Waldeck-Frankenberg sagt Nein zum Fracking im Kreis

Waldeck-Frankenberg. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg gehört zu einem 5000 Quadratkilometer Gebiet in Nordhessen, in dem der kanadische Konzern BNK mit der umstrittenen Fracking-Methode nach Erdgas suchen will.

Das gab am Mittwoch der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf bekannt. Der Kreis spricht sich gegen diese Suche aus, unter anderem wegen des Einsatzes giftiger Chemikalien.

Die deutsche Tochter des kanadischen Energieunternehmens hat beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt eine Konzession zum Aufsuchen von Bodenschätzen beantragt. Dazu zählt Erdgas. Wo genau gesucht werden soll, sei bis jetzt völlig unklar, sagten Deutschendorf und Ralf Enderlein, Leiter des Fachdienstes Wasser in der Kreisverwaltung.

Das „Adler South“ genannte Untersuchungsgebiet umfasst auch Teile der Kreise Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder, Kassel, Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg sowie die Stadt Kassel. Bis zum heutigen Donnerstag soll der Kreis eine Stellungnahme zu dem BNK-Antrag beim Darmstädter Regierungspräsidium abgeben. Das stieß im Korbacher Kreishaus auf massive Kritik. Denn dazu sei das Thema viel zu brisant, sagte der Erste Beigeordnete. So seien die Antragsunterlagen des Konzerns lückenhaft, außerdem sei in der kurzen Frist „nicht einmal die Behandlung in den Organen des Kreises möglich“, bemängelte Deutschendorf.

„Wir dürfen die Menschen nicht mit schnellen Entscheidungen konfrontieren, sondern müssen sie in die Diskussion einbinden,“ forderte der Erste Beigeordnete. Das sei aber derzeit schwierig. Denn das Verfahren laufe nach dem Bergrecht. Das sehe nur eine Stellungnahme des Landkreises, nicht aber der Städte und Gemeinden vor. Auch eine Umweltverträglichkeitsstudie sei nicht geplant. (ber)

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