Bilanz beim 88. Sängertag

Chöre im Waldeckischen Sängerbund setzen auf einen Neubeginn

Der neugewählte Vorstand des Waldecker Sängerbundes, von links: Beisitzer Wilfried Meier, Jugendreferentin Anja Putzki, Beisitzerin Gabriele Alsdorf, Geschäftsführer Norbert Alsdorf, Beisitzerin Waltraud Patzer, Vorsitzender Bruno Mecke, stellvertretender Kassierer Norbert Dietzel, die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Astrid Behle und Gregor Große Wiesmann sowie Kassiererin Margret Schultze.
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Der neugewählte Vorstand des Waldecker Sängerbundes, von links: Beisitzer Wilfried Meier, Jugendreferentin Anja Putzki, Beisitzerin Gabriele Alsdorf, Geschäftsführer Norbert Alsdorf, Beisitzerin Waltraud Patzer, Vorsitzender Bruno Mecke, stellvertretender Kassierer Norbert Dietzel, die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Astrid Behle und Gregor Große Wiesmann sowie Kassiererin Margret Schultze.

Der Waldeckische Sängerbund zählt zurzeit 2071 aktive Sänger, drei Chöre lösten sich auf. Alle setzen auf einen Neubeginn.

Diemelstadt-Hesperinghausen „Alles wurde auf den Kopf gestellt, auf einmal wurde Singen zum gefährlichsten Hobby der Welt gemacht“, blickte der Vorsitzende des Waldeckischen Sängerbundes, Bruno Mecke., auf die pandemiebedingten Proben- und Auftrittsverbote für die noch bestehenden 93 Chöre im Waldecker Land zurück.

Proben wieder erlaubt

Beim 88. Waldecker Sängertag in der Schützenhalle Hesperinghausen beherrschten die Erleichterung über die wieder erlaubten Proben und Auftritte und die Sorge über den Fortbestand der Chöre die Berichte über eineinhalb Jahre, in denen die Corona-Pandemie die Sängerinnen und Sänger fast verstummen ließ.

„Dieser Sängertag ist das Schönste, es geht wieder aufwärts“, sprach Siegfried Patzer, langjähriger Vorsitzender des gastgebenden MGV Vaterland, Vorsitzender des Sängerbezirks Rhoden und Stadtrat von Diemelstadt, den 50 Delegierten aus dem Herzen.

4832 Mitglieder in Gesangvereinen

Mit eindrucksvollem Klang machte „sein“ Chor zur Eröffnung des Delegiertentreffens unter der Leitung von Ute Erkel deutlich, dass der MGV gut bei Stimme ist. Vorsitzender Antonius Schäfers lud alle zur 125-Jahr-Feier am 14. Mai 2022 ein.

Im Waldeckischen Sängerbund gehören 4832 Menschen einem Gesangverein an, 2071 als aktive Sänger. Jedoch sank die Zahl der Sängerinnen und Sänger um 127. Die Chöre in Wrexen, Rattlar und Hemfurth-Edersee lösten sich wegen Nachwuchsmangels auf, wie Vorsitzender Mecke berichtete. Dennoch sei der WSB der stärkste Sängerbund mit Mitteldeutschen Sängerbund.

Nicht resignieren

93 Chöre sind im Waldecker Land aktiv: Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder sowie Tanzgruppen. Mecke: „Die Bilanz ist nicht erfreulich, aber auch kein Grund zur Resignation.“ In der Pandemie sei mit virtuellen Methoden versucht worden, Kontakte zu halten und sängerische Aktivitäten zu entwickeln.

Es sei wichtig, mit der Zeit zu gehen und das Programm der Chöre so gestalten, dass es nicht nur den Aktiven, sondern vor allem dem Publikum Spaß mache, sagte Mecke. So lasse sich das Schrumpfen und Sterben der Chöre stoppen.

Neue Chorleiter ausbilden

„Es war eine schreckliche Zeit ohne Proben und Auftritte“, blickte Rüdiger Pfankuche zurück, der für die Ausbildung von Chorleitern zuständig ist. Doch nun sei die Zahl der Geimpften so hoch, dass die Proben wieder begännen und ein Neubeginn möglich sei.

Mit dem Waldecker Lied eröffnete der MGV Vaterland Hesperinghausen unter Leitung von Chorleiterin Ute Erkel als Gastgeber den Waldecker Sängertag in der Schützenhalle. am 14. Mai 2022 wird der MGV dort das 125-jährige Bestehen feiern.

Erfreulich war die Beteiligung an dem Chorleiter-Workshop, für den der MGV Twiste als Gastgeber die fünf Schulungen mitgestaltete, wie Pfankuche beim Sängertag in Hesperinghausen berichtete. Die neue Dirigentin des MGV Hesperinghausen sei bei diesem Lehrgang ausgebildet worden.

Start bei den Kinderchören

Ab der kommenden Woche beginnen wieder die Proben der Kinderchöre, so die Jugendreferentin Anja Putzki. In der Pandemie sei deutlich geworden, wie wichtig das Singen für die Entwicklung und die Psyche der Kinder sei. Da die meisten Kinder noch keinen Schutz hätten, seien bei der musikalischen Arbeit Durchhaltevermögen und Flexibilität gefragt.

Hans-Joachim Zwickirsch, Geschäftsführer des Mitteldeutschen Sängerbundes (MSB), zeigte sich erfreut, dass die Proben wieder beginnen dürften. Schließlich drohte Frust aufzukommen und sei die Motivation gesunken.

Finanzielle Erleichterungen

Die finanzielle Lage der Vereine habe sich verschlechtert, weil Veranstaltungen nicht erlaubt waren. Der MSB habe seinerseits entschieden, die an den Sängerbund abzuführenden Mitgliedsbeiträge um die Hälfte zu reduzieren.

Nach Gesprächen mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Wiesbaden sei erreicht worden, dass pro aktivem Mitglied in den 400 hessischen Gesangvereinen ein Euro aus Steuermitteln gezahlt werden. 2,50 Euro zahlten das Land und der MSB pro Kind. Die Kinderchöre seien doch die Zukunft.

Unterstützung

Der Landkreis und die Energie Waldeck-Frankenberg haben nach Auskunft von Landrat Dr. Reinhard Kubat einen Fonds zur Unterstützung der Vereine aufgebaut. Kein Verein müsse sich auflösen, weil es an 500 oder 1000 Euro fehle, sagte er beim Sängertag. Er hob auch die Bedeutung des Impfens hervor, damit die Bürger sich wieder ohne größere Beeinträchtigungen bewegen sowie sich und andere vor Ansteckung schützen könnten.

Der Hesperinghäuser Sangesfreund und Ortsvorsteher Hermann Groß rief mit einem Gedicht zum Weitermachen auf: „Wenn alle fest zusammenstehn, dann wird kein Chor untergehn.“ Wechselvoll ist das Geschehen in den Sängerbezirken, aus denen deren Vertreter berichteten.

Das ergeben die Wahlen

Bei den Wahlen wurde Bruno Mecke als Vorsitzender bestätigt. Seine Stellvertreter sind Gregor Große Wiesmann und Astrid Behle. Anja Putzki bleibt Jugendreferentin, Rüdiger Pfankuche Leiter des Musikausschusses. Neuer Geschäftsführer ist Norbert Alsdorf, der auf den zurückgetretenen Marko Landau folgt.

Kassiererin ist Margret Schultze, neuer Stellvertreter Holger Dietzel. Beisitzer sind Gabriele Alsdorf (für Gisela Grosche), Waltraud Patzer, Wilfried Meier und Henrike Reismann.

Ehrung

Der beim Sängertag nicht anwesende langjährige Kassierer des Sängerbundes Rhoden und des MGV Cincordia Rhoden, Andreas Horlebein, bekommt die silberne Ehrennadel des WSB nachträglich überreicht. (Armin Haß )

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