Polizei sucht Zeugen 

Flugblatt kündigt brennende Häuser von Flüchtlingen an

Dubioses Flugblatt: Dieses Schreiben gegen Flüchtlinge in Usseln wurde am Dienstagabend an einige Haushalte in dem Willinger Ortsteil verteilt. Foto:  112-magazin

Usseln. Schon wieder sind in einem Ort in Waldeck-Frankenberg anonyme Flugblätter aufgetaucht, die sich gegen Flüchtlinge richten, diesmal im Willinger Ortsteil Usseln.

Darin fordert ein Unbekannter, der sich „aus Scham“ Frank und Else nennt, die örtliche Feuerwehr auf, nicht auszurücken, wenn ein Haus von Immigranten brennen sollte. Die Flugblätter wurden am Dienstag zwischen 20 und 24 Uhr in der Ringstraße und der Hauptstraße in Usseln an den Windschutzscheiben von Autos verteilt. 

Aktualisiert um 14.25 Uhr

In dem Schreiben, das der HNA vorliegt und etliche Rechtschreib- und Kommafehler enthält, heißt es unter anderem „Hallo Usseln wach auf das mit den Immigranten in unserem Dorf darf es nicht so weitergehen.“ Angeblich sei die Frau des Unterzeichners auf einem Friedhof "von Immigranten" mit einer Pistole bedroht und ausgezogen worden. "Ich nehme es selbst in die Hand", kündigt der Unterzeichner an. 

Die Polizei ist über das Flugblatt informiert, der vermeintliche Übergriff auf die genannte Frau sei bei der Polizei allerdings nicht angezeigt worden, die Tat habe "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht stattgefunden", teilte Polizeisprecher Volker König am Mittwoch mit. Aufgrund des Inhaltes des Flugblattes ist laut Polizei von einer fremdenfeindlichen Motivation des unbekannten Verfassers auszugehen. "Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Köln sollen offensichtlich Ängste und Fremdenhass geschürt werden, die sich auch gegen die ca. 50 in Usseln untergebrachten Flüchtlinge richten", so die Polizei. 

Die Korbacher Kripo hat in Absprache mit der Staatsanwaltschaft in Kassel ein Ermittlungsverfahren gegen den oder die bislang unbekannten Verfasser eingeleitet und ermittelt auch, ob es die geschilderten Straftaten gegen die Frau in Usseln überhaupt gegeben hat. Die Polizei ist auf der Suche nach Zeugen. 

Im November war in Frankenberg ein anonymer Flyer an viele Haushalte verteilt worden. Darin wird unter anderem behauptet, die Stadt müsse innerhalb von fünf Tagen 1600 Flüchtlinge aufnehmen, Zugleich wird vor Krankheiten gewarnt, die sich in den Flüchtlingsunterkünften ausbreiten würden. 

Hinweise an die Kriminalpolizei in Korbach, Tel. 05631/9710.

(jpa/www.112-magazin.de)

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