41-Jähriger aus Willingen muss außerdem 1500 Euro Strafe zahlen

Falsche Führerscheine organisiert: Bewährungsstrafe für Willinger

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Amtsgericht Korbach

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe über 1500 Euro wurde ein 41-Jähriger Willinger vor dem Korbacher Amtsgericht verurteilt. 

In neun Fällen hat der Italiener geholfen, falsche Ausweise und Führerscheine zu organisieren.

Ursprünglich war der Mann auch wegen Drogenhandels angeklagt worden. Unter anderem soll er ein Kilo Amphetamin gekauft und wieder verkauft haben. Allerdings: Letzte Zweifel konnte die Staatsanwältin nicht ausschließen. „Es gibt Widersprüche, die ich nicht beiseite schieben kann“, sagt sie. „Für eine Verurteilung reicht es nicht aus.“ In dieser Sache sei der Angeklagte deshalb freizusprechen.

Bevor das Urteil fiel, wurden in der Fortsetzungsverhandlung noch einige Zeugen gehört. Unter anderem eine Kripobeamtin, die bereits am ersten Prozesstag Anfang Oktober ausgesagt hatte. Ihre Aussage beruhte vor allem auf Angaben, die ein weiterer Zeuge während der polizeilichen Vernehmung gemacht hatte.

 Doch die Angaben dieses Zeugen widersprachen sich deutlich, viele Fragen zu genauen Orten, Zeitangaben und Preisen konnten nicht geklärt werden. So auch die Frage, ob tatsächlich der 41-jährige Pizzabäcker aus Willingen das Kilo Amphetamin besorgt und weitergegeben hatte.

Der Verteidiger des Angeklagten übte deutliche Kritik an der Polizei, warf der Kriminalbeamtin vor, Aussagen bei der Vernehmung nicht genügend hinterfragt zu haben. „Stellen Sie doch Fragen und beschimpfen Sie nicht die Zeugin“, fuhr ihm die Staatsanwältin schließlich dazwischen.

Einen Großteil der Amphetamine soll der Angeklagte an einen 29-jährigen Deutschen aus Medebach verkauft haben, der in der Szene als „Ivan“ bekannt war. Er sagte jedoch aus, nichts von den Drogen gekauft zu haben. Seit einer Hausdurchsuchung 2015 habe er mit Drogen nichts mehr zu tun und wolle dies auch nicht mehr. Die Nachfragen des vorsitzenden Richters Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling zur Größe des Zeugen und ob er mal einen Ohrstecker hatte verdeutlichten, dass eine vorliegende Zeugenbeschreibung nicht passte.

Ein 31-jähriger Deutscher, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, sagte vor dem Schöffengericht zunächst aus, dass er nicht mehr wisse, woher er seinen früher mal genutzten falschen Führerschein habe. Anfangs behauptete er, dass er die Fahrerlaubnis in Italien offiziell gemacht habe, später räumte er dann ein, den Führerschein über den Angeklagten bekommen zu haben. 

Angeklagt war der 41-Jährige auch, mit einer zweiten Person ein Auto in einem Korbacher Autohaus gemietet und dafür nie bezahlt zu haben. Auch dieser Vorwurf ließ sich nicht erhärten, auch davon wurde der Italiener schließlich freigesprochen.

Verteidiger und Staatsanwältin machten schließlich einen Deal, dem das Gericht folgte. Der Angeklagte bekannte sich der Beschaffung von amtlichen Dokumenten für schuldig. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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