „Viel Spaß beim Rechnen“, wünschte Friedhelm Pfuhl vom Fachdienst Schulen und Bildung. In zwölf Monaten wird feststehen, wer gewinnt - die Schüler oder der Landrat.

Von Stefanie Rösner

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.