Auf dem Teilabschnitt zwischen Terrassenhotel und Waldeck-West

Gute Nachrichten für Edersee-Fans: Sperrung der Randstraße endet früher als geplant

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Diese Sperrung soll nach Möglichkeit Mitte nächster Woche verschwinden.

Eine tröstende Nachricht für die Tourismusbetriebe und alle Edersee-Fans nach schwierigen Monaten: Sperrung der Edersee-Randstraße endet früher als geplant.

  • Den ersten Abschnitt der gesperrten Edersee-Randstraße will die Kreisverkehrsbehörde möglichst Mitte nächster Woche freigeben; eineinhalb Wochen früher als gedacht
  • Wie geplant, bis Ende des Monats, könnte die Sperrung auf dem zweiten Abschnitt zwischen Dorfstelle Berich und Nieder-Werbe andauern
  • In der Waldecker Stadtverordnetenversammlung wurde am Donnerstag harsche Kritik an der fortdauernden Sperrung der Edersee-Randstraße laut 

Edersee – Es spricht sehr viel dafür, dass zumindest ein Teil der gesperrten Randstraße früher freigegeben wird als Ende Februar, wie es geplant war. Das bestätigten die Kreisverkehrsbehörde und Hessen Mobil am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung.

Edersee: Die Arbeiten an der Randstraße zwischen Waldeck-West und Terrassenhotel sind beendet

Die Arbeiten zwischen Waldeck-West und Terrassenhotel sind beendet. Ein Ingenieur hat die Hangnetze kontrolliert, denn nicht selten werden solche Sicherungen bei Baumfällarbeiten beschädigt. Nicht jedoch in diesem Fall.

Einem sofortigen Öffnen steht allerdings zweierlei entgegen, erläutert Kreis-Pressesprecherin Petra Frömel. Zum einen gilt eine Sturmwarnung für das Wochenende. Zum anderen reicht es nicht, die Schilder wegzuräumen.

Edersee: Abgeänderte Beschilderung für Randstraße

Vielmehr muss die weiträumige Beschilderung angepasst werden, weil die Arbeiten auf dem zweiten Abschnitt der gesperrten Edersee-Randstraße zwischen Dorfstelle Berich und Nieder-Werbe noch nicht komplett beendet sind. Das Anpassen der Beschilderung erfordere Absprachen mit Hessen Mobil und den Anliegerkommunen.

Im Abschnitt zwischen Berich und Nieder-Werbe sieht die Straße bis etwa zur Hälfte der Strecke picobello aus. Im weiteren Verlauf liegen einige wenige, größere Äste am Rand. Vor allem Laub, kleine und kleinste Zweige finden sich auf der Fahrbahn, teils schon zu Haufen zusammen gekehrt. 

Vereinzelt und stellenweise sind niedrigere Hangnetze teils hochgebogen. Am späten Freitagvormittag lag der gesamte Abschnitt allerdings von Menschen verlassen da, stand ein Bagger geparkt in einer Haltebucht.

Edersee: Ausstehende Arbeiten im zweiten Abschnitt der gesperrten Randstraße

Hessen Mobil benennt auf Anfrage als ausstehende Arbeiten das Begutachten der Netze, Entfernen von losem Geröll zur Vorbereitung dieser Expertise, Freiräumen der verstopften Abläufe oder Entfernen von Gestrüpp. 

Einer der größten einzusammelnden Äste: Gut einen Meter lang, liegt er an der Randstraße zwischen Dorfstelle Berich und Nieder-Werbe. Ein Ingenieur muss überdies in diesem Abschnitt noch begutachten, ob die Hangnetze, wie rechts im Bild, durch das Bäumefällen und Beschneiden Schaden genommen haben. 

Man befürchte bei sofortiger Freigabe Einschränkungen der Verkehrssicherheit durch Aquaplaning. Bei Tempo 50, das auf der Randstraße gilt, wäre das im wolkenbruchartigen Regen mit nahezu abgefahrenen Reifen denkbar, schreibt der TÜV in Empfehlungen für Autofahrerinnen und -fahrer.

Edersee: Eine Verschwörungstheorie zur Sperrung der Randstraße

Martin Merhof (FDP) kritisierte am Donnerstagabend in der Waldecker Stadtverordnetenversammlung scharf die Situation auf der gesperrten Edersee-Randstraße, die er sich angeschaut habe. Die gesamte, lang anhaltende Sperrung ist aus seiner Sicht nicht damit zu begründen, „dass drei Bäume gefällt wurden.“

Das wäre alles schneller möglich gewesen, gab er sich sicher. „Warum wurde von Nieder-Werbe nach Scheid kein Baum gefällt?“, fragte Merhof. Und er vermutete gar eine Art „Probelauf“ des Umweltministeriums, um zu testen, wie die Bevölkerung reagiere, wenn aus der Nationalparkerweiterung am Edersee künftig erhebliche Einschränkungen erwüchsen.

Dieser Lesart stehen die Aussagen von Hessen Mobil, Naturschutz, Forst und Kommunen gegenüber. Sie stammen vom gemeinsamen Krisentreffen zur Straßensperrung in Waldeck vor Monaten.

Edersee: Die Fakten zur Sperrung der Randstraße

  • Die Steilhänge genießen seit Langem auch ohne den werbewirksamen Titel „Nationalpark“ höchsten Naturschutz und hätten nicht einfach flächenweise abgeholzt werden dürfen.
  • Das Begutachten der einzelnen Bäume und das Festlegen eines Pflegeplans sicherte wertvolle, seltene Naturschätze. 
  • Ein Kahlschlag zur Verkehrssicherung hätte einen 50 Meter breiten, ausgeräumten Streifen hinterlassen – mit entsprechend negativer Wirkung auf Edersee-Gäste, auch aus Sicht des Tourismus.
  • Die Edersee-Randstraße im Angesicht des katastrophalen Zustandes der Buchen nicht zu sperren, hätte nach übereinstimmender Aussage aller beteiligten Experten Menschen an Leib und Leben gefährdet.
  • Die Bäume zwischen Nieder-Werbe und Scheid wurden kontrolliert. Sie stehen schattiger. Trockenheit und Hitze griffen sie – wie im Nationalpark – bei Weitem nicht so an, wie an den Steilhängen auf der anderen Seeseite. Mit nur 500 Millimetern Jahresniederschlag und bei hoher Sonnenintensität gelangt dort die Buche an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, sagen Förster und Biologen.

Nicht nur Peter Trietsch (Grüne) schüttelte den Kopf. Er bezeichnete die Vorwürfe des FDP-Fraktionschefs als absurd.

Video: Versunkene Dörfer, uralte Brücken - Der Edersee von oben

Der Edersee ist ein Tourismus-Magnet, da kommt die Nachricht, dass die gesperrte Randstraße bald wieder freigegeben wird bei Edersee-Fans gut an. Besondere Anziehung hat das Edersee-Atlantis - wenn der Wasserpegel im Sommer so weit absinkt, dass die alten Ruinen wieder auftauchen wie im Video zu sehen.

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