Reste der Stallungen ragten lange Zeit aus dem See

Edersee-Atlantis: Erstmals nach 15 Jahren tauchen Ruinen von Gut Vornhagen auf

Zuletzt in 2003 aufgetaucht: Ein Gewölbe des ehemaligen Guts Vornhagen unterhalb des Waldecker Schlossbergs. 
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Zuletzt in 2003 aufgetaucht: Ein Gewölbe des ehemaligen Guts Vornhagen unterhalb des Waldecker Schlossbergs. 

Die Ruinen von Gut Vornhagen unterhalb des Waldecker Schlossbergs sind aus dem Edersee aufgetaucht. Damit das passiert, muss der Wasserstand extrem niedrig sein.

Gut Vornhagen gehörte wie die Stollmühle am Hammerberg zum 1,5 Kilometer entfernt gelegenen Dorf Berich und versank nach dem Bau der Edertalsperre in den Fluten. 

Noch lange Zeit später ragten Reste der Stallungen aus dem See und stürzten dann ein. Die Ruinen kommen nur bei extrem niedrigem Wasserstand zum Vorschein, zuletzt in 2003. Der weiterhin sinkende Pegel im Edersee hat die Reste eines Gewölbes freigegeben, ebenso Teile von Grundmauern und behauene Steine, die vermutlich aus dem Wirtschaftsgebäude stammen.

Das Gut wurde 1458 erstmals erwähnt. Es bestand aus einem großen, massiven Bau und einem kleineren Fachwerkgebäude. Zunächst war das Gut selbstständige Meierei. Später gehörte es als Wirtschaftshof zur Domäne Waldeck und diente vornehmlich zur Unterbringung von Vieh und Erntevorräten. 

Unterhalb der Stollmühle lag noch der Vornhagener Hammer, der noch im Jahr 1819 in Betrieb war. 1625 soll bei Vornhagen ein Wehr in der Eder errichtet worden sein, um Wasser zum Hammerwerk zu leiten. Im 18. Jahrhundert wurde Gut Vornhagen zeitweise auch als Gestüt genutzt.

Bei Niedrigwasser im Jahr 1972 haben Mitarbeiter der Bad Wildunger Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte umfangreiches Keramikmaterial aus dem Bereich der früheren Meierei geborgen. Die meisten Scherben stammten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die ältesten Stücke aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das geht aus Unterlagen hervor, die Heimatforscher Wilhelm Neuhaus (Nieder-Werbe) über die Geschichte des Edersees gesammelt hat.

Das ist Edersee-Atlantis

Damit ist eine weitere alte Ruine aus dem Edersee wieder aufgetaucht. Schon im Juli führte Hessens größter Stausee wegen der anhaltenden Trockenheit ungewöhnlich wenig Wasser. Seitdem ist der Pegel weiterhin kontinuierlich zurückgegangen, was viele Tagesbesucher freut, für die meisten Anwohner jedoch mehr als ein Ärgernis ist.

Als erstes war Ende Juli die versunkene Brücke bei Asel wieder zu sehen. Seitdem wurde sie unzählige Male fotografiert, wie man etwa bei Instagram sehen kann. Sie ist nur eines von vielen alten Bauwerken, die einst in den Fluten verschwanden und als Edersee-Atlantis nur bei extremem Niedrigwasser wieder zum Vorschein kommen. Auch die Überreste der versunkenen Dörfer Berich und Bringhausen sind seit Monaten zu bestaunen. Es wurden sogar Führungen zu den Ruinen angeboten.

Zahlreiche Touristen haben in den vergangenen Wochen die ungewöhnlichen Orte aufgesucht - auch mit unschönen Folgen. So wurde etwa die Krone des Sperrmauermodells bei Berich gezielt beschädigt, wie Experten glauben. Manche Besucher klettern gar auf den Relikten herum.

Edersee: So niedrig ist der Pegelstand aktuell

Edersee: So niedrig ist der Pegelstand aktuell
 © Maja Yüce
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Der Pegel des Edersees

Unterdessen hält die Diskussion über die Abgabe der Wassermenge aus dem Edersee an. Seit Jahren diskutieren Anwohner des Stausees sowie der Weser, wie nach trockenen Sommern das Problem gelöst werden kann. Die Staumauer wurde vor mehr als 100 Jahren gebaut, um die Schifffahrt auf der Oberweser zu gewährleisten. Zugleich ist der Tourismus im Waldecker Land von den Wassersportmöglichkeiten auf dem Edersee abhängig. Bislang konnten die Politiker das Problem nicht lösen.

So leer wie derzeit war der See seit 15 Jahren nicht mehr. Aktuell umfasst er gerade noch etwas mehr als 20 Millionen Kubikmeter Wasser, das sind lediglich zehn Prozent der maximalen Füllmenge. Aus dem Edersee ist eine Pfütze geworden. Und ein Ende der Trockenheit ist nicht in Sicht.

Quellen: Wilhelm Neuhaus; Buch „100 Jahre Edertalsperre“ vom Dorfstubenteam Nieder-Werbe

Edersee-Atlantis: Hier sind die einzelnen Orte zu finden

Durch die Entstehung des Edersees versanken die Überreste der Dörfer Asel, Berich und Bringhausen in den Fluten. Noch heute kann man Teile der alten Siedlungen, das Edersee-Atlantis, besichtigen. In unserer Karte zeigen wir, wo die einzelnen Orte des Edersee-Atlantis bei niedrigem Wasserstand zu finden sind. Zudem finden Sie in dem Artikel eine Tabelle, was bei welchem Pegelstand zu sehen ist sowie aktuelle und historische Bilder der einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Lesen Sie auch: Streit ums Wasser spitzt sich zu 

So schön sieht der leere Edersee von oben aus

Der leere Edersee von oben Mitte August 2018.
Der leere Edersee von oben. © Thomas Meder
Der leere Edersee von oben Mitte August 2018.
Der leere Edersee von oben. © Thomas Meder
Der leere Edersee von oben Mitte August 2018.
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Der leere Edersee von oben Mitte August 2018.
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Der leere Edersee von oben Mitte August 2018.
Der leere Edersee von oben. © Thomas Meder
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Der leere Edersee von oben. © Thomas Meder

Mit der neuen Edersee-Atlantis-App erleben Besucher jetzt das versunkene Dorf Berich bei einem virtuellen Rundgang fast hautnah. 

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