Kalter März macht auch den Tieren zu schaffen – Beobachtungen an Nabu melden

Zugvögel machen Zwangspause

Nordwaldeck. Zum Ende des Winters kehren die Zugvögel aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika oder Südeuropa zurück, um in den nördlicheren Gebieten Europas zu brüten. Nun wurden Ende März die Heimkehrer von der Kälte und dem Schnee überrascht. Manche flogen bereits zurück. Andere müssen kilometerweit vor ihrem eigentlichen Ziel eine Rast einlegen und warten auf wärmeren Wind aus Südwesten.

Der eiskalte März zwingt Zugvögel auf den Boden. Hunderte Kilometer von ihrem Ziel entfernt legen zum Beispiel Kraniche, Kiebitze, Goldregenpfeifer und Feldlerchen eine Pause ein und warten auf Südwestwind.

Auch im Raum Diemelsee, Bad Arolsen und Volkmarsen halten sich seit mehreren Tagen zahlreiche Vögel auf, erläutert Ornithologe Maik Sommerhage vom Nabu Hessen. „So konnten unter den Rastvögeln zum Beispiel im Wandetal bei Volkmarsen bis zu 1 500 Feldlerchen, 1 800 Stare, 500 Wiesenpieper, 200 Kraniche, 1 500 Kiebitze, 52 Bekassinen (Vogel des Jahres 2013) und 176 Goldregenpfeifer festgestellt werden. Das Gebiet ist zwar ohnehin von großer ornithologischer Bedeutung, aber die jetzige Situation ist schon etwas Besonderes.“

Auf Wiesen, Feldern und entlang von Twiste und Wande warten die Vögel auf günstigen Wind – eine seltene Gelegenheit, viele aus der Nähe zu beobachten. „Es ist ein Paradies für Ornithologen“, sagt Detlef Volmer, Vorsitzender des Nabu Bad Arolsen.

Meist zögen die Vögel zielgerichtet nach Norden, normalerweise berührten sie hessischen Boden häufig gar nicht erst. Solange der Wind aus Nordosten kommt, zögern die Vögel aber mit dem Weiterflug und rasten auf den schneefreien Flächen. Dort fressen sie Erntereste, frische Saaten oder junges Gras. „Die Kälte mache ihnen, so lange es nicht allzu lange dauert, nicht viel aus“, meint Maik Sommerhage. Aber weil weiter nördlich noch Schnee liege, fänden sie dort keine Nahrung. „Wenn das länger dauert, wird es auch hier eng.

Haben auch Sie Beobachtungen gemacht? Dann melden Sie Ihre Beobachtungen unter www.nabu-naturgucker.de. Ihre gesammelten Beobachtungen helfen so direkt dem Naturschutz und der Arbeit des Nabu, die natürliche Artenvielfalt zu bewahren. (nh/mow)

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