Flugschauen am 1. Juli angelaufen

Junger Gänsegeier und viele gefiederte Findelkinder in der Greifenwarte Edersee

Die Falkner Ludger Kluthausen (rechts) und Theo Koch freuen sich über den Nachwuchs bei den Gänsegeiern der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee.
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Die Falkner Ludger Kluthausen (rechts) und Theo Koch freuen sich über den Nachwuchs bei den Gänsegeiern der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee.

Die Greifenwarte im Wildtierpark Edersee hat nach langer Corona-Pause am 1. Juli die Flugschauen wieder aufgenommen. Außerdem präsentiert sie einen am 23. April geschlüpften Gänsegeier.

  • Die Greifenwarte im Wildtierpark Edersee hat am 1. Juli die Flugschauen wieder aufgenommen
  • Nicht mit dabei ist vorerst Gänsegeier-Weibchen „Ernie“, weil sie sich um ihr am 23. April geschlüpftes Junges kümmert
  • Die Greifenwarte im Wildtierpark Edersee bereitet außerdem viele junge Greifvögel auf die Rückkehr in die Freiheit vor, nachdem sie aus dem Nest gefallen und als Findelkinder abgegeben worden waren.

Edersee – Wichtiger Termin für den Nachwuchs von Gänsegeierdame „Ernie“ in der Greifenwarte des Wildtierparks Edersee: Das am 23. Mai geschlüpfte Junge, das mittlerweile kräftig gewachsen ist, wurde am Donnerstag von Ludger Kluthausen und Theo Koch beringt. „Ernie befindet sich damit in Elternzeit und nimmt nicht an den Flugschauen teil“, erklärt Falkner Ludger Kluthausen von der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee. 120 Tage dauere es, bis ein Gänsegeier flügge werde. Ein Gen-Test anhand einer Feder bringt danach Klarheit, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelt. Steht diese Möglichkeit nicht zur Verfügung, hilft aufmerksame Beobachtung. Weibchen sind bei Greifvögeln etwas größer und schwerer als die Herren der Schöpfung.

Beringt: der junge Gänsegeier ist seit Donnerstag immer der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee zuzuordnen.

Die Kolleginnen und Kollegen des beim Publikum bekannten und beliebten Muttervogels drehen seit dem 1. Juli wieder ihre Runden in der Flugschau der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee: ein Wüstenbussard, ein Aguja oder Blaubussard, zwei bis drei Schwarzmilane, zwei Luggerfalken und eine Schleiereule. Wegen Corona dürfen Zuschauer noch nicht wieder probehalber den Falknerhandschuh überziehen und direkt Kontakt zu den Vögeln aufnehmen.

An der Flugschau ist derzeit kein Geier beteiligt. Trotzdem begegnen die Besucher des Wildtierparks den Hausherren des Geierfelsens nahe der Aussichtsplattform direkt. Die großen Vögel bewegen sich frei. Oben im Bild: das Beringen des jungen Gänsegeiers.

Aber allein das Beobachten ist spektakulär genug, zumal die neue Aussichtskanzel im Wildtierpark Edersee auf viele Situationen einen noch besseren Blick ermöglicht. Das gilt speziell für die Flugmanöver der „freien Mitarbeiter“. Dabei handelt es sich vor allen um wild lebende Rotmilane, die gelernt haben, sich von den Falknern Futter zuwerfen zu lassen.

Viele aufgefundene junge Greifvögel werden in der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee auf die Freiheit vorbereitet

Falkner Ludger Kluthausen und sein Team von der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee haben auch hinter den Kulissen genug zu tun. 14 junge Turmfalken wachsen in der Obhut der Falkner heran: Findelkinder. Sie wurden als aus dem Nest gefallene Jungtiere abgegeben und werden so bald wie möglich wieder ausgewildert. In einem Fall wurden drei Geschwister im Lauf weniger Tage an derselben Stelle unterhalb ihres Nestes auf dem Boden aufgelesen. „Sie waren in einem schlechten körperlichen Zustand. Wahrscheinlich ist mindestens einem der Altvögel etwas zugestoßen“, vermutet Ludger Kluthausen. Irgendwann stürzen sich die Jungen aus dem Hunger heraus verzweifelt kopfüber aus dem Nest.

Findelkinder: einige der 14, als gefallene Nestlinge abgegebenen jungen Turmfalken. Die Greifenwarte Edersee bereitet die Tiere zur Zeit in ihrer ehrenamtlichen Rolle als Auffangstation auf die Rückkehr in die Freiheit vor.

Neben den Turmfalken versorgen die Experten ehrenamtlich in ihrer Auffangstation als Teil der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee in dieser Saison bereits einen Rotmilan, zwei Waldkäuze – nvon denen einer bereits wieder in Freiheit entlassen wurde – und zwei Mäusebussarde. „Es scheint in diesem Jahr reichlich Beute zu geben. Ein gutes Mäusejahr. Dann gibt es viele Bruten und uns erreichen so auch mehr Fundtiere“, berichtet Kluthausen. Der junge Gänsegeier stellt übrigens nicht den einzigen Nachwuchs dar, den die Falknerei 2021 in eigener Zucht am Edersee hervorgebracht hat. Erfolgreich wurden auch sieben junge Schwarzmilane auf ihrem Start ins Leben begleitet. (Matthias Schuldt)

Die Greifenwarte ist einer der Publikumsmagneten im Wildtierpark Edersee.

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