Wasserversorung in Diemelsee sichern

Zentraler Hochbehälter entsteht auf der Rhenegger „Egge“

Die Baustelle auf dem Rhenegger Berg „Egge“: Handwerker arbeiten an einem Kellerraum und der Bodenplatte für das Betriebsgebäude des Hochbehälters. Der Gemeindevorstand informierte sich über den Baufortschritt - von links: Dr. Beat Schultze, Christian Pohlmann vom Ortsbeirat, Hans Hiemer, Heinrich Zölzer, Lothar Lemberg vom Bauamt, Wassermeister Bernd Spandehra von den Briloner Stadtwerken, Bauleiter Thomas Siemon vom Büro Oppermann und Bürgermeister Volker Becker. Foto:
+
Die Baustelle auf dem Rhenegger Berg „Egge“: Handwerker arbeiten an einem Kellerraum und der Bodenplatte für das Betriebsgebäude des Hochbehälters. Der Gemeindevorstand informierte sich über den Baufortschritt.

Auf dem 511 Meter hohen Berg „Egge“ bei Rhenegge sind die Arbeiten am neuen, zentralen Hochbehälter für Diemelsee angelaufen. Der Gemeindevorstand informierte sich am Dienstag über den Baufortschritt.

Diemelsee-Rhenegge – Ein Teil der Bodenplatte ist schon gegossen, daneben bringen Handwerker die Verschalungen für die Betonwände eines Kellerraums mit den Zuleitungen an: Der neue Hochbehälter nimmt so langsam Gestalt an.

Wasserversorgung wird neu geordnet

Bürgermeister Volker Becker erinnerte an den Beschluss der Gemeindevertreter zur Neuordnung der Wasserversorgung. Diemelsee mit seinen 13 Dörfern ist mit die flächengrößte Gemeinde im Kreis. Derzeit betreibt sie neben Tiefbrunnen auch elf Hochbehälter, einige müssten saniert werden.

„Wasser ist ein wichtiges Gut“, sagte Becker, „wir müssen die Versorgung auf sichere Beine stellen.“ Deshalb habe die Gemeinde mit dem Vellmarer Ingenieurbüro Oppermann nach Lösungen gesucht. Eingebunden waren auch die Briloner Stadtwerke, die das Diemelseer Netz betreuen.

Umfassendes Konzept

Ergebnis ist ein umfassendes Konzept, das sich um einen zentralen Hochbehälter dreht. Der entsteht in Abstimmung mit dem Rhenegger Ortsbeirat auf der „Egge“, denn „das ist der beste Punkt“, sagte Becker. Die Familie Brücher habe dafür ihr Land abgegeben.

Es sei ein „ganzheitliches“ Versorgungskonzept, das die Effizienz des Netzes steigere, erklärte der Diplom-Ingenieur Lothar Lemberg vom Bauamt der Gemeinde. Alte, wartungsintensive Hochbehälter könnten stillgelegt werden. Der zentrale Hochbehälter sei in der Unterhaltung deutlich besser. Und: Gespeist wird er aus Tiefbrunnen bei Brilon und bei Vasbeck. Fällt ein Strang aus, kann der andere die Versorgung sichern.

Baukosten rund 3,2 Millionen Euro

Die Baukosten lägen bei rund 3,2 Millionen Euro, berichtete Becker. Hinzu kommen noch neue Leitungen nach Heringhausen und Adorf und „Sonderbauwerke“ wie Pumpwerke. Die Kosten müsse die Gemeinde allein stemmen, es gebe keine Zuschüsse von Bund und Land, betonte Becker. Das werde sich in höheren Gebühren niederschlagen.

Durch die Corona-Pandemie und Materialmangel sei es zwar zu Problemen gekommen, „aber wir sind zuversichtlich, dass wir im Zeit- und Kostenrahmen bleiben.“

„Es ist ein langfristiges Projekt“, sagte Lothar Lemberg. Anfang März hätten die Bauarbeiten begonnen. „Wir haben gute Firmen gefunden.“ Zunächst wurden Leitungen vom Standort „Egge“ in Richtung Heringhausen verlegt.

13 Bäume für jeden Ortsteil pflanzen

Auf dem Berg geht es mit dem neuen Hochbehälter weiter. Sobald die Bodenplatte fertig ist, folgt im September und Oktober der Aufbau der 25 Mal 15 Meter großen und zwölf Meter hohen Betriebshalle aus Metallelementen. „Sie wird von weiten zu sehen sein“, sagt Lemberg. Um sie besser in die Umgebung einzupassen, habe sich die Gemeinde für eine hellgrüne Farbgestaltung der Wände entschieden, das Dach werde grau.

Da die Gemeinde zu Ausgleichspflanzungen verpflichtet ist, regte Lemberg an, 13 Bäume vors neue Betriebsgebäude zu setzen, für jeden Ortsteil einen. Sie könnten ein „Symbol für die Gemeinschaftsleistung“ sein.

Im Inneren der Halle sollen zwei wartungsarme Edelstahlbehälter mit einem Volumen von insgesamt 1600 Kubik stehen, eine Löschwasserreserve sei mit einkalkuliert.

Bauarbeiten dauern bis Ende 2022

Ziel sei, bis Ende 2022 alle Bauarbeiten abgeschlossen zu haben. Die Briloner Stadtwerke mit Wassermeister Bernd Spandehra hätten schon die Planungen begleitet – bis auch sie alle Bauwerke in ihre Fernwirktechnik eingebunden haben, könne es noch bis zum ersten oder zweiten Quartal 2023 dauern. DR. KARL SCHILLING

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.