Enser Tor in Korbach wird rekonstruiert

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Startschuss: Mitglieder der Korbacher Schützengilde mit Bauunternehmer Jürgen Weige (im Bagger), Bürgermeister Klaus Friedrich (Mitte) und geschichtsinteressierten Korbachern am Enser Tor.

Korbach. Ein Stück der historischen Altstadt soll mit der Rekonstruktion des Enser Tors wiederbelebt werden. Das hat sich die Korbacher Schützengilde 1377 zur Aufgabe gemacht.

Weitgehend in Eigenleistung soll das Bauwerk komplett rekonstruiert werden und das ganz ohne historisches Vorbild. Denn vom Enser Tor existieren keine Aufzeichnungen oder Baupläne. Das stellte die Initiatoren zunächst vor eine schwierige Aufgabe.

Über einen Zeitraum von drei Jahren hat es ein langes Ringen mit dem Denkmalschutz gegeben: Ein solches Bauvorhaben bedarf effektiver Planungen, eine Materialauswahl musste getroffen werden, ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben und über die Finanzierung der sich auf einen sechsstelligen Bereich belaufenden Kosten des Werkes musste man sich ebenfalls beraten. Doch was lange währt, wird endlich gut, sodass nun mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Und an dieser Umsetzung wirkten bereits viele Korbacher mit: Durch Sach- und Geldspenden wurde dem Bauunternehmer Jürgen Weige, der Herr über das Bauwerk ist und alle zu leistenden Arbeiten koordiniert, unter die Arme gegriffen. Außerdem besteht eine Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft und den heimischen Unternehmen, für die Arbeiten, die die Gilde nicht in Eigenleistung ausführen kann.

Ein wahres Gemeinschaftswerk also. Das weiß auch Bürgermeister Klaus Friedrich, er drückt besonders die Einmaligkeit eines solchen mittelalterlichen Tores in der Region aus und ist begeistert von der Spendenbereitschaft der Bürgerschaft und dem Bekenntnis zur Altstadt Korbachs.

Einjährige Bauphase

Doch noch gibt es viel zu tun. Zunächst müssen Fundamente eingerichtet werden, dann werden die Pfeiler aus Beton gegossen und mit Sandstein verkleidet bis schließlich der Torbogen oben aufgesetzt wird. Das alles soll in einer Bauphase von etwa einem Jahr geschafft werden. Die Bauherren aber geben sich zuversichtlich und sind stolz, dass sich die Hartnäckigkeit und der Kampf mit der Denkmalpflege bewährt hat. Sie bitten daher auch um Verständnis für eventuelle Verkehrsbehinderungen oder Sperrungen an der Baustelle (Kreuzung Enser Straße/Südwall). Doch schon jetzt steht fest, dass alle Korbacher belohnt werden, denn im Jahr 2012 soll nach der Fertigstellung des Bauwerks bei einem Einweihungsfest kräftig gefeiert werden. (sz)

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