Lokaler Krimi und Politthriller

Peter Langers Romandebüt „Krawattennazis“ spielt am Diemelsee

Autor Peter Langer in der Korbacher Altstadt vor der Kilianskirche.
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Schauplatz Kilianskirche: Das Finale des Thrillers lässt der Autor Peter Langer in der Korbacher Altstadt spielen.

Ein Mord am Diemelsee – die Waldeck-Frankenberger Polizei um Stefan Emde ermittelt, nachdem ein Landwirt auf einem Hochsitz bei Heringhausen einen tödlichen Fund machte.

Korbach/Diemelsee – Bei der Leiche handelt es sich um den bekannten Bankier Carl Lieberknecht. Das ungewöhnliche Ermittlerduo um Kleinstadtkommissar Emde und Paul Kleine, einem freien Journalisten, gerät auf die Spur eines äußerst dubiosen Falls, der weit über die Grenzen des Landkreises reicht.

Peter Langers Debüt-Thriller „Krawattennazis“ widmet sich den Themen Machtmissbrauch und Antisemitismus.

Die Idee dazu hatte der Autor aus Neuss vor etwa sieben Jahren. „In den Buchhandlungen gibt es zahlreiche Lokalkrimis, die etwa in Ostfriesland oder im Kölner Raum spielen. Waldeck-Frankenberg taucht hierbei fast gar nicht auf, obwohl es diese interessante Region unbedingt verdient hat“, so Langer, der eine besondere Bindung zum Landkreis hat. Sein Vater Herwig wuchs am Diemelsee auf, gemeinsam mit der Familie verbringt der Autor noch heute viel Zeit in Waldeck-Frankenberg.

Trotz guter Kenntnisse über Land und Leute investierte der 48-Jährige vor allem Zeit in die Recherche. „Informationen aus dem Internet reichen nicht aus, eine gute Vorbereitung ist essenziell“, so Langer. Aus diesem Grund interviewte er Beamte der Korbacher Polizei, erkundete Schauplätze im Landkreis und sprach mit den Menschen vor Ort. Gerade für die Hauptfiguren ließ sich der Autor von Freunden und Bekannten inspirieren. Er erklärt: „Stefan Emde ist ein sehr bodenständiger und herzlicher Mann. Diese Charakterzüge habe ich in der Region immer wieder wahrgenommen.“

Als Motiv wählte der Autor ein Foto von Jerusalem bei Nacht.

Der Thriller ist jedoch nicht nur auf die lokale Ebene begrenzt: In Berlin wird ein aufstrebender Politiker mit einer schon lange zurückliegenden Tat erpresst. Ein Fall, der mit dem Mord am Diemelsee nichts zu tun hat, scheinbar.

Langer verbindet einen Lokalkrimi mit einem Politthriller, der teilweise sogar in Jerusalem spielt und das wenige Jahre in der Zukunft. Wie entwickelt sich die Politik nach der anstehenden Bundestagswahl? Nimmt Rassismus weiter zu? Ist die Coronapandemie überstanden? Auch diese Fragen behandelt der Autor in „Krawattennazis“. „Ein Thriller lebt von der Verknüpfung wahrer Tatsachen und fiktiver Ereignisse“, erklärt Langer, „das soll den Leser dazu anregen, selbst zu überlegen, wie die Zukunft aussehen könnte.“

Langwierige Suche nach einem Verlag

Der Weg bis zur gedruckten Ausgabe war ein langer, vor allem mit Blick auf die Suche nach einem Herausgeber. „Über 30 Verlage habe ich angeschrieben. Viele haben sich gar nicht gemeldet, einige wollten große Veränderungen am Buch vornehmen“, berichtet der Autor, „umso dankbarer bin ich meinen Verlegern Elke Neumann und Georg Nies.“

Mit dem Buch hat sich der 48-Jährige einen Traum erfüllt. „Den Moment, als ich zum ersten Mal ein gedrucktes Exemplar meines Thrillers in den Händen hielt, vergesse ich nie“, so Langer. (sk)

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