Wildtierpark-Edersee: Leitwolf und fünf Wochen alter Welpe tot

Hemfurth-Edersee. Traurige Nachrichten aus dem Wildtierpark-Edersee: Leitwolf Cameron starb vermutlich an Nierenversagen und das einzige Junge aus diesem Jahr wurde nur fünf Wochen alt.

Für Wildtierparkleiter Albert Hernold und seine Mitarbeiter bestätigten sich vor einigen Tagen die schlimmsten Befürchtungen. Timberwolf Cameron litt an einer unheilbaren Krankheit. „Er war schon seit längerer Zeit nicht mehr der Alte. Schon im vorigen Jahr vermutete unsere Tierärztin eine Leber- oder Nierenschädigung bei ihm“, berichtet Hernold auf Anfrage der HNA.

Der gesundheitliche Zustand des prächtigen Leitwolfs habe sich in den zurückliegenden Wochen rapide verschlechtert. Albert Hernold und die Tiermedizinerin entschlossen sich daraufhin für eine Narkose. „Wir hatten ihn schon vorher mit Antibiotika behandelt. Aber als wir ihn dann schlafen gelegt hatten, sahen wir den Grund für sein Leiden. Die gesamte Bauchhöhle war infolge Nierenversagens voller Wasser. Wir mussten ihn leider einschläfern.“

Cameron, der im Mai elf Jahre alt wurde, kam im Jahr 2000 als Jungtier aus dem Bärenpark Worbis in den Wildtierpark-Edersee. Nach Auskunft Hernolds können Timberwölfe in Gefangenschaft locker über 16 Jahre alt werden. Der Tod des Leitwolfs sei umso bedauerlicher, weil er mit Alphawölfin Luna insgesamt zehn Jungtiere in den vergangenen Jahren zeugte. „Auch vom Charakter her war er ein außergewöhnlich friedliches und ausgeglichenes Tier, das sein Rudel immer unter Kontrolle hatte.“

Die Rolle des Leitwolfs hat nun Robin, ein Sohn Camerons, übernommen. „Er ist drei Jahre alt“, berichtet Hernold, der mit seinen Mitarbeitern ein interessantes Verhalten während der letzten Lebenstage Camerons beobachten konnte.

„Das ganze Rudel kümmerte sich rührend um ihn. Bis zum Schluss war er voll im Familienverbund integriert.“ Keines der Tiere habe ein aggressives Verhalten gegenüber dem kranken und geschwächten Leitwolf gezeigt. „Im Gegenteil, sie leckten sogar immer wieder seine Schnauze.“ In freier Wildbahn würden kranke oder schwache Wölfe von ihren Artgenossen ausgestoßen oder sogar getötet. „Bei unserem Cameron war das nicht der Fall. Er genoss bis zum Schluss höchstes Ansehen im Rudel.“

Eine Krankheit sei vermutlich auch der Grund für den Tod einer kleinen Wölfin gewesen, die in diesem Jahr das Licht der Welt im Wildtierpark erblickte. „Ihre Mutter Luna nahm die Kleine ungewöhnlich früh in ihre Schnauze und trug sie durch das Gehege.“ Für Hernold und seine Mitarbeiter war dies ein Indiz dafür, dass mit dem Welpen etwas nicht stimmte.

„Der kleine Wolf wuchs einfach nicht. Beim Saubermachen des Geheges fanden wir dann das tote Tier.“ Albert Hernold vermutet als Grund eine Krankheit oder Lunas Muttermilch. „Es kann sein, dass damit etwas nicht stimmte.“ (ukl)

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