Bedenken und Hoffnungen

13:8 Stimmen für Beitritt von Diemelstadt zum Zweckverband Grenztrail

Die Stadtverordnetenversammlung Diemelstadt hat dem Beitrat zum Zweckverband Grenztrail zugestimmt. Örtliche Wege sollen an den Grenztrail angebunden werden. Unser Bild entstand in der Nähe der alten Bundesstraße 252 bei Rhoden.
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Die Stadtverordnetenversammlung Diemelstadt hat dem Beitrat zum Zweckverband Grenztrail zugestimmt. Örtliche Wege sollen an den Grenztrail angebunden werden. Unser Bild entstand in der Nähe der alten Bundesstraße 252 bei Rhoden.

Die Stadtverordnetenversammlung hat nach kontroverser Diskussion mehrheitlich für einen Beitritt von Diemelstadt zum Zweckverband Grenztrail Waldeck-Frankenberg gestimmt.

Diemelstadt – Am Ende gab es 13 Stimmen für den Beitritt, acht Stadtverordnete, überwiegend von der CDU, aber auch zwei von der SPD, stimmten dagegen. Einer enthielt sich bei der Abstimmung.

40 Jahre Bindung

Als einer der Knackpunkte wurden die Kosten und die lange Bindungswirkung des Beschlusses von der CDU ins Feld geführt: Immerhin soll die Stadt Diemelstadt über 40 Jahre regelmäßig mehr als 20 000 Euro zu den Unterhaltungskosten für die kreisweite Mountainbike-Strecke beitragen.

Nach dem aktualisierten Kostenverteilungsplan ist von einem Diemelstädter Anteil von 3,1 Prozent die Rede. Den Löwenanteil trägt mit 43,23 Prozent dauerhaft der Landkreis.

Konflikte mit Mountainbikern befürchtet

Christian Gröticke (CDU), Landwirt aus Neudorf, gab zu bedenken, dass Mountainbiker in der Feldflur und im Wald von Land- und Forstwirten sowie von Jägern als problematisch eingestuft würden. In jüngster Zeit werde von vielen Konflikten der unterschiedlichen Gruppen berichtet.

Udo Jäkel (CDU) wies auf die finanziellen Folgen hin, die jeder Austritt einer Gemeinde aus dem Zweckverband für die verbleibenden Gemeinden haben werden. Der CDU-Fraktionsvorsitzender Rainer Runte sprach von einem unnötigen und teuren Prestigeobjekt, das keine zusätzlichen Touristen in die Stadt bringen werde.

Zukunftsprojekt

Ganz anders die Sicht der Freien Wähler auf das Grenztrail-Projekt: Florian Boos sprach von einem Zukunftsprojekt, von dem viele profitieren könnten. Für die 20.000 Euro Jahresbeitrag könne die Diemelstadt jedes Jahr 40 Meter Radweg bauen oder von Anfang an Teil einer 400 Kilometer langen Mountain-Bike-Strecke werden, die deutschlandweit, vielleicht sogar europaweit einzigartig sei.

Der Tourismus verändere sich. Der Trend gehe hin zu mehr Bewegung in der Natur und zu mehr Tagestourismus. Jeder im Stadtgebiet könne davon profitieren, wenn er ein touristisches Angebot mache. Boos: „Wenn wir bei diesem kreisweiten Projekt nicht mitmachen, vergeben wir eine Chance.“

Anfangs Bedenken

Aus Sicht der Grünen räumte Christine Garve-Liebig ein: „Auch wir waren skeptisch. Am besten wäre es, die Menschen würden den Wald zu Fuß erleben. Dennoch werden wir zustimmen.“

Nach kritischer Abwägung aller Aspekte sei man bei den grünen nämlich zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorteile auch für die Natur überwiegen: „Es hat uns überzeugt, dass die Eingriffe in die Natur überschaubar sind und von der Naturschutzbehörde genehmigt werden müssen. Außerdem hat uns überzeugt, dass Wanderer und Radfahrer auf dieses Weise voneinander getrennt werden.“

„Chancen größer als Risiko“

Der Grenztrail sei insofern ein Kompromiss. vielleicht könne sich ja ein sanfter Tourismus entwickeln, der allemal besser sei als Fernreisen mit dem Flugzeug.

Auch die SPD sei anfänglich skeptisch gewesen, berichtete Fraktionssprecher Rolf Römer. Man habe sich gefragt, ob es zu verantworten sei, die Diemelstadt auf 40 Jahre an den Zweckverband zu binden. Doch die Chancen seien größer als das Risiko. Immerhin sei die Diemelstadt das touristische Einfallstor nach Waldeck-Frankenberg.

Vertrag gleich unterzeichnet

Das Projekt könne gelingen, wenn Landwirte, Jagdrechtsinhaber und Radfahrer gegenseitig Rücksicht nähmen.

Der Beitrittsvertrag mit dem Landkreis wurde nach der Abstimmung noch am gleichen Abend in der Stadthalle von Bürgermeister Elmar Schröder und Erstem Beigeordneten Dieter Oderwald unterzeichnet und dem zuständigen Fachdienstleiter der Kreisverwaltung, Matthias Schäfer, mit auf den Weg nach Korbach gegeben. (Elmar Schulten)

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