Drei Monate in sieben Ländern unterwegs

Im Buschtaxi durch Westafrika: Buchautor Thomas Bering erlebte eine Welt im Schatten

Eine Vielzahl von Menschen und Charakteren lernte Thomas Bering bei der Reise durch sieben Länder kennen. In seiner Unterkunft in Doucki bereitet hier die Familie das Abendessen zu.
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Eine Vielzahl von Menschen und Charakteren lernte Thomas Bering bei der Reise durch sieben Länder kennen. In seiner Unterkunft in Doucki bereitet hier die Familie das Abendessen zu.

Es ist eine Reise in eine Welt ohne jegliche Komfortzone. Der Wander- und Reiseexperte Thomas Bering aus Hofgeismar war schon in mehr als 100 Ländern in Europa, Asien, Afrika und Amerika und reist mit Vorliebe in Gegenden, wo sich kein Hotel ans andere reiht. Doch was er diesmal erlebt, ist eine Herausforderung ganz neuer Art.

Hofgeismar/Diemelstadt – Nicht Landschaften und Exotik sind diesmal der Reiseanlass, sondern die Neugier, die Regionen kennenzulernen, wo die Menschen leben, die sich auf den Weg nach Europa machen, um ein besseres Leben zu finden.

Noch nie hätten ihn Menschen mit ihrer bescheidenen, ehrlichen Art so tief beeindruckt und bereichert, wie sie ihr Leben unter widrigen Umständen meistern. Am tiefsten berührt hat ihn zum Beispiel ein Mann in Sierra Leone, ein Klempner, der sein ganzes Leben in Form eines zerknitterten Diploms und einer Rohrzange mit sich herumträgt.

Thomas Bering, dessen Mutter aus Diemelstadt-Helmighausen stammt, hat als Kind und Jugendlicher häufig einen Teil der Ferien im Roten Land und rund um den Tannenberg bei Großeltern, Cousinen und Cousins, Tanten und Onkeln verbracht. „Mein Familienzweig mütterlicherseits lebt auch heute noch weitgehend in Helmighausen“, erzählt der Globetrotter.

Als er in Spanien aufbricht und nach Marokko übersetzt, beginnt eine Reise, die immer apokalyptischere Formen annimmt und deren Eindrücke Bering minutiös in seinem vor kurzem erschienenen Buch „Im Schatten“ schildert. Der Leser fiebert mit und saugt die zahlreichen Eindrücke auf, staunt auf jeder Seite mehr, wenn er Länder erlebt, von denen er nie zuvor gehört hat, wenn er quälende Fahrten im Sammeltaxi geschildert bekommt, abenteuerliche Grenzübertritte, vom Regieren der Cannabisbarone und vom Handwerk ambulanter Zahnärzte erfährt. Beim Warten darauf, dass sich genug Passagiere für die nächste Fahrt der mit 14 und mehr Personen beladenen Buschtaxis einfinden, erkennt Bering den Wahrheitsgehalt des Sprichwortes „Die Europäer haben Uhren, die Afrikaner haben Zeit“.

Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs und hat dabei einen Kosmos erlebt, der alles andere als ein Erholungsurlaub ist. Aber mit Eindrücken, die er nicht mehr missen will, denn er lernt hier das „Leben in seiner rohen Form kennen“. Die Menschen zeigen ihm neue Facetten von Reichtum, Wohlstand und Glück auf, dazu eine tiefe Demut vor den Möglichkeiten, die ein privilegiertes Leben in Westeuropa bietet.

Unterwegs in Afrika

Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs
Drei Monate war Thomas Bering in sieben westafrikanischen Ländern unterwegs . © Thomas Bering

Bering ist in Westafrika unauffällig unterwegs und mit kleinem Gepäck - einer kleinen, aber guten Digitalkamera mit leichtem Weitwinkelobjektiv sowie einem Rucksack, der mit Kleidung und Büchern nicht mal ganz gefüllt ist. Bei den zahlreichen Zwangspausen – meist im Schatten – hat er viel Zeit, seine Eindrücke aktuell aufzuschreiben und auch die Anziehungskraft, die dieser Kontinent mit seinen vielen Widersprüchen auf ihn ausübt, zu schildern. Von den glutheißen Sandwüsten im Norden bis zum feuchtheißen Dschungel in Guinea und der Indiana-Jones-Schlucht im Doucki-Canyon kurz vorm Beginn der Regenzeit. Einschließlich einiger geschichtlicher und technischer Fakten, die deutlich machen, wie es soweit kommen konnte.

Jeder Tag dieser Überlandreise durch Länder, die sich „auf den Abstiegsrängen der internationalen Wohlstands-tabelle bewegen“ bringt Bering neue Überraschungen und Einblicke. Er erlebt den Senegal in Trümmern liegend, Müllchaos überall, Autofahrer mit Nerven wie Drahtseilen, den Überlebenskampf der Fischer, ein Informations-Nirwana, Regionen, in denen die Sklaverei erst 2007 abgeschafft wurde, politische Instabilität, Bürgerkrieg, Armut und Elend, die harte Realität des Lebens – und dann mitten im Chaos plötzlich ein Hotel mit weißen Bettlaken, fließendem Wasser und heißer Dusche.

Am Ende kann Bering es nur bedingt empfehlen, die gesamte Strecke durch Westafrika mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen, selbst bei stoischer Bedürfnislosigkeit, Mut der Verzweiflung und dem Mantra: „Es wird schon alles gut gehen.“

Am Ende seiner Reise an die Grenzen des Erträglichen stellt Thomas Bering fest, dass die Menschen Westafrikas den Europäern in der Fähigkeit, in den Tag zu leben, den Augenblick zu genießen, oft meilenweit voraus sind. Die Kommunikation findet auf der Straße, zwischen den Menschen statt und nicht per E-Mail und Messenger-Diensten. Und als er abfliegt, sind noch 9657 Kilometer Küste bis Kapstadt übrig. Genug für drei weitere Reisen. (Thomas Thiele)

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