Wetter in der Region

Felsberger Landwirt klagt: Es ist immer noch zu trocken

Gewitterwolken über den Dächern von Felsberg, Gensungen und der Felsburg
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Da braut sich was zusammen: Diese Gewitterwolken über den Dächern von Felsberg, Gensungen und der Felsburg hatten Regen in sich.

Mit Temperaturen um 13 bis 14 Grad hat das neue Jahr im Melsunger Land sehr mild angefangen. Silvester waren es stellenweise sogar 15 Grad – für die Jahreszeit ungewöhnlich.

Melsungen/Felsberg – Vor einem Jahr waren zum Jahreswechsel im Edertal Temperaturen um den Gefrierpunkt und plus einem Grad gemessen worden. Etwas Schnee blieb damals nur in den Höhenlagen liegen. Vor zwei Jahren waren am Neujahrstag Temperaturen zwischen minus fünf und plus zwei Grad gemessen worden.

Mit Tagestemperaturen um sechs bis acht Grad hatte das neue Jahr im Altkreis Melsungen 2018 relativ mild angefangen. Im Jahr davor waren es zum Jahreswechsel elf bis zwölf Grad plus gewesen, vor fünf Jahren waren minus fünf Grad gemessen worden. Am 6. Januar 2017 war das Thermometer auf minus elf Grad gefallen.

Im Januar 2021 stiegen die Temperaturen in der Region auf bis zu elf Grad plus an. Wurden am 3. Februar noch zehn Grad gemessen, so folgte am 9. Februar ein Kälteeinbruch mit minus 16 Grad.

Wetter im Edertal: Temperaturen entscheiden über Ernteerfolge

Am Tag darauf wurden im Edertal minus 20 und minus 22 Grad gemessen, in Sontra minus 26, im Südniedersächsischen Northeim minus 25. Das waren Temperaturen, die zum Beispiel an den Weinstöcken des Böddiger Berges so schwere Schäden angerichtet haben, dass es im Herbst keine Ernte gab.

Dagegen erntete der Dissener Landwirt Klaus Minkel nur ein paar Kilometer entfernt mehr als fünf Tonnen Trauben. Er hatte auf seinem Hof eine Minustemperatur von 24,5 Grad registriert.

Bis 14. Februar gab es im Edertal Minus-Werte zwischen 17 und 19 Grad, am 16. Setzte Tauwetter ein, und am 21. stieg die Quecksilbersäule auf 17 Grad plus an, im Odenwald sogar auf 19,9 Grad. Vom 23. bis 25. Februar waren es in Felsberg jeweils 18 Grad plus – der Klimawandel vor der Haustür.

Unvergessen ist bei vielen Menschen der Start ins Jahr 1979 mit einem anderen Kälterekord. Eine Felsberger Familie, die sich damals zum Jahreswechsel auf der Felsburg traf, hat festgehalten: „Bei barbarischer Kälte von minus 18 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee sowie scharfem Nordostwind haben wir das neue Jahr begrüßt. Der Sekt gefror in den Flaschen.” Bis Mitte März war es damals frostig.

Weitere Besonderheiten aus dem Vorjahr: Vom 24. bis 26. März schwankten die Temperaturen zwischen Frost und 14 beziehungsweise 17 Grad plus, am 31. März waren es in Felsberg 25, in Südhessen sogar 25,6 Grad. 30 Grad wurden am 9. Mai in Felsberg registriert, zwischen 35 und 32 Grad waren es zwischen dem 17. und 20. Juni, 30 beziehungsweise 29 Grad am 14. und 15. August.

Felsberger Landwirt wünscht sich mehr Regen

„Es ist immer noch zu wenig“, kommentierte ein Felsberger Landwirt gestern die Niederschläge des Vorjahres, die in den vergangenen Tagen in den Nachrichten als durchschnittlich oder normal bezeichnet worden waren.

„Um die 600 Liter pro Quadratmeter im Jahr sind für unsere Region eigentlich normal”, sagt er. Im Vorjahr hat er 606 Liter gemessen, nur 468 Liter waren es 2020. 2019 waren es 587 Liter, davon 100 im Mai. Das nassestes Jahr der vergangenen Jahre war nach der Statistik des Landwirts 2017 mit 811 Litern, 2016 waren es 598 und in 2015 607 Liter gewesen, nur 595 in 2014. In den ersten fünf Tagen des neuen Jahres sind im Edertal bereits 27 Liter Regen gefallen.

„Das ist Klimawandel“, sagt der erfahrene Landwirt zur aktuellen Lage, „100 Liter Regen mehr wären im Vorjahr besser gewesen.“ Noch vorige Woche sei beim Ackern trockener Boden heraus gekommen.

Der meiste Niederschlag fiel im Vorjahr im Juli – 108 Liter, der wenigste von September bis Jahresende – monatlich zwischen 22 und 33 Liter. (Manfred Schaake)

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