Hochwasser: Helfer in Waldeck-Frankenberg im Dauereinsatz

Waldeck-Frankenberg. Das durch die Schneeschmelze ausgelöste Hochwasser hat Feuerwehren und THW viel Arbeit beschert. Die freiwilligen Helfer waren vor allem am Samstagnachmittag im Dauereinsatz.

Grund war, das einerseits Flüsse und Bäche über die Ufer getreten waren, sich andererseits Schmelzwasser durch überlastete Regeneinläufe zu Seen ansammelte - in beiden Fällen drohte das Wasser in Gebäude einzudringen.

An einer Zimmerei in Freienhagen sammelten sich Wassermassen, die aus den Gemarkungen Sandberg und Selbacher Weg in den Ort geflossen waren und nicht sofort in die Watter abfließen konnten. Die Besitzer der Zimmerei, ein Landwirt und die Freienhagener Feuerwehrleute unter Leitung von Wehrführer Ingo Schlüter errichteten aus einem großen Kanzholz, Erde und Kies einen Wall, dennoch lief Wasser in den Keller der Betriebshalle. "Es hätte schlimmer kommen können", sagte der Seniorchef gegenüber 112-magazin.de. Die Garage eines gegenüber liegenden Wohnhauses schützte die Feuerwehr mit Sandsäcken der Kameraden aus Sachsenhausen.

Im Vöhler Ortsteil Schmittlotheim und im Frankenauer Stadtteil Altenlotheim drohte das Hochwasser der über die Ufer getretenen Lorfe in mehrere Gebäude einzudringen. Vorsorglich schützten Feuerwehrleute und Einsatzkräfte des THW-Ortsverbandes Bad Wildungen die Gebäude mit Sandsäcken. Die hatten zum einen die örtlichen Helfer befüllt, zum anderen sorgte der THW-Ortsverband Korbach für Nachschub. Rund 2000 Sandsäcke wurden ab dem späten Nachmittag in der Kreisstadt befüllt. Auf dem Gelände des Containerdienstes Tiede im Industriegebiet befüllten die Helfer die Säcke, verluden sie mit einem von der Firma gestellten Radlader in THW-Lastwagen und brachten sie am Abend nach Altenlotheim.

Um die 2000 angeforderten Sandsäcke rasch befüllen zu können, forderten die Korbacher Kameraden Unterstützung aus Brilon an. Außerdem bestellte der Korbacher THW-Ortsbeauftragte Hans-Joachim Kegel "für alle Fälle" 10.000 leere Säcke beim Landesverband. "Man kann ja nie wissen, was noch kommt", sagte Kegel. Die Kollegen aus Bad Wildungen hatten bereits am Nachmittag zahlreiche Sandsäcke befüllt, auf Paletten gepackt, diese mit Kran auf die Fahrzeuge geladen und nach Frebershausen gebracht. Im Wildunger Stadtteil wollte man gewappnet sein für den Fall, dass der Wesebach über die Ufer tritt.

Einen Hof in Schmittlotheim habe man nur durch einen Wall aus Bohlen und Sandsäcken sowie pausenloses Abpumpen des Wassers schützen können, sagte der stellvertretende Vöhler Gemeindebrandinspektor Bernd Schenk. Im Laufe des Samstags sei der Pegel der Lorfe um 60 bis 70 Zentimeter angestiegen. Ab etwa 19 Uhr sei der Wasserstand aber stabil geblieben. Während die Herzhäuser Kameraden die insgesamt fünf Einsatzstellen in Schmittlotheim am Abend verließen, blieben die Kameraden aus dem Ort im Schichtsystem an dem Hof im Einsatz.

Einen "bis zum Schlüsselloch" vollgelaufenen Keller in Altenlotheim pumpten die Kameraden aus Altenlotheim und Frankenau leer, sagte Stadtbrandinspektor Stefan Maurer am Abend auf Anfrage von 112-magazin.de. Bei allen anderen Einsatzstellen hätten die rund 30 Kameraden gemeinsam mit den THW-Kräften Wälle aus Sandsäcken zum Schutz errichtet. Im angrenzenden Hochsauerland rückten ebenfalls mehrere Feuerwehren aus, weil Straßen unterspült wurden und Wasser unter anderem in Keller floss.

112-magazin.de

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