Finaltag ab 13 Uhr in Anraff

Waldecker Pokal: TSV/FC Korbach und SG Höringhausen/ Meineringhausen fiebern dem Finale entgegen

2018 feierte der TSV Berndorf den Sieg im Waldecker Pokal. Wer stemmt ihn diesmal in die Höhe?
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Begehrter „Pott“: 2018 feierte der TSV Berndorf den Sieg im Waldecker Pokal. Wer stemmt ihn diesmal in die Höhe?

Anraff – Finalstimmung im August? Dank Corona ist es so in diesem Jahr beim Waldecker Pokal. Das Highlight jedes heimischen Fußballers steigt an diesem Samstag in Anraff.

Als ob sie’s schon vorher gewusst hätten. Die Fußballer des TSV/FC Korbach und der SG Höringhausen/Meineringhausen hauten sich in den Waldecker Pokalspielen 2020/21 voll rein und standen erneut im Endspiel, genau wie in der Vorsaison. Aber dieses Finale 19/20 war gar nicht gespielt worden. Es wurde vom Fußballausschuss coronabedingt abgesagt – beide Verein protestierten vergebens gegen diese Entscheidung.

An diesem Samstag ab 17 Uhr dürfen die zwei Mannschaften nun endlich in Anraff auf den Platz. Finale, Fußballgott, sei Dank! Und die Spieler freuen sich vor allem über eines: Zuschauer sind erlaubt. Zuvor ab 13 Uhr treffen im Spiel um Platz die SG Adorf/Vasbeck und der VfR Volkmarsen aufeinander, danach findet das Frauenfinale statt.

Möchte in Anraff gern jubeln: Der TSV/FC Korbach mit seinen „Jungspunden“wie Kevin Walger (rechts), hier mit Kapitän Kevin Staniek.

Der Korbacher Trainer Uwe Tenbusch erwartet ein unterhaltsames Match, auch, weil er keine Mannschaften im Vorteil sieht. „Man kennt sich gut. Mal sehen, ob ein den anderen taktisch überraschen kann.“

Ein taktisches Geplänkel erwartet SG-Trainer Martin Wagner hingegen nicht. „Ich denke es wird ein offener Schlagabtausch auf Augenhöhe mit Emotionen, Tempo, Kampfkraft und Power, ob dieses Gemisch auch fußballerische Qualität ergibt, wird sich zeigen.“ Vielleicht liege das Überraschungsmoment eher auf Seiten der Korbacher, vermutet SG-Kapitän Dominik Sach, „Die haben viele Jugendspieler und man weiß nicht, welche älteren Spieler sie aufbieten.“

Beide Teams haben Bock und wollen‘s genießen

Welche große Bedeutung dieses Pokalfinale für einen Spieler hat, wird deutlich, wenn man den Kapitänen beider Teams zuhört. Der Korbacher Kevin Staniek sagt, dass „alle im Team euphorisch sind und ein Mega-Lust auf dieses Finale haben, das für jeden Kicker im Waldecker Land einen besonderen Reiz hat.“

Ähnliche Gefühlsmomente verspürt auch Sach bei sich und seinen Teamkollegen. Die Trainingsbeteiligung sei sehr hoch und jeder sei motiviert. „Wir haben total Bock auf dieses Finale.“ Staniek fügt noch die Besonderheit hinzu, dass es für sein Team das erste Waldecker Pokalfinale bei den Senioren sei. „Wir wollen nicht nur das Spiel, sondern auch die Atmosphäre und alles drumherum genießen.“

Auch sie möchten gern nach 2017 wieder jubeln: (von links) Thomas Pendzich, Julian Benner, Marcel Bangert und Nico Martin von der SG Höringhausen/Meineringhausen.

Diesen historischen Moment für den TSV/FC hat auch Tenbusch ausgemacht: „Beim TSV gibt es viele Fußballer, die viel zu erzählen haben, aber keiner kann von einem Waldecker Pokalfinale berichten.“ Auch Wagner gibt zu, dass dieses Endspiel für ihn etwas Außergewöhnliches ist. Er rechnet auch bei sich selbst mit einem höheren Pulsschlag als bei einem Punktspiel. Und im Hinblick auf die Arbeit mit seinen Spielern sagt er: „Für die Motivation muss ich an diesem Tag am wenigsten tun.“

Pokalerfahrung spricht für „Hö/Mei“

Wenn die Erfahrung siegt, steht der Gewinner eigentlich schon fest: Hö/Mei. Der Kreisoberligist stand seit der Saison 2014/15 fünfmal im Endspiel dieses Pokalwettbewerbs. Die Trophäe holte die SG-Elf in diesem Zeitraum aber nur einmal (2017). Und das könnte die Chance des TSV/FC Korbach beim seinem Pokaldebüt sein

Die Kreisstädter spielten jahrzehntelang höherklassig und durften daher nicht an diesem Wettbewerb teilnehmen. Pokalfinalerfahrung bringen aber trotzdem nahezu alle Korbacher Spieler mit, den mit seinen Kinder- und Juniorenteams ist der TSV Korbach Stammgast in Endspielen. „Von daher glaube ich nicht, dass sie übernervös sein werden“, meint Trainer Tenbusch.

Nach der Auftaktpleite gegen Wesetal stimmen die Ligaergebnisse beim TSV/FC. „Wir sind noch nicht so gut in Tritt, aber es wird besser“, sagt Tenbusch. Zwei Siege in zwei Spielen feierte Hö/Mei. „So früh in der Saison fehlt uns noch der Rhythmus“, meint Wagner, „aber das geht Korbach nicht anders“.

Das Personal: Fragezeichen stehen bei Korbach noch hinter dem Einsatz von Fabian Jaslar (Bänderverletzung) und Elias Mayer. Bei der SG gilt Marcel Bangert wegen einer Knieverletzung als Sorgenkind. „Die Chance, dass er spielt stehen fifty-fifty“, sagt Wagner.

3-G-Regeln und andere Hinweise

Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf am Endspieltag auf das Anraffer Sportgelände. Die 3-G-Regel hat der Kreisfußballausschuss als Veranstalter einstimmig beschlossen – einmal angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus, zum anderen aber auch, weil bei einer erwarteten Zahl von normalerweise 700, 800 Besuchern die nötigen Kontrollen etwa beim Toilettengang von Ausrichter SV Anraff nicht leistbar gewesen wären, so der Pressewart des Fußballkreises, Marco Steinbach: „Wir haben damit eine praktikable Lösung für die Großveranstaltung gefunden.“ Dabei richtet sich der Ausschuss nach den Vorgaben der Landesregierung.

3G gilt für alle ab 16, auch für Spielerinnen und Spieler. Die Altersgrenze orientiert sich am Eintritt: Zahlen müssen alle ab 16 Jahren, erstmals auch Frauen. Die vorgelegten Bürgertests müssen tagesaktuell sein. Wer den jeweiligen Status nicht nachwiesen kann, muss draußen bleiben. „Ausnahmen bei Schnelltests wird es nicht geben“, verdeutlicht Anraffs Vorsitzender Sebastian Brindöpke.

Besucher mit Luca-App sollten ihr Handy griffbereit halten. Wer die App nicht hat, füllt das bekannte Formular zur Kontaktnachverfolgung vor Ort aus oder bringt es ausgefüllt mit.

Der SV Anraff richtet zwei Eingänge auf sein Sportgelände ein: einen für Spieler/innen, Schiedsrichter, Ehrengäste und Offizielle; einen für Zuschauer. Auf dem Gelände selbst gelten Hygiene- und auch Abstandsregeln. Am Eingang sowie an den Verkaufsständen ist die Maske Pflicht. Auf der Wiese gegenüber dem Sportplatz werden Parkplätze eingerichtet, die Feuerwehr weist die Autofahrer ein. (schä/rsm/mn)

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