Unterwegs auf dem Diemel- und Uplandsteig

Reiseprofis Biggi Bauer und Florian Westermann erwandern den neuen „Trekkingpark Sauerland“

Im neuen „Trekkingpark Sauerland“: Biggi Bauer und Florian Manuel Westermann vor ihrem Zelt an der Übernachtungsstation auf dem Stormbrucher „Wiggenknochen“.
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m neuen Trekkingpark Sauerland: Biggi Bauer und Florian Manuel Westermann vor ihrem Zelt an der Übernachtungsstation auf dem Stormbrucher „Wiggenknochen“.

Die Reiseprofis Biggi Bauer und Florian Westermann haben den neuen „Trekkingpark Sauerland“ in Abschnitten erwandert. Ihr Fazit fällt positiv aus.

Diemelsee / Willingen – Sie haben mehrere Nationalparke in den USA und in Kanada durchwandert. Sie haben die Karibikinsel Dominica, die Seychellen vor der ostafrikanischen Küste oder die norwegischen Lofoten besucht. Sie haben Gebirge Nepals und der Alpen bestiegen – fünf Tage waren Biggi Bauer und Florian Manuel Westermann im Upland und am Diemelsee unterwegs: Noch vor der offiziellen Eröffnung des „Trekkingparks Sauerland“ erkundeten sie Abschnitte, um das neue Angebot in ihrem Reiseblog Phototravellers.de zu präsentieren.

Zwei ausgebildete Journalisten

„Wir sind Biggi und Flo“ – so unkompliziert stellen sich die beiden Reise-Profis vor. Florian Westermann ist ein ausgebildeter Print-Journalist und ein preisgekrönter Landschaftsfotograf. Der 40-Jährige hatte schon mehrere Ausstellungen in München und Berlin. Die 36-Jährige Journalistin Biggi Bauer hat für Sender wie das Deutschen Anleger-Fernsehen und für den Süddeutschen Verlag gearbeitet.

Ihr Reiseblog fing klein an. 2010 startete Florian Westermann mit seinen Eintragungen, 2012 stieß Biggi Bauer dazu. Zunächst veröffentlichten die beiden Journalisten Bilder und Reiseberichte für ihre Familie, für Freunde und Bekannte – doch dann fanden sie immer mehr Leser.

Sprung in die Selbständigkeit

Das spornte sie an, ihre Seite immer professioneller zu gestalten. Mit steigenden Besucherzahlen sei der Blog auch finanziell interessant geworden, sagt Westermann. Ihn professionell zu betreiben, sei aber ein Fulltime-Job. Es sei neben der Arbeit nicht mehr zu leisten gewesen. Im September 2017 kündigten sie deshalb ihre Festanstellungen, zum 1. April 2018 machten sie sich mit ihrem Blog in München selbständig.

Sie wollten sie sich voll auf ihr „Herzensprojekt“ konzentrieren, wie sie beschreiben. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt Florian – bedauert haben ihn beide nicht. Ihr Blogg ist mittlerweile preisgekrönt, „Wir sind eher ein professionelles Onlinemagazin“, erklärt Biggi Bauer.

Zehn Mal im Jahr unterwegs

Gut zehn Mal im Jahr seien die beiden unterwegs, sagt Bauer, nach dem Besuch in Waldeck und ein paar Tagen in München ging es weiter zur nächsten Tour. Vor zwei Jahren haben sie in 37 Tagen nur mit dem Rucksack 700 Kilometer vom Großglockner bis Triest zurückgelegt. Immer wieder zieht es die beiden in die Berge. Und nicht nur in Corona-Zeiten touren sie gern durch Deutschland.

„Wir freuen uns hier zu sein“, sagt Biggi Bauer. Vor zwei Jahre hatte Klaus Hamel von der Diemelseer Tourist-Information die beiden kennengelernt. Er und sein Willinger Kollege Andrew Mark Kesper beauftragten sie, Fotos und Videos vom neuen Park aufzunehmen.

„Den Trekkingpark finden wir schön“, sagt Biggi Bauer – die beiden beschlossen, ihn auch in ihrem Reiseblog in Wort und Bild zu beschreiben. Phototravellers.de erreiche mehr als 400 000 Besucher im Monat – damit zähle er zu den größten in ganz Deutschland, berichtet Florian Westermann.

„Das Sauerland ist der krönende Abschluss“

Die beiden waren vier Wochen mit dem Dachzelt auf ihrem Transporter in Westdeutschland unterwegs – vom Pfälzer Wald über das Saarland nach Norden. „Das Sauerland ist der krönende Abschluss“, sagt Westermann.

„Der Trekkingpark trifft den Nerv der Zeit“, sagt er. „Es gibt einen Trend zum Mikroabenteuer vor der eigenen Haustür“ – eines sei, mitten in der Natur im Zelt zu übernachten.

Die Gegend ist den beiden nicht unbekannt: Vor zwei Jahren nahmen sie an einem „Outdoor-Treffen“ für Blogger teil, sie wanderten an der Diemelquelle bei Usseln, besuchten die Stollberghütte und bestiegen den Dommelturm. Schon damals hätten sie beschlossen, noch einmal wiederzukommen, um ihre „Eindrücke zu vertiefen“, sagt Bauer. Da kam der Auftrag der Tourist-Informationen in Diemelsee und Willingen.

Fünf Tage auf Tour

Die Blogger wanderten fünf Tage lang auf ausgewählten Strecken des Diemel- und des Uplandsteiges. „Die Gegend hat uns sehr gut gefallen“, sagt Bauer. Als erfahrene Gebirgswanderer fanden sie die Berge „entspannend“.

An einem Donnerstag trafen sie im Diemelsee ein. Trotz des Regenwetters erwanderten sie den Weg zwischen den Übernachtungs-Stationen D2 und D3 im Westen des Parks. Sie stiegen auf den Heringhäuser Hausberg „Sankt Muffert“ und genossen den Ausblick auf den See und die Landschaft. „Wir waren begeistert“, sagt Bauer.

Am Freitag erreichten sie die Station D4 am Stormbrucher „Wiggertsknochen“ mit ihrem „genialen Panorama“. Weiter ging es zur Diemeltalsperre. Auch der Samstag gehörte dem Diemelsteig.

Unterwegs auf dem Diemelsteig: Blick über den Diemelsee auf Heringhausen und die Betrglandschaft.

Am Sonntag und Montag war der Uplandsteig an der Reihe. Der Vulkanpfad bei Welleringhausen sei spannend, die Tour am Krutenberg vorbei wirke mit dem vielen Totholz „urwaldig“, sagt Bauer. In Willingen sei es etwas besonderes, auf der Skipiste unterwegs zu sein. Am Montag erreichen sie am Kahlen Pön die ersten Bergheiden. „Wir wussten gar nicht, dass es so viel Heide im Sauerland gibt“, sagt Bauer.

„Tolles Naturfeeling“

Die neun Plattformen zum Übernachten böten ein „tolles Naturfeeling“, beschreibt Westermann. Sie hätten dort viele schöne Sonnenauf- und untergänge erlebt, ergänzt Bauer. Am Dienstag kehrten sie nach München zurück.

Von unterwegs bestücken sie allerdings bereits die Sozialen Netzwerke - auf Instagram, Youtube, Facebook und Twitter folgen den beiden mehr als 50 000 Interessenten. Bauer postete erste Eindrücke, es habe schon Reaktionen und Fragen gegeben, berichtet sie. „Die Leute freuen sich richtig, sie sind sehr interessiert.“

„Das Konzept ist Klasse“

„Das Konzept ist Klasse, das finden wir gut“, sagt sie. „Es macht Spaß“. Die Strecken seien gut ausgeschildert – beide Steige sind als Premiumwanderwege zertifiziert. Die Infrastruktur sei sehr gut, Wasserstellen und Einkehrmöglichkeiten seien ausgeschildert, und es gebe die Anbindung an Dörfer mit Einkaufsmöglichkeiten. Wer nur mit dem Rucksack unterwegs sei, müsse aufs Gewicht achten, sagt Westermann „jedes Gramm auf dem Rücken ist eine Belastung.“

Auf dem Uplandsteig mussten sie den von der Gemeinde ausgegebenen Müllsack zücken: Sie lasen achtlos weggeworfene Zigarettenkippen am Weg auf. Filter enthielten Plastik und giftige Inhaltsstoffe, sagt Westermann. „Wir haben schon 2019 eine Aktion ins Leben gerufen, die sich ebenfalls dem Thema Müll sammeln widmet.“

Aktiv im Umwelt- und Naturschutz

Mit anderen Bloggern rufen sie alle auf, nicht nur den eigenen Müll mitzunehmen, sondern auch den von anderen an Wegesrändern einzusammeln. Ihre Funde dokumentieren sie im Blog. Dort finden sich zudem Hinweise zum umweltgerechten Verhalten.

„Wir setzen uns für den Naturschutz ein“, sagt Bauer. Wichtig sei auch, bei Touren auf den Wildschutz zu achten, betont Westermann.

Für ihren Reisebericht über den „Trekkingpark Sauerland“ ziehen sie sich ins Büro zurück. Er soll Mitte Juni in ihrem Blog erscheinen. DR. KARL SCHILLING

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