Machbarkeitsstudie gefordert

Grüne fordern Reaktivierung der Bahnstrecke von Wega zum Edersee

„Relativ leicht zu reaktivieren“: Das sagen die Edertaler Grünen über die Bahnstrecke von Wega Richtung Edersee, hier mit Blick auf Bergheim/Giflitz und die Firma Oppermann.
+
„Relativ leicht zu reaktivieren“: Das sagen die Edertaler Grünen über die Bahnstrecke von Wega Richtung Edersee, hier mit Blick auf Bergheim/Giflitz und die Firma Oppermann.

Die Edertaler Grünen wollen die Eisenbahnstrecke zwischen Wega und dem Edersee reaktivieren.

  • Die Edertaler Grünen fordern die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Wega und Hemfurth-Edersee.
  • Ihr Ziel: Die Gemeindevertretung soll den Landkreis Waldeck-Frankenberg und den Nordhessischen Verkehrsverbund auffordern, eine Machbarkeitsstudie zur Wiederaufnahme der Verbindung in Auftrag zu geben.
  • Über diesen Antrag und weitere Ideen, darunter Elektrifizierung des Schienenverkehrs und Einstunden-Takt berät der Finanzausschuss.

Edertal - Ihr Nahziel: Die Gemeindevertretung soll den Landkreis Waldeck-Frankenberg und den Nordhessischen Verkehrsverbund auffordern, eine Machbarkeitsstudie zur Wiederaufnahme der Verbindung in Auftrag zu geben.

Mehr noch: Die Grünen wollen in einem Zug die Verbindung zwischen Kassel und Bad Wildungen sowie im Weiteren zwischen Wega und dem Edersee elektrifizieren und den Fahrplan auf einen Einstunden-Takt verdichten. Den Vorstoß überwies die Gemeindevertretung auf Antrag der Grünen-Fraktion zur Beratung in den Finanzausschuss.

Langwieriges Planungsverfahren vemeiden

Dr. Barbara Weller begründete das Ansinnen ihrer Fraktion. Aus Sicht der Grünen besteht ein gewisser Zeitdruck, weil auf Ebene des Regierungspräsidiums aktuell überlegt werde, die seit Langem still gelegte Strecke im neuen Regionalplan endgültig zu den Akten zu legen.

Geschieht das und wollte man dort in Zukunft doch wieder eine Eisenbahn verkehren lassen, wäre das ohne ein umfangreiches, Zeit raubendes Planungsverfahren nicht mehr möglich. Eine Machbarkeitsstudie würde nach Meinung der Grünen diese Aufgabe der Trassensicherung vorerst stoppen.

Auch sieben Bahnstationen im Edertal reaktivieren

„Studien haben gezeigt, dass Menschen vom Auto auf die Bahn umsteigen, wenn attraktive und gut erreichbare Bahnverbindungen bestehen“, sagte Barbara Weller. Für die Klima-Kommune Edertal sei das von großer Bedeutung.

Mit der reaktivierten, bis zum Edersee verlängerten Strecke und dem komfortableren Fahrplan würde die Nationalparkregion in diesem Sinn Richtung Osten ans Schienennetz der Deutschen Bahn angeschlossen.

Die Grünen erwarten davon viele positive Effekte. Durch die sieben, ebenfalls geforderten Edertaler Stationen Anraff, Giflitz, Bergheim, Lieschensruh, Affoldern, Hemfurth und Edertalsperre böte sich nicht nur für Touristen die Bahn als Alternative zum Auto an, sondern auch für den heimischen Pendelverkehr bis hinüber nach Kassel.

Für mehr Lebensqualität in den Dörfern

Abgerundet wird dieser Ansatz durch die Anbindung der Haltestationen an das Busliniennetz. Die Edertaler Grünen wollen außerdem den Edersee-Bahnradweg von Buhlen über den nach dem Dorf benannten Viadukt weiterführen und dann neben den Gleisen der reaktivierten Strecke bis nach Wega. Den anliegenden Dörfern erschlössen sich Radtouristen als Einnahmequelle.

In der Summe würde die Lebensqualität in den Edertaler Dörfern durch die Reduktion des Autoverkehrs gesteigert, meinen die Grünen. Unter anderem müssten allerdings für das Umsetzen des Vorschlages nicht nur die Gleise bis zur Sperrmauer verlängert, sondern auch die abgerissenen Viadukte in Wega und Lieschensruh neu gebaut werden. Die GrünenHoffnung, dass aus der Vision Wirklichkeit werden könnte, nährt sich unter anderem aus der Tatsache, dass die Deutsche Bahn aktuell 20 Strecken reaktiviere, schloss Barbara Weller ihre Stellungnahme für die Fraktion. (Matthias Schuldt)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.