Parlament beschließt Bau eines Wegs auf städtischem Grundstück

Barrierefrei zu Uferpromenade und  Schiffsanleger am Edersee

Je tiefer der Wasserstand, desto beschwerlicher: Der steile Weg vom Schiffsanleger zur Edersee-Randstraße ist eine Herausforderung, insbesondere für Rollstuhlfahrer, Rollatoren und Kinderwagen. Foto: Conny Höhne

Ein „Hot-Spot“ in der Waldecker Bucht am Edersee soll barrierefrei ausgebaut werden. Es ist das steile Wegstück von der Randstraße zur Uferpromenade und zum Schiffsanleger der „Weißem Flotte“.

Waldeck – Bei sinkendem Wasserstand des Stausees ist das Steilstück eine Herausforderung, insbesondere für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Senioren mit Rollatoren.

Stadt Waldeck und Personenschifffahrt wollen diesen Abschnitt barrierefrei ausbauen. Dafür soll auf einem städtischen Grundstück leicht serpentinenförmig ein neuer Weg angelegt werden. Vorgesehen ist auch ein der Geländeform angepasster Aufenthaltsbereich mit einer überdachten Ruhezone.

Erste Kostenschätzung: 300 000 Euro

Eine erste grobe Kostenschätzung geht von 300 000 Euro aus. Dazu wird mit Leader-Zuschüssen über die Entwicklungsgruppe Region Kellerwald-Edersee mit 75 Prozent der förderfähigen Kosten gerechnet. Die Personenschifffahrt finanziert die tatsächlichen ungedeckten Brutto-Baukosten, das heißt den Kostenanteil der Stadt Waldeck, der nicht durch Fördergelder finanziert wird.

„Derzeit gehen wir davon aus, dass die gesamten Kosten förderfähig sind, damit würden uns keine weiteren Kosten entstehen“, sagte Bürgermeister Jürgen Vollbracht in der Stadtverordnetenversammlung in der Stadthalle in Sachsenhaussen. Vorgesehen sei auch die Befestigung der Uferpromenade.

Finanz- und Bauausschuss hatten das Projekt beraten und laut den Vorsitzenden Michael Keller (SPD) und Karl Schwalenstöcker (CDU) dafür gestimmt. Der Waldecker Ortsbeirat habe sich einstimmig dafür ausgesprochen.

Kritik im Stadtparlament 

Kritik wurde im Parlament dennoch laut. Es ging um die Klarstellung, dass die Stadt Waldeck keine Kosten übernehmen soll.

 „Die Maßnahme haben nicht wir angeleiert, sondern die will jemand anders machen“, verwies Jürgen Schanner (Grüne) auf das Vorhaben der Personenschifffahrt. Sein Fraktionskollege Peter Trietsch sagte: „Das Verfahren gefällt mir nicht.“ Er betonte jedoch, dass seine Fraktion diese Maßnahme nicht verhindern wolle. 

Reinhard Rausch (parteilos) forderte die Rücküberweisung des Antrags an den Magistrat für eine konkrete Beschlussvorlage in der nächsten Sitzung. Das wurde jedoch von der großen Mehrheit abgelehnt, bei einer Ja-Stimme und einer Enthaltung.

Technische Plattform im zweiten Bauabschnitt

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss schließlich den Bau eines barrierefreien Zugangs auf dem städtischen Areal und stellt 300 000 Euro im Finanzhaushalt unter dem Produkt Tourismus bereit. Ausdrücklich vermerkt wurde der Zusatz, dass der Stadt bei einem Bau keine Kosten entstehen. So lautete ein Ergänzungsantrag von Jürgen Schanner, der Zusatz wurde mit großer Mehrheit angenommen.

In einem weiteren Bauabschnitt am Schiffsanleger ist eine technische Plattform vorgesehen, die als Aufzugsseilanlage oder über Vollgummiräder elektrisch angetrieben und Besucher je nach Wasserstand direkt zum Fahrgastschiff bringt. Dieser zweite Bauabschnitt zur Barrierefreiheit ist der nächste Schritt zu einer behindertengerechten touristischen Infrastruktur und soll allein auf Kosten der Personenschifffahrt Edersee durchgeführt werden.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.