Vandalismus am Wahrzeichen 

Edersee: Wurzeln des Taucherbaums abgesägt und im Lagerfeuer verheizt

Taucherbaum am Edersee: Unbekannte sägten meterlange Wurzeln ab und verheizten Teile davon in einem Lagerfeuer.
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Taucherbaum am Edersee: Unbekannte sägten meterlange Wurzeln ab und verheizten Teile davon in einem Lagerfeuer.

Der Taucherbaum nahe der alten Dorfstelle Berich im Edersee wurde von Unbekannten beschädigt.

Edersee – Teile der oberirdischen Wurzelausläufer – eine davon mehrere Meter lang – wurden abgesägt und im Lagerfeuer verbrannt. „Das ist Sachbeschädigung“, ärgert sich Jörg Böhner, Leiter des Außenbezirks Edertal beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser.

Gestalt zweier Stämme, die im Fußbereich verwachsen sind

Taucherbaum am Edersee: Kurz nach dem Vandalismu s flatterte ein Warnhinweis im Wind.

Das WSA werde Anzeige erstatten, kündigte Böhner an. Die 12 Meter hohe Stieleiche mit einem Umfang von rund 3,65 Metern ist der bekannteste Baum am Edersee. Er steht wenige Meter vom Ufer entfernt an der Einstiegsstelle für Taucher. 

Die markante Gestalt zweier Stämme, die im Fußbereich verwachsen sind, ist für viele Landschaftsfotografen reizvoll und eine besondere Herausforderung. Erbost reagierten daher Naturfreunde und Fotografen, denen der Taucherbaum ans Herz gewachsen ist, auf den Vandalismus.

Bei Vollstau zwei Meter unter Wasser, bei abnehmendem Pegel auf dem Trockenen

Die Stieleiche hat einen schwierigen Standort an dem Staugewässer. Bei Vollstau des Edersees steht der Stamm bis zu zwei Meter im Wasser, bei abnehmendem Pegel sitzt sie auf dem Trockenen. 

Trotzdem war die etwa 150 alte Eiche in einem relativ guten Zustand. „Wir hatten in den letzten Jahren immer mal wieder Totholz, aber das ist bei Eichen nicht ungewöhnlich“, sagt Böhner. 

Pilz wächst am Stamm der Stieleiche

Kritisch beobachte er jedoch neuerdings einen Pilz am Stamm. Der Fruchtkörper sei ein Zeichen dafür, dass der Baum geschädigt ist. „Mit Sicherheit wird er nicht noch einmal 150 Jahre alt“, sagt Böhner. Er hofft, dass der Vandalismus dem Baumveteran nicht zu arg zusetzt.

Abgesägt und verheizt: Teile der verkohlten Wurzeln liegen am Ufer verstreut. Fotos: Conny Höhne

Der abgesägte lange Wurzelausläufer war laut Böhner schon abgestorben. „Darüber konnte der Baum mit Sicherheit kein Wasser mehr aufnehmen.“ Aber durch die Wunden, die die Säge hinterlassen hat, könnten Bakterien und Viren eindringen und die angeschlagene Eiche noch mehr schädigen.

Beliebter Treffpunkt, nicht nur für Taucher

Kurz nach dem Baum-Frevel am Wahrzeichen des Edersees flatterte ein von Unbekannten ausgedruckter Warnhinweis am Schild der Taucherzone im Wind. Darauf wird eindringlich appelliert, dass Lagerfeuer und Beschädigungen von Bäumen oder Wurzeln, Grillen und das Hinterlassen von Abfall verboten sind und zur Anzeige gebracht werden.

Es wird sich zeigen, ob das beherzigt wird. Das Ufer ist nicht nur ein Treffpunkt für Taucher. An dieser aussichtsreichen Stelle werden gern auch Partys gefeiert. Davon zeugen oft Unrat und leere Flaschen und Reste von Lagerfeuern.

Lesen Sie auch:Der Taucherbaum am Edersee hat den Pflegeschnitt gut überstanden

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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