„Aber einfach kann jeder“ 

Lichtenfels: Bürgermeister Henning Scheele seit 100 Tagen im Amt

Lichtenfelser Rathaus Bürgermeister Henning Scheele. 
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Seit etwas mehr als drei Monaten ist das Lichtenfelser Rathaus Arbeitsplatz von Bürgermeister Henning Scheele.  

Der Lichtenfelser Bürgermeister Henning Scheele ist seit 100 Tagen im Amt. Die ersten gute drei Monate wurden allerdings von der Corona-Krise bestimmt.

Was für ein Start. Kaum hatte Henning Scheele das Bürgermeisteramt in Lichtenfels übernommen, kam die Corona-Krise. Anstatt die Lichtenfelser Bürger bei Festen oder bei Besuchen der Gewerbe- und Handelsbetriebe in persönlichen Gesprächen kennenzulernen, galten schon nach zehn Tagen im Amt die Abstandsregeln und Krisenmanagement war angesagt. Nun sind die ersten 100 Tage im Amt um – und wie geht es dem neuen Rathauschef? „Gut – trotz der Ungewissheiten, die uns durch Corona begleiten“, sagt Henning Scheele.

Er sei „sehr gut aufgenommen worden in der Verwaltung“, die persönlichen Kennenlerngespräche seien konstruktiv gewesen. Die Zusammenarbeit funktioniere gut, „ich fühle mich wohl hier“, sagt er und zeigt auf die Ausdrucke, die Mitarbeiter an die Regalwand gehängt haben: „100 Tage Bürgermeister der Stadt Lichtenfels. Kein einfacher Start ... aber einfach kann jeder“: In der Krise zeige sich der wahre Charakter – und „weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit“.

„In der Corona-Krise hat uns alle geeint, dass wir besonnen und ruhig bleiben müssen, um alles zu schultern. Das gilt besonders in einem so kleinem Team, wie wir es sind. Das ist uns gelungen. Es war teils eine enorme Handlungsgeschwindigkeit notwendig, wir haben uns dennoch immer sorgfältig ausgetauscht. Die Bevölkerung hatte auch ein relativ großes Verständnis, trotz der schwierigen Situation – die Geduld der Bürgerinnen und Bürger habe ich als sehr positiv wahrgenommen. Wir müssen jetzt zusammen mit den anderen Kommunen und dem Landkreis sehen, was wir tun können, um die Situation für alle zu erleichtern, ohne etwas über Gebühr zu riskieren“, sagt der Rathauschef.

Aktuelle Stadtthemen

Jenseits aller Aufgaben, die der Umgang mit der Corona-Pandemie mit sich brachten, blieben die Stadt-Themen aktuell – darunter etwa Stadtwald und Jagd. „Wir haben geplante Pflanzaktionen aufgrund der klimatischen Situation früh gestoppt und in den Herbst verlegt. Außerdem gab es viele Gespräche, wie wir bei der Holzvermarktung vorgehen und gemeinsam mit Jagdpächtern und Jagdgenossenschaften die Umstellung unserer Jagdstrategie realisieren.“ 

„Außerdem liefen viele Gespräche, meist am Telefon, mit dem Ziel, unseren touristischen Sektor mehr zu entwickeln. Ich möchte mehr Kapital aus dem Tourismus schlagen, Stichworte sind Wander- und Radtourismus“. Dann werde gerade ein Gesamtplan zur Sanierung der fünf Kläranlagen erarbeitet – „da laufen derzeit viele Gespräche.“

Persönlich kennenlernen

„Wir haben die Verwaltungstechnik modernisiert, sind an der Digitalisierung des Bürgerservices und des Mandatsträger-Systems – und halten trotz der unklaren finanziellen Situation durch die Corona-Krise natürlich fest an dem Ausbau wichtiger Infrastruktur“, sagt Scheele: Umbau des DGH-Vorplatzes in Neukirchen, Anbau an den Kindergarten Sachsenberg und Böschungssicherung in Münden nennt er beispielhaft. Auch ist der Haushalt 2021 schon im Blick – mal sehen, welche verlässliche Grundlagen wir bekommen“, sagt er mit Blick auf die Verluste durch die Corona-Krise.

Persönlich empfinde er es als angenehm, nicht mehr so viel Zeit auf der Straße verbringen zu müssen, sondern in Lichtenfels kurze Wege zu haben und „meine Zeit zu 100 Prozent in das Bürgermeisteramt investieren zu können. Jetzt wünsche ich mir am meisten, dass ich bald mehr Präsenz zeigen und die Lichtenfelser in Gesprächen persönlich kennenlernen kann.“

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