Edersee-Gespräch 2020

Edersee Fans werden unruhig - Machtwort von Regierungspräsident

Wenig Wasser im Edersee, wie hier an der Dorfstelle Berich.
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Derzeit ist wenig Wasser im Edersee, wie hier an der Dorfstelle Berich.

Trotz des bisher feuchten Sommers brachten durchwachsene und regnerische Tage kaum Entspannung für den Pegel im Edersee. Jetzt spricht der Regierungspräsident ein Machtwort.

  • Derzeit befindet sich nur wenig Wasser im Edersee.
  • Beim Edersee-Gespräch wurde nichts zur Bewirtschaftung der Talsperre beschlossen.
  • Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber lehnt eine neue Diskussion ab.

Frankenberg - Gefühlt fällt der Sommer 2020 bisher feuchter aus als sein Vorgänger von 2019. Dennoch brachten durchwachsene und regnerische Tage kaum Entspannung für die Pegel der Edertalsperre und der Weser.

Das berichtete Henning Buchholz, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Hann. Münden (WSA), beim „Edersee-Gespräch“, zu dem Regierungspräsident (RP) Hermann-Josef Klüber für Donnerstag ins Diemelstädter Schloss Rhoden eingeladen hatte. Die ausgetrockneten Böden und die Vegetation saugen die Niederschläge fast vollständig auf angesichts des vierten, trockenen Frühjahrs in Folge, führte Buchholz aus.

Vereinbarungen zum Edersee: Regierungspräsident spricht Machtwort

Zwangsläufig macht sich Unruhe breit unter vielen Edersee-Fans, doch der Regierungspräsident versucht, einen eventuell wieder aufflammenden, öffentlichen Streit ums Wasser im Keim zu ersticken. Das zeigt die gemeinsame Presseerklärung von RP und WSA zum Edersee-Gespräch.

„Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, die 2019 festgelegten Maßnahmen erneut zu diskutieren oder gar infrage zu stellen“, lässt sich Klüber zitieren. Damit bezieht er sich auf den im Sommer 2019 vereinbarten „Wintersparbetrieb“ und die abgesenkte „Triggerlinie“, die festlegt, ab welchem Wasserstand im Edersee der Weser-Zielpegel in Hann. Münden von 1,20 auf 1,15 Meter reduziert wird.

Edersee scheint „Wintersparbetrieb" zu vertragen

Vereinbart wurde im Vorjahr, die Auswirkungen beider Spar-Werkzeuge über fünf Jahre zu beobachten und auszuwerten. Daran halten Klüber und Buchholz fest.

Jährlich sind die Beobachtungen bis dahin Thema des Edersee-Gesprächs. Eine gute Nachricht hat Dr. Martin Marburger von der Umweltschutzabteilung des RP: „Es sieht so aus, dass die Natur an der Eder den Wintersparbetrieb verträgt.“ Dieser Betrieb senkt die Mindestabgabe aus dem Edersee von 6 auf 4 Kubikmeter pro Sekunde, wenn, wie im Winter meist der Fall, die Weser kein Wasser aus dem See braucht.

Edersee: Regierungspräsident hält sich zurück

Neben RP und WSA nahmen die Interessenverbände von Eder-, Diemelsee- und Oberweser-Region sowie Landrat Dr. Reinhard Kubat am Gespräch teil. Kubat wollte auf Nachfrage unserer Zeitung aber keine eigenen Eindrücke von der Edersee-Runde wiedergeben. (Matthias Schuldt)

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