Sechs Touren mit insgesamt 160 Kilometern stehen zur Verfügung

Neuer Diemelseer Raderlebnispark ist fertig

Sie werben am Haus des Gastes  in Heringhausen für den neuen Diemelseer Raderlebnispark - von links: Klaus Hamel von der Tourist-Information der Gemeinde, Bernd Wecker vom Büro Bioline und Bürgermeister Volker Becker.
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Werben für den neuen Diemelseer Raderlebnispark - von links: Klaus Hamel von der Tourist-Information, Bernd Wecker vom Büro Bioline und Bürgermeister Volker Becker.

Der neue Diemelseer Raderlebnispark ist fast fertig. Sechs Touren mit insgesamt 160 Kilometern stehen zur Verfügung.

Diemelsee – Zwei Schutzhütten fehlen noch, aber sonst ist der Park fertig: Er verbindet alle 13 Ortsteile der Gemeinde miteinander, außerdem ist das Wegenetz an umliegende Bahnhöfe und an Fernradwege angebunden. Rechtzeitig zur neuen Saison können Urlauber und Einheimische die Strecken nutzen und das Naturparadies mit dem Rad erkunden.

Radtourismus boomt

„Wir müssen mit der Zeit gehen“, sagte Bürgermeister Volker Becker am Mittwoch in Heringhausen bei der Präsentation des Parks: „Das Radfahren wird immer mehr zum Thema“, viele Deutsche locke der Naturtourismus – zumal in Corona-Zeiten. Touristiker rechnen fest damit, dass der Radboom auch anhält.

Deshalb habe sich Klaus Hamel von der Tourist-Information in Heringhausen Gedanken über Verbesserungen für den Radtourismus gemacht. Die Gemeindevertreter hatten sein Konzept wie berichtet im April 2019 beschlossen.

Sechs Touren ausgewiesen

Bisher habe es nur die elf Kilometer des Diemel-Radweges als ausgeschilderte Route gegeben, berichtete Hamel. Er hat ein Konzept mit sechs Routen entwickelt, die für alle Altersgruppen geeignet seien und verschiedene Schwierigkeitsgrade hätten. Sie lassen sich auch individuell zusammenstellen.

  • Die „Genusstour Diemelschleife“ führt über 13 Kilometer um den See und ist für Familien geeignet.
  • Die „Panoradeltour“ sei die anspruchsvollste Route, sagte Hamel: Sie vernetzt auf 38 Kilometern alle 13 Diemelseer Ortsteile miteinander. Sie sei mit 740 Höhenmetern etwas für Geübte – lasse sich aber auch mit dem E-Bike problemlos bewältigen. Sie lässt sich auch in zwei Etappen zu je 20 Kilometer aufteilen.
  • Die „Stadt-Land-See-Tour“ ist 30 Kilometer lang und mittelschwer, sie verbindet Korbach mit Heringhausen.
  • Die „Diemelsee-Kultour“ mit 29 Kilometern bindet den Diemelsee an Bad Arolsen an und ist mittelschwer.
  • Die Rundtour um Adorf mit 13 Kilometern führt auch zum Besucherbergwerk „Grube Christiane“.
  • Die „Genusstour Willingen“ mit 440 Höhenmetern und 38 Kilometern ist mittelschwer und führt vom Diemelsee in die Uplandgemeinde und zurück.

Mit diesem Radwegenetz werde eine Lücke im Nordwesten des Kreises geschlossen, sagte Hamel. Diemelsee sei an Fernradwege wie den R5 im Westen und Süden oder den R6 und die Oranje-Route im Osten angeschlossen. Auch die umliegenden Regionen und die Bahnhöfe in Willingen, Arolsen und Korbach würden erschlossen.

Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und die Gastronomie

Auf Tafeln und über QR-Codes gibt es Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele sowie auf gastronomische Angebote.
Der Raderlebnispark könne Gastwirten neue Impulse geben, sagte Hamel. So stelle sich die Wirtsfamilie der „Vasbecker Flotte“ auf mehr Radtouristen ein und plane eine Ladestation für E-Bikes.

Der neue Raderlebnispark werde bereits auf allen Plattformen im Internet beworben, berichtete Hamel. Außerdem könnten Radler über eine hessische Plattform Mängel melden. Die Routen verlaufen zu 80 Prozent über Wirtschaftswege.

Komplette Infrastruktur für Radler aufgebaut

Neben dem Wegenetz gehören Schutzhütten, 220 Schilder nach Vorgaben des ADFC und Sitzgarnituren mit Tafeln an 13 Rastplätzen zum neuen Raderlebnispark.

Die beiden neuen Schutzhütten sollen dieses Jahr noch gebaut werden, außerdem entstehen demnächst am Diemelsee „Absteller“, in denen rund 70 Fahrräder sicher untergebracht werden können. Außerdem erscheint in Zusammenarbeit mit den Willingern noch eine Karte mit allen Radtouren in der Region.

Rund 308 000 Euro Kosten

Etwa 308 000 Euro netto hat der neue Raderlebnispark gekostet. Finanzierbar sei er nur durch die Hilfe von Bund und Land, sagte Becker. Dabei nutzte die Gemeinde neue Fördermöglichkeiten, berichtete Bernd Wecker vom Büro Bioline: Als eines der ersten Bundesländer habe Hessen die Chance geschaffen, über die „Leader“-Regionen Gelder des Bundes aus der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“, kurz GAK, einzusetzen.

Das Land habe schnell Regelungen erlassen, der Fachdienst Regionalentwicklung der Kreisverwaltung habe den Antrag rasch bewilligt. Die Zusammenarbeit sei sehr gut, sie sei immer unkompliziert und am Projekt orientiert verlaufen. Das neue Instrument habe bereits Entwicklungen in der Region losgetreten, auch für Privatleute und die Wirtschaft sei es interessant.

Förderquote: 70 Prozent

Der Park sei eines der ersten über GAK geförderten Projekte in ganz Hessen, sagte Wecker. Förderquote: 70 Prozent. Die Gemeinde gehört zur „Leader“-Region Diemelsee/Nordwaldeck, deren Vorsitzende Becker ist. Weitere Impulse für den heimischen Tourismus werde der derzeit geplante Grenztrail durch den Kreis bieten, betonte Wecker.

Für die Gemeinde sei es wichtig, die touristische Infrastruktur vorzuhalten, sagte Becker. Der neue Park präsentiere Gästen die Vielfalt der Region, betonte Hamel. (Dr. Karl Schilling)

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