Jugendgottesdienst des Kirchenkreises Eder

„Ungefiltert“ bei der „Church Night“ in der Bergheimer Martinskirche

„Instacity“ erwacht zum Leben: Eine Kleiderstange wird durch die Kirche geschoben. Sekunden später geht gar nichts mehr in der digitalen Welt – die Jugendlichen sind „offline“.
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„Instacity“ erwacht zum Leben: Eine Kleiderstange wird durch die Kirche geschoben. Sekunden später geht gar nichts mehr in der digitalen Welt – die Jugendlichen sind „offline“.

„Ungefiltert“ lautete das Thema der „Church Night“ in der Bergheimer Martinskirche.

  • 40 junge Leute aus dem Kirchenkreis Eder präsentierten in der Bergheimer Martinskirche einen besonderen Jugendgottesdienst.
  • „Ungefiltert“ lautete das Thema der „Church Night“ in Edertal.
  • Der Gottesdienst mit viel Musik regte zum Nachdenken an und animierte zum Mitmachen.

Edertal-Bergheim – Voll vernetzt in sozialen Netzwerken, die „Posts“ gefiltert, Fotos geschönt, stets digital hellwach – und dann ist plötzlich der Schalter aus. „Offline“ sind die Jugendlichen des Kirchspiels Eder bei der „Church Night“ in der Martinskirche. Gedanken, Lieder, Verse und Dialoge drehen sich um die vielen Filter des Lebens, die die eigene Person so anders darstellen wie sie eigentlich ist.

„Die Welt da draußen hat so was nicht“

Die Kirchenbesucher tauchen ein in eine digitale Welt. „Instagram City“ erwacht zum Leben, eine Kleiderstange animiert zum „Shopping“. Jugendreferentin Louisa Reichart fragt bei der Begrüßung die Gewohnheiten der Besucher ab. „War das letzte Foto, das Du gepostet hast, ungefiltert?“ Da gehen fast nur die Daumen der älteren Zuschauer hoch.

Mutter-Tochter-Gespräch: Silke Backhaus (links) und Jacqueline Göbel.

Warum bearbeiten Jugendliche eigene Fotos so sehr, dass sie makellos ausschauen? Darum dreht sich ein Anspiel. „Du bist doch schön genug, so wie Du bist“, sagt eine Mutter (Silke Backhaus/Königshagen). Die Tochter (Jacqueline Göbel/Höringhausen) kontert: „Du guckst durch deine rosa-rote Mutter-Brille – die Welt da draußen hat so was nicht.“

Lieder, Lesungen und Gebete

„Ungefiltert“ – das Thema der „Church Night“ – klingt durch bei Liedern, Lesungen, Gebeten, Mitmach-Aktionen, Anspielen. So vieles im Leben werde unbewusst gefiltert. Die Darsteller regen zum Nachdenken an. Eine Reihe von Bibel-Zitaten weist den Weg. Im Gebet sagt Lara: „Gott, wir sind hier. Ungefiltert, unplugged, offline. Alles andere ist grad nicht so wichtig.“.

Die Predigt halten Ella Adoms, Lisa Holland-Moritz und Friederike Spratte. Schwung bringt die Tanzgruppe Namid in den Jugendgottesdienst. Trotz der Corona-Einschränkungen ist das Publikum von Anfang an mittendrin im Geschehen. Mit einer Anleitung zum „Grooven“ mit dem Kopf und Mitschnippen im Takt klappt auch der eingeschränkte „Tanz auf der Kirchbank“, und die Aufforderung zum Murmeln mit den Nachbarn wird gern wahrgenommen.

Ausklang bei Feuerschein

Ein mitreißender und professionell gestalteter Gottesdienst geht zu Ende, den eine Band musikalisch begleitet hat. Die Freude, endlich wieder gemeinsam kreativ zu sein, ist groß. Nach Fürbitten und dem Segen klingt die Feier bei Feuerschein, Zettelaktion und Gesprächen aus. 40 Menschen aus dem Kirchenkreis Eder haben ihn vorbereitet und vor und hinter den Kulissen mitgewirkt, die Jüngsten sind die Konfirmanden. In etwas anderer Besetzung wurde die „Church Night“ am nächsten Abend in der Liebfrauenkirche in Frankenberg präsentiert.

Konfirmanden auf Socken

Musik, die ansteckt: Die Tanzgruppe animiert die Besucher der „Church Night“ zum „Grooven“ auf den Kirchenbänken.

Kreisjugendpfarrerin Kerstin Palisaar überreicht den Jungen und Mädchen des Konfirmandenjahrgangs 2023 bei der „Church Night“ Bibeln. „Ich würde mich freuen, wenn ihr euch mit der Kirche vernetzt und zu Followern von Jesus werdet,“ sagte Palisaar in Anspielung auf das Thema des Abends. Die Pfarrerin forderte die Jungen und Mädchen auf, sich in der Konfirmandenzeit „ungefiltert“ zu zeigen.

Die neuen Konfirmanden kommen ebenso wie alle Akteure der „Church Night“ auf Socken zur Bühne. Sie gehen mit einer Bibel in der Hand und einer Einladung zum Konfirmanden-Ausflug nach Frankfurt ins Stadion – zum Besuch beim Stadionpfarrer. (Cornelia Höhne)

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